Präambel

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Produkt-ISBN: 9783956543821
Inhaltsverzeichnis
Zusätzliche Informationen
Verkehrspläne
Vorschau
Hintergründe & Infos
Das Venedig des Nordens
Geschichte
Stadtentwicklung
Architektur
Malerei: Rembrandt & Co(BrA)
Literatur: Dichter, Denker und Verleger
Anreise nach Amsterdam
Unterwegs in Amsterdam
Übernachten
Essen und Trinken
Nachtleben
Theater, Konzerte, Kinos
Wissenswertes von A bis Z
Stadttouren
Rund um den Dam
Rotlicht-, Chinesen- und Universitätsviertel
Nördlicher Grachtengürtel
Museumplein, Leidseplein und Vondelpark
Rembrandtplein und südlicher Grachtengürtel
Jordaan
Altes östliches Hafengebiet
Ehemaliges Juden- und Plantagenviertel
Harlemmerbuurt und Amsterdam-West
De Pijp, Rivierenbuurt und östliches Amstelufer
Piet Heinkade und Östliche Docklands
Amsterdam-Noord
Ausflugstipps für die Metropolregion Amsterdam
Etwas Holländisch
Index
Alles im Kasten
Geert Mak - Amsterdams Stadtbiograf und moralische Instanz
Zeitgenössische Kunst und Dutch Design
Zwischen allen Stühlen - Baruch de Spinoza
Literarische Größen des Goldenen Jahrhunderts
Überraschungsmenüs aus der Resteküche
Surinamer und Antillaner
Umstritten - Project 1012
Sex and Drugs
Die Gründerväter von Amsterdams Chinatown
Tulpen aus Amsterdam
Erinnerung, Erholung und (körperliche) Ertüchtigung im Vondelpark
Schreiner, Möbeldesigner, Architekt - Gerrit Rietveld
Das schwul-lesbische Amsterdam
Amsterdamse Levenslied
Aus der Stadtteilgeschichte: Aalaufstand
Diamanten
Oosterpark und Dappermarkt
Bijlmermeer (Bijlmer)
„Der Duft der großen weiten Welt“
Silodam und Oude Houthaven
Rivierenbuurt
Mit Weitblick - Upcycling-Hotels in Amsterdam-Noord
Küsten(rad)wanderung(en) in Amsterdam-Noord
Kartenverzeichnis
Legende
Spaziergang 1
Spaziergang 2
Spaziergang 3
Spaziergang 4
Spaziergang 5
Spaziergang 6
Spaziergang 7
Spaziergang 8
Spaziergang 9
Spaziergang 10
Spaziergang 11
Amsterdam Noord
Ausflüge in die Umgebung
Zusätzliche Informationen
Inhaltsverzeichnis
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Fürs freundliche und kompetente Lektorat danke ich Carmen Wurm, fürs umsichtige Redigieren Heike Dörr und fürs Layout Jana Dillner, für Tipps, Lob und (konstruktiven) Tadel den Absendern der Leserbriefe.
Impressum
Text und Recherche: Annette Krus-Bonazza Lektorat: Peter Ritter, Carmen Wurm (Überarbeitung) Redaktion: Heike Dörr Layout: Jana Dillner Karten: Hans-Joachim Bode, Torsten Böhm, Theresa Flenger, Hana Gundel, Judit Ladik, Alexander Uebel Fotos: S. 7 Covergestaltung: Karl Serwotka Covermotive: oben: Stahlrohrbrücke von Adriaan Geuze (zwischen Borneo und Sporenburg) © Schlierner / fotolia.com, unten: Bilderbuchreife Grachtenlandschaft © sborisov / fotolia.com
6. Komplett überarbeitete und aktualisierte Auflage 2016
ISBN 978-3-95654-138-4
© Copyright Michael Müller Verlag GmbH, Erlangen 2002-2016. Alle Rechte vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr. Druck: Phoenix Print GmbH, Würzburg.
Fotonachweis
Annette Krus-Bonazza: alle Fotos, außer: Dirk Sievers: S. 20, 100/101, 264, 265 | Karsten Luzay: S. 10 (links), 14/15, 21, 76 | NBTC - Niederländisches Büro für Tourismus & Convention: S. 13 (rechts), 53, 84, 90 | Joods Historisch Museum, Liselore Kamping: S. 213, 220 | Uitgeverij Atlas, Amsterdam: S. 29
Unterwegs mit Annette Krus-Bonazza
Wenn ich bei meinen Recherchen im Melkweg vorbeischaue, denke ich daran, dass ich dort vor gefühlt 100 Jahren die Band Greatful Dead live gesehen habe. Dank Google weiß ich, dass das am 16. Oktober 1981 war. Ich erlebte das Konzert zusammen mit einem Freund aus Italien, der bei mir im Ruhrgebiet zu Besuch war und bei der Gelegenheit unbedingt nach Amsterdam ollte, das auch bei „Freaks“ jenseits der Alpen Kult war. Unsere gemeinsame Reise war natürlich nicht meine erste ins Mekka von Hippies, Hausbesetzern und starken Frauen wie Anja Meulenbelt, deren Buch „Die Scham ist vorbei“ (1976) für uns junge Studentinnen Pflichtlektüre war. Obwohl ich schon damals nicht von Haschisch, sondern allenfalls von Heineken berauscht war, überkommen mich vor den historischen Coffeeshops oder im Vondelpark schon einmal nostalgische Gefühle. Mich begeistert aber auch das neue Amsterdam mit seiner avantgardistischen Architektur am IJ-Ufer, wo ich tagsüber gern durch die Glasfassaden stylisher Cafés aufs „große Amsterdamer Wasser“ schaue. Mein Feierabendbier trinke ich jedoch meist in einer der „gezelligen“ alten Kneipen im Grachtengürtel, weil die im Unterschied zu den auf der ganzen Welt sich ähnelnden kühl gestylten Cocktaillounges typisch für Amsterdam sind.
Verkehrspläne
Öffentlicher Nahverkehr
Vorschau
Auf Expansions- und Innovationskurs
Wie schon im goldenen 17. Jh., zu Industrialisierungs- und Wirtschaftswunderzeiten wächst Amsterdam in jüngster Vergangenheit im wahrsten wie übertragenen Wortsinne über sich hinaus. Es trotzt(e) dem Wasser neue Stadtteile ab, bebaut(e) ehemals industriell genutzte Flächen, entfesselt(e) im Dienstleistungs-, Hightech- und Kreativgewerbe zukunftsfähige Wirtschaftskraft und will sich bald als schnellst „lernende Stadt“ Europas profilieren. Amsterdams Einwohnerzahl hat in den letzten 25 Jahren um gut 100.000 zugenommen und fast wieder den historischen Höchststand von 865.000 im Jahr 1960 erreicht. Auch das touristische Interesse am „Venedig des Nordens“ stieg jüngst geradezu astronomisch an, sodass die vergleichsweise winzige Altstadt der Grachtenmetropole inzwischen ähnlich wie die italienische Lagunenstadt unter dem Ansturm ihrer Bewunderer zu leiden hat. Nicht zuletzt deshalb steht die urbane Attraktivitätssteigerung von Randstadtteilen wie Amsterdam-West oder -Oost als zentrale Zielvorgabe im Aktionsplan „Stad in Balans“, der im Juni 2015 publiziert wurde und verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität von Bewohnern und Besuchern auf der Agenda hat. „Stad in Balans“ („Stadt im Gleichgewicht“) versteht sich als Plädoyer für eine „smarte bzw. lernende Stadt“, die das demografische und ökonomische Wachstum der geschichtsträchtigen Minimetropole durch den klugen Einsatz digitaler Technologien und die Kooperation von Bürgern, Stadtverwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft ökologisch und sozial nachhaltig gestalten will.
Welt(stadt)geschichte
Die smarte Zukunft der Stadt baut auf ihre bedeutende Geschichte, die in der Fischersiedlung Amstelledamme an der Mündung der Amstel in die unterdessen zum Binnengewässer (Ijsselmeer) eingedeichte Zuiderzee begann. Das kleine Dorf erhielt um 1300 die Stadtrechte und avancierte bis zum goldenen 17. Jh. zum Zentrum einer wohlhabenden Kolonialmacht. Im Zuge der Industrialisierung erlebte die holländische Hafenstadt abermals eine wirtschaftliche Blüte und dank weitgehend geglücktem Strukturwandel erkennt sie in jüngster Vergangenheit erfolgreicher als andere europäische Metropolen die Zeichen der postindustriellen Zeit. Die schon immer globalen Geschäfte der Amsterdamer Kaufleute erfordern und begünstigen von jeher ein weltanschaulich und religiös tolerantes Klima, sodass Amsterdam, wo nur knapp 50 % der Bewohner niederländische Wurzeln haben, nicht erst seit der Legalisierung von Softdrogen und Homo-Ehe als multikulturelle Stadt der Freiheit und Kreativität Furore macht.
Bilderbuchreife Altstadt
Das von Amstel und IJ umspülte und von Hunderten von Kanälen geäderte städtebauliche Ensemble der Altstadt integriert mittelalterliche Monumente wie Oude Kerk oder De Waag, Repräsentationsbauten aus dem goldenen 17. und dem industriell florierenden 19. Jh., darunter P. J. H. Cuypers Rijksmuseum und Berlages Börse, mit der die Stadt an der vorletzten Jahrhundertwende europäische Architekturgeschichte schrieb. Es entzückt mit eleganten Patriziervillen und handtuchschmalen Wohn- und Geschäftshäusern entlang des baumbestandenen Grachtengürtels, mit dem die wirtschaftlich wie kulturell blühende Stadt vor gut 400 Jahren halbmondförmig über sich hinauswuchs.
(Post)Industrielle Stadtentwicklung
Mit der Industrialisierung dehnte sich die Stadt in alle Himmelsrichtungen aus.
Rund um das malerisch bebaute und überbrückte innerstädtische Kanalnetz gruppieren sich graue Proletarierquartiere aus dem 19. und expressionistisch anmutende Arbeitersiedlungen vom Beginn des 20. Jh., mit denen die Stadt „Amsterdamer (Architektur-)Schule“ machte. In den 1960er-Jahren in Beton gegossene Mietskasernen im Vorort Bijlmer sorgten hingegen für negative Schlagzeilen, worauf man die sozial prekäre Trabantenstadt seit Ende des letzten Jahrhunderts mit Prestigeobjekten wie dem raumschiffgleichen Ajax-Stadion bedenkt. Die südlichen IJ-Ufer und die ihnen vorgelagerten Docklands wurden nach dem Bedeutungsverlust des Hafens und der Schließung von Werften von internationalen Stararchitekten bebaut, von der Freizeit-, Medien- und Kreativbranche belebt und sind bei gut situierten jungen Familien als Wohnquartiere überaus beliebt. Bereits 1997 ging Renzo Pianos türkisgrünes Gebäudeschiff NEMO im Oosterdok vor Anker und bald darauf wurden der architektonisch wie technisch innovative Muziekgebouw und das spacige Passenger’s Terminal eingeweiht. Historische Speicherhäuser bergen jetzt statt Kaffee und Kakao schicke Büros für Medien- und Modemacher, vom Zeitgeist umwehte Kulturzentren und trendige Restaurants wie Jamie Olivers Fifteen. An der nördlichen „IJ-Küste“ liegt das hier und da noch industrieromantisch verwilderte Gelände der NDSM-Werft, deren ausgediente Werkshallen von der alternativen Künstlerszene mit originellen Ideen und provisorischen Ateliers und Studios revitalisiert wurden und inzwischen auch von Global Playern wie MTV und Red Bull geschätzt werden. Auf dem ehemaligen Shell-Terrain vis-à vis vom Hauptbahnhof strandete die futuristische weiße Gebäudemuschel des Amsterdamer Filmmuseums „Eye“ und der ausgediente Büroturm direkt daneben mauserte sich jüngst zum A’DAM Toren mit Studios für die Musik- und Kreativindustrie, Hotel und Restaurants. Schließlich vergrößert die gänzlich neu aufgeschüttete Wohninselgruppe Ijburg das von Vondel- und Oosterpark begrünte, nicht nur mit festen Häusern, sondern auch mit Hausbooten besiedelte Amsterdamer Archipel.
Kultur und Kommerz
Gut 60 Museen hüten die Gemälde von alten Meistern wie Rembrandt, präsentieren Modernes von van Gogh und Mondrian sowie zeitgenössische Malerei und Fotografie, würdigen die Geschichte der holländischen See- und Handelsmacht und zeigen Kunst- und Alltagsobjekte aus den ehemaligen Kolonien. Man bekommt Einblick in die gediegene Wohnkultur der reichen Kaufleute während der Kolonialzeit und kann sich an authentischen Schauplätzen wie dem Anne Frank Huis über Freud und Leid der Amsterdamer Juden, die deutsche Besatzung und den antifaschistischen Widerstand der Grachtenmetropole informieren. Es gibt Museen, die über Sexualpraktiken und Foltermethoden aufklären oder die Kulturgeschichte von Tulpen und Haschisch beleuchten. Amsterdam hat eine Filiale des Londoner Wachsfigurenkabinetts Madame Tussauds, eine Dependance der berühmten Sankt Petersburger Eremitage und neuerdings das weltweit erste Mikrobenmuseum.
Der Concertgebouw gilt als eine der ersten europäischen Adressen für klassische Musik, die Stadsschouwburg gibt klassisches Sprechtheater. Im eleganten Koninklijk Theater Carré am Amstelufer sind Varieté und Musicals von Weltniveau zu sehen. Zeitgenössische E-Musik und Jazz erklingen im Muziekgebouw aan ’t IJ, das Muziektheater am Waterlooplein bringt Oper und Ballett auf die Bühne. Im Melkweg und im Paradiso sind Rockkonzerte und Weltmusikalisches zu hören, internationale Popstars inszenieren sich in der Heineken Music Hall oder im Ziggo Dome. Dutzende kleiner und experimentierfreudiger (Musik-)Theater, zahlreiche Kinos und Kulturfestivals aller Sparten ergänzen das breit gefächerte Repertoire.
Für das leibliche Wohl sorgen gemütliche Kneipen an jeder Ecke, holländische Eetcafés, internationale Spezialitätenrestaurants und die berühmt-berüchtigten Coffeeshops, aus denen der süßliche Geruch von Hasch und Marihuana dringt. Man findet elegante Grand Cafés mit Tradition und Kaffeebars mit „neourbanem“ Flair, minimalistisch möblierte Gourmettempel und kühl gestylte Wein- und Cocktaillounges, Sextheater und -bars, Clubs mit oder ohne Dresscode und die Hot Spots der schwul-lesbischen Szene in der Warmoesstraat und rund um den Rembrandtplein.
Je nach Gusto, Geldbeutel und Gesinnung locken altmodische Kunsthandlungen und avantgardistische Galerien, die Flagship-Stores internationaler Modedesigner und bunt sortierte Läden für Vintage-Kleidung, Antiquitäten oder Bücher. Sexshops verschrecken oder verführen mit Dildos und aufreizenden Dessous für sie und ihn und zahlreiche Tattoo- und Piercingstudios bieten ihre (be-)stechenden Dienste an. Die Waren auf den Flohmärkten am Waterlooplein und in den Ijhallen haben Patina. Auf dem Bauernmarkt im Jordaan und dem Local Goods Market in De Hallen ist alles „bio“ bzw. made in Amsterdam und Albert Cuyp- und Dappermarkt versprühen karibisch-orientalisches Flair.
Vielfalt und Toleranz
Amsterdam ist sowohl nostalgisch-pittoresk als auch architektonisch kühl und avantgardistisch, dörflich und urban, traditionsverbunden und zukunftsgewandt, holländisch und international zugleich. Es gibt sich dynamisch und bleibt doch gemütlich, wirkt hier elegant, mondän und stylish und dort volkstümlich, schummerig und schrill. Die Stadt zeigt sich hetero- und homosexuell freizügig, drogenpolitisch liberal und künstlerisch experimentell, ist ethnisch, religiös und kulinarisch multikulturell. Allerdings stör(t)en seit Beginn des neuen Jahrtausends der islamistisch motivierte Mord am Regisseur Theo van Gogh (2004), Übergriffe auf Juden und Homosexuelle und die dumpfen Parolen des islamophob-rassistischen Scharfmachers Geert Wilders die fast schon legendäre Amsterdamer Toleranz. Zudem befürchten nicht nur Huren und Haschischkneipenwirte, dass mit der fortschreitenden Schließung von Prostituiertenfenstern und Coffeeshops und der Ansiedlung von teuren Geschäften und Restaurants im Rotlichtviertel Vielfalt und Originalität verloren gehen. Dass sie sich über Jahrhunderte bewährt hat, lässt gleichwohl hoffen, dass die friedliche Koexistenz unterschiedlicher (sub)kultureller Lebensstile auch in der expandierenden und zunehmend gentrifizierten „Smart City“ ein sympathisches Amsterdamer Markenzeichen bleibt.
Hintergründe & Infos
Das Venedig des Nordens
Wie in Venedig prägen Wasser und Brücken das Stadtbild
Das von Kanälen geäderte architektonische Ensemble Amsterdams hat der Stadt bereits im 17. Jh. das Attribut „Venedig des Nordens“ beschert und der niederländische Erfolgsautor Cees Nooteboom vergleicht die vom Wasser diktierte städtebauliche Form seiner Wahlheimatstadt mit einem chinesischen Schriftzeichen:
„Das Land ist das Papier und das Wasser die Tusche. Wie ein östlicher Meister hat der Fluß den ersten Strich gesetzt (...) und das Zeichen, das so entsteht, ist ein geordnetes Labyrinth aus Grachten, konzentrisch einander schneidend, ein Netz aus Wasserstraßen (...). Seine Achse bleibt der Fluß und das Wasser, in das er mündet und das die Stadt mit der Welt verbindet.“ (Cees Nooteboom, Die Form des Zeichens, die Form der Stadt. In: Ders., Die Dame mit dem Einhorn. Europäische Reisen, Frankfurt/M. 1997, S. 9ff.)
Jedenfalls leben die meisten Amsterdamer genauso wie die Venezianer auf kleinen Inseln und einer Fläche von insgesamt 219 km2 an, zwischen, auf, mit, vom und sogar im Wasser, das gut 54 km2 des städtischen Territoriums bedeckt. Das liegt übrigens unter dem Meeresspiegel, der im Fachjargon auch „Normaal Amsterdams Peil“ (N.A.P.) heißt, weil sein just in Amsterdam festgelegter Standard vielen europäischen Ländern als Orientierungsmarke der Höhenvermessung dient.
Die Stadtväter siedelten sich an der Amstel, genauer ihrer Mündung in die Zuiderzee („Het IJ“) an. Bis dieser Meerbusen der Nordsee im Jahre 1932 durch den Bau eines 30 km langen Abschlussdeiches (afsluitdijk) eingedeicht wurde und zu den Süßwasserseen Markermeer und IJsselmeer mutierte, war die Stadt mit dem offenen Meer verbunden und deshalb bis zur Eröffnung von Oranienschleuse (1872) und Nordseekanal (1876) dem Rhythmus der Gezeiten ausgesetzt.
Die Straßen der Stadt verlaufen zwischen einem System von ca. 100 größtenteils konzentrisch angelegten Kanälen, den sog. Grachten (= Graben), die bis zum Bau der Oranienschleuse unmittelbar vom Meereswasser geflutet wurden.
Die meisten Häuser stehen auf früher hölzernen, später vornehmlich in Beton gegossenen Pfählen und manche Amsterdamer sind in schätzungsweise 5000 Wohnbooten sogar direkt auf dem Wasser zu Hause. Die schwimmenden Domizile, zumindest die ca. 2500 offiziell registrierten, verfügen über den infrastrukturellen Standard fester Behausungen, sind mit Kanalisations-, Wasser-, Gas-, Strom- und Telefonanschluss versehen und werden genau wie normaler Haus- und Grundbesitz mit Steuern belegt.
16 Schleusen und mehrere Dutzend Pumpstationen helfen den Bürgern der niederländischen Hauptstadt, sich ohne größeren Schaden an Hab und Gut oder Leib und Leben mit dem Wasser zu arrangieren.
Die Schleusen binden die Grachten an die Kanäle des Hinterlandes und die Nordsee an, was nicht nur von schifffahrtstechnischer Bedeutung ist, sondern die dringend notwendige Regulierung von Wasserstand und -qualität der Grachten ermöglicht. Der Wasserpegel der Grachten wird kontinuierlich kontrolliert und stets auf einem Minimalniveau gehalten, damit die Holzpfähle unter den Gebäuden nicht mit Sauerstoff in Berührung kommen und zu faulen beginnen oder die Versorgungsleitungen der Hausboote beschädigt werden. Darüber hinaus wird ihr Wasser aus hygienischen Gründen durchschnittlich viermal wöchentlich ausgetauscht, indem verbrauchtes Wasser in die Nordsee abgepumpt und von dort durch frisches ersetzt wird.
Dass Generationen von alteingesessenen und zugewanderten Amsterdamern bereit waren und sind, derartige Kosten und Mühen auf sich zu nehmen, liegt daran, dass sie allesamt vom Wasser profitier(t)en. Das gilt für die Fischer im mittelalterlichen Dörfchen Amstelledamme und die Exponenten der später weltweit agierenden See- und Handelsmacht, die großen Schiffsbauer und Energieunternehmer des ausgehenden 19. Jh. und die Manager und Gastronomen der postindustriellen Dienstleistungs- und Touristenmetropole, die mit der künstlichen Wohninselgruppe Ijburg gleichsam mitten im Wasser wächst.
Geschichte
Schaltzentrale der Kolonialmacht: Oostindisch Huis
Die historische Keimzelle von Amsterdam ist das Fischerdörfchen Amstelledamme an der Mündung der Amstel in die Zuiderzee, das 1275 von Graf Floris von Holland die urkundlich verbriefte Erlaubnis zu freiem Handel und ein Vierteljahrhundert später die Stadtrechte bekam.
Zu jener Zeit gehörten die heutigen Niederlande zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Das war freilich noch kein einheitliches Staatsgebilde im modernen Sinne, sondern ein Konglomerat aus Herzogtümern, Grafschaften und Bischofssitzen, das durch die in der Person des Kaisers verkörperte Reichsidee verbunden war. Auf dem Territorium der nördlichen und der südlichen Niederlande, wo erst Jahrhunderte später die Nationalstaaten Niederlande und Belgien entstanden, lagen das Herzogtum Nieder-Lothringen und spätere Brabant, die Grafschaften Holland, Hennegau, Namur, Geldern und Seeland sowie die Bischofssitze Lüttich, Utrecht und Cambrai. Amsterdam unterstand den Grafen von Holland, denen bei den bereits seit Beginn des 13. Jh. aufkeimenden Unabhängigkeitsbestrebungen der nördlichen Niederlande eine tragende Rolle zukommen sollte.
Knapp zwei Jahrzehnte nach der Stadtgründung übernahm 1317 Graf Wilhelm III. von Holland die Statthalterschaft von Amsterdam, dessen wirtschaftliche Bedeutung zunächst vornehmlich auf dem Fischfang beruhte. Ab 1368 fungierte die junge Stadt als Zollstation der Hanse und ihre Handelsaktivitäten nahmen stetig zu. Allerdings blieb ihr ökonomisches Potenzial noch lange hinter dem der damals führenden flandrischen Städte Gent, Brügge, Brüssel und Antwerpen zurück. Insbesondere Letzteres erlebte in jenen Jahren einen bemerkenswerten Aufschwung und behauptete bis zur Mitte des 15. Jh. die Spitzenposition in der mittelalterlichen holländisch-flandrischen Städtelandschaft. Seine enorme Wirtschaftskraft und kulturelle Blüte hatte es nicht zuletzt unter dem Einfluss des Hauses Burgund entfaltet. Nachdem der Herzog von Burgund die Tochter des Grafen von Flandern geheiratet hatte, repräsentierte es dort seit 1363 die Reichsgewalt und dehnte seine Machtsphäre wenig später auch nach Norden aus.
Wiederum via Einheiratung, und zwar in das Geschlecht der bayerischen Wittelsbacher, denen die (nord)niederländischen Grafschaften und Städte 1345 zugefallen waren, avancierten die Herzöge von Burgund (Philipp der Gute, Karl der Kühne) seit 1433 auch zu den Herren der nördlichen Niederlande und strebten deshalb an, die Verwaltung für beide Landesteile zu zentralisieren. Während Philipp der Gute in diesem Bemühen recht erfolgreich war - 1464 war es ihm in Brügge gelungen, die „Generalstaaten“ (Landesherren) aller niederländischen Lande zu einem „Großen Rat“ zu vereinigen -, stieß sein Nachfolger Karl der Kühne (1467-1477) diesbezüglich auf wenig Resonanz. Nach seinem Tod (1477) und der Eheschließung seiner Tochter Maria mit dem Habsburger und späteren deutschen Kaiser Maximilian I. lenkten die Habsburger die Geschicke Burgunds inklusive der nördlichen und südlichen Niederlande. Als Maximilians Sohn Philipp der Schöne 1496 die Tochter Ferdinands von Aragon heiratete, geriet das Gebiet unter spanische Herrschaft.
Frühe Neuzeit
Unter Philipps Sohn Karl V. (1500-1555) wurde die politische Einheit der Niederlande weiter vorangetrieben, während die wirtschaftliche Bedeutung von Amsterdam merklich zunahm.
Die niedrig gelegenen nordniederländischen Regionen hatten sich auf die Viehhaltung konzentriert, gleichzeitig schritten dort Urbanisierung und Gewerbeentwicklung voran. Da damit ein deutliches Bevölkerungswachstum einherging, war man auf die zunehmende Einfuhr von Getreide angewiesen, wovon die verkehrstechnisch günstig gelegene Hafenstadt Amsterdam profitierte: Zum einen gab es von hier einen relativ sicheren Seeweg von der Zuiderzee entlang der deutschen Nordseeküste zur Ostsee, zum anderen konnten von Amsterdam aus die übrigen Regionen und Städte der Niederlande über Binnengewässer angesteuert werden. Infolgedessen mauserte sich die Stadt bereits in den ersten Jahrzehnten des 16. Jh. zu einem wichtigen Umschlagplatz für importiertes Getreide, aber auch für vornehmlich aus Norwegen eingeführtes Holz sowie für Teer, Flachs und Hanf. Via Amsterdam, dessen Einwohnerzahl zwischen 1500 und 1580 von 10.000 auf 30.000 emporschnellte, wurden Güter aus England und Frankreich verschifft, die in der wachsenden Zahl der örtlichen Lagerhäuser, Speicher und Vorratskeller zwischengelagert und anschließend auf die europäischen Märkte verteilt wurden. Der Amsterdamer Stapelmarkt entwickelte sich deshalb zu einem internationalen Handels- und Verkehrsknotenpunkt und schuf die infrastrukturellen Voraussetzungen für den kometenhaften Aufstieg Amsterdams zur wichtigsten See- und Handelsstadt Europas, der von den Wirren der Reformation begleitet war.
Während die Lutheraner in den Niederlanden kaum Fuß fassen konnten, sorgte die von Karl V. unerbittlich verfolgte Bewegung der Wiedertäufer hier immerhin für Aufsehen. Die meisten Anhänger fanden jedoch die Lehren Johann Calvins (1509-1564), die insbesondere in Adelskreisen auf große Resonanz stießen. Obgleich die Mehrheit der Niederländer im 16. Jh. noch katholisch blieb, erhielt die calvinistische Reformierung immer schärfere Konturen. Ihr lokales Sprachrohr war Wilhelm von Oranien, ein Graf aus dem Hause Nassau, auf dessen Stammschloss im deutschen Dillenburg er 1533 geboren und lutherisch erzogen worden war. Nachdem er zwischenzeitlich aus machtpolitischem Kalkül zum Katholizismus konvertiert war, verschrieb er sich schließlich dem Calvinismus und entwickelte sich zum glühenden Verfechter religiöser Toleranz.
Amsterdamer Stadtwappen
Unter Philipp II. von Spanien, der 1555 seinem Vater Karl V. gefolgt war und immer größere Zentralmachtansprüche anmeldete, verknüpfte sich die calvinistische Bewegung immer enger mit den Unabhängigkeitsbestrebungen der 17 niederländischen Provinzen. Als der absolutistisch und dezidiert antiprotestantisch regierende Spanier seine Halbschwester und Ehefrau Margarete von Parma als Generalstatthalterin in den Niederlanden einsetzte, geriet er 1566 ins Kreuzfeuer der Kritik der lokalen Eliten: Der hohe Adel unter Führung ihres Statthalters Wilhelm von Oranien verlangte mehr Mitsprache an den Regierungsgeschäften. Die über die Einführung der Inquisition verärgerten Exponenten des niederen Adels baten die Generalstatthalterin, die Generalstände einzuberufen, um ihrer Forderung nach Religionsfreiheit auf niederländischem Boden Nachdruck zu verleihen, weshalb sie als geuzen (Bettler) in die Geschichte eingegangen sind.
Nachdem noch im selben Jahr calvinistische Eiferer mit der Zerstörung und Plünderung katholischer Kirchen ihre Forderung nach Religionsfreiheit untermauert hatten und auf der Synode in Antwerpen die calvinistische Kirche begründet worden war, schlug die spanische Zentralmacht brutal zurück. Philipp II. schickte als neuen Statthalter einen gewissen Herzog Alba, der mit einem Heer in die Niederlande einzog, drakonische Strafen über die „Bilderstürmer“ verhängte und zahlreiche Todesurteile fällte.
Albas brachiales Vorgehen schürte den Widerstand der niederländischen Landesherren, der vom rechtzeitig ins Dillenburger Exil geflohenen Wilhelm von Oranien koordiniert wurde und sich ab 1568 zum 80-jährigen niederländisch-spanischen Krieg ausweitete. In seinem Verlauf gewannen die Niederländer allmählich die Oberhand, was sie freilich mit dem Verlust der südlichen Niederlande (heute Belgien) bezahlten. Während dort der spanische Einfluss konsolidiert und eine Rekatholisierung eingeleitet wurde, setzten die Mitglieder der 1579 formierten „Union von Utrecht“ ihren Kampf gegen die Spanier fort. Sie proklamierten im Jahre 1588 die „Republik der Vereinigten Niederlande“ unter Einschluss der Provinzen Geldern, Holland, Zeeland, Utrecht, Friesland, Overijssel und Groningen, schworen König Philipp von Spanien ab und einigten sich 1619 auf die Staatsreligion eines toleranten Calvinismus, der die Freiheit Andersgläubiger implizierte. Es folgten Jahre des Waffenstillstandes, bis der Krieg 1648 mit dem Westfälischen Frieden, in dem die Unabhängigkeit der Niederlande sowohl von deutscher als auch von spanischer Seite offiziell anerkannt wurde, definitiv beendet war.
Das Goldene Jahrhundert
Nachgebaut:
Das Original erlitt 1749 Schiffbruch
Die Teilung der nördlichen und südlichen Niederlande und die Unabhängigkeitserklärung der niederländischen Republik markierten den Aufbruch ins Goldene Jahrhundert, dessen Glanz in Amsterdam besonders hell erstrahlte. Historiker bezeichnen damit die Periode zwischen 1585 und 1672, in der die heutige niederländische Hauptstadt zur bedeutendsten europäischen See-, Handels- und Kolonialmacht avancierte, eine beispiellose wirtschaftliche und kulturelle Blüte erlebte und ihren Ruf als Metropole religiöser und kultureller Toleranz begründete.
Bereits bestehende Handelsbeziehungen mit dem Ostseeraum wurden intensiviert und schon bald weitete sich der Aktionsradius der Amsterdamer Kaufleute auf große Teile Europas und schließlich auch auf andere Kontinente aus. Ihre Schiffe befuhren nun das Mittel- und Nordmeer, segelten nach Indien und zum südostasiatischen Archipel, nach Mittel-, Süd- und Nordamerika, erreichten West- und Südafrika. Insbesondere der Import und die Verarbeitung von Tabak, exotischen Gewürzen wie Pfeffer, Muskatnüssen, Zimt und Nelken, aber auch Geschäfte mit dem Sklavenhandel katapultierten die nunmehr frühkapitalistisch organisierten und städtisch bzw. staatlich gestützten holländischen Kaufleute in die erste Reihe der europäischen Kolonialmächte. Die bis dahin führenden Länder Spanien und Portugal fielen gleichzeitig auf die hinteren Plätze zurück.
Tragende wirtschaftspolitische Rollen spielten die im Januar 1602 gegründete „Vereenigde Oostindische Compagnie“ (VOC), die den Asienhandel abwickelte, und die im Jahre 1621 assoziierte „Westindische Compagnie“ (WIC), die sich auf die Handelsbeziehungen mit dem (süd)amerikanischen und afrikanischen Raum verlegte.
Die VOC, deren Zusammenschluss maßgeblich auf die Initiative des Ratspensionärs Johan van Oldenbarnevelt und des Statthalters Moritz von Oranien zurückging, war eine Art frühe Aktiengesellschaft. Sie setzte auf die Ausschaltung der als gewinnmindernd erkannten gegenseitigen Konkurrenz und stattdessen auf den Aufbau eines weltweiten Handelsmonopols der niederländischen Kaufleute. Zu diesem Zweck wurde die Handelsgesellschaft, die zugleich als verlängerter Arm der antispanischen Politik im südostasiatischen Archipel agierte, mit staatlichen Kompetenzen ausgestattet: Sie war befugt, mit anderen Staaten Verträge auszuhandeln und abzuschließen, konnte Gouverneure einsetzen, Soldaten rekrutieren und letztlich über Krieg und Frieden entscheiden. Geleitet wurde sie von einem Gremium von „17 Heren“ (Heren Zeventien), das sich aus acht Amsterdamer Kaufleuten und ihren Berufskollegen aus Zeeland, Delft, Rotterdam, Hoorn und Enkhuizen zusammensetzte.
Ihre Anteilseigner gehörten mehrheitlich der wohlhabenden Amsterdamer Kaufmannsschicht an, die Aktien wurden an der Amsterdamer Börse gehandelt und die Gewinne seit 1640 ausschließlich in Geld ausgeschüttet. Zu den Bediensteten der VOC gehörten neben Kaufleuten Seeleute und Soldaten aus ganz Europa, Ärzte und calvinistische Prediger. Sie bildeten die Besatzung der Schiffe, erkämpften und verteidigten in den Kolonien, v. a. in Niederländisch-Indien (heute Indonesien), die niederländische Monopolstellung im Gewürz- und Luxusgüterhandel und beteiligten sich obendrein an innerasiatischen Geschäften, z. B. mit Japan und China. Dabei setzten sie gegebenenfalls auch militärische Mittel und Gewalt gegen konkurrierende Mächte und einheimische Eliten ein.
Die VOC existierte bis 1799 und war in erster Linie eine Handelsgesellschaft, die die Kolonisierung außereuropäischer Völker und Gewalt gegen europäische Konkurrenten als Mittel zum Zweck billigend in Kauf nahm. Dagegen war die bereits 1791 wieder aufgelöste „Westindische Compagnie“ von vornherein auf die Ausschaltung der spanischen und portugiesischen Gegner und auf Kolonienbildung angelegt. Sie war anfangs auf Kaperfahrten spezialisiert, von denen die Überwältigung der spanischen Silberflotte unter der Führung des bis heute als Helden gefeierten Piet Heyn im Jahre 1628 eine der spektakulärsten war. Später engagierte sich die WIC insbesondere in den Geschäftszweigen Plantagenwirtschaft, Gold- und Sklavenhandel. Dabei war ihr besonders an der massenhaften Zuckerproduktion in Brasilien und in Niederländisch-Guayana (heute Suriname) gelegen, das die Niederländer 1667 im Tausch gegen ihre 1625 gegründete nordamerikanische Niederlassung New Amsterdam, später New York, von den Briten erhalten hatten.
Zur Rekrutierung der Arbeitskräfte für die Zuckerplantagen fuhren die mit Tauschwaren bepackten Westindiensegler zunächst von Amsterdam an die westafrikanische Küste, um Sklaven an Bord zu nehmen. Von dort ging es weiter in die Karibik, wo man die menschliche Fracht ablieferte, die produzierten Erzeugnisse einlud und sie nach Holland verschiffte. Gewissermaßen als Nebenerwerb verkaufte die WIC auch Sklaven nach Nordamerika und handelte mit westafrikanischem Gold.
In Amsterdam selbst beflügelten der Nah- und der Fernhandel die Entwicklung nahezu aller Wirtschaftszweige. Schiffsbau und Stapelmarkt, die Veredelung und Produktion von Halb- und Fertigprodukten und der Kleinhandel auf lokalen und regionalen Wochenmärkten florierten. Nicht zuletzt, weil die Stadtverwaltung die ortsansässigen Gewerbetreibenden durch die Einrichtung von Börsen, einer Wechselbank, öffentlicher Waagen und Markthallen infrastrukturell unterstützte, übte der Standort Amsterdam große Anziehungskraft auf kapitalkräftige Investoren aus. Deren Unternehmungen schufen einen enormen Arbeitskräftebedarf, sodass die Stadt Ziel einer massenhaften Zuwanderung aus nah und fern wurde und im Jahre 1650 bereits 200.000 Einwohner zählte.
Kapitalanhäufung und Bevölkerungsexplosion erforderten die Ausdehnung des städtischen Territoriums und den Neubau von Wohnungen, sodass 1606 beschlossen wurde, die Stadt um den berühmten Grachtengürtel mit Heren-, Keizers- und Prinsengracht für die wohlhabenden Bürger und das Volksviertel Jordaan für die weniger Betuchten zu erweitern (→ auch „Stadtentwicklung“).
Wichtige Anlaufstelle für Stadthistoriker: Stadtarchiv De Bazel
Unter den kapitalstarken und geschäftssinnigen Einwanderern befand sich eine Reihe jüdischer Kaufleute aus Antwerpen, das - u. a. durch die Sperrung der verkehrstechnisch wichtigen Scheldemündung seitens der niederländischen Aufständischen - seine ökonomische Vormachtstellung inzwischen eingebüßt hatte. Spanische Besatzung und Rekatholisierung trieben die dort aus Angst vor der Inquisition aus Spanien und Portugal zugewanderten Juden nun abermals in die Flucht. Viele von ihnen fanden ihre dritte Heimat in Amsterdam, wo sie nun ihr beachtliches Vermögen, ihr kommerzielles Know-how und ihr kulturelles Potenzial einbrachten. Neben den Juden aus den südlichen Niederlanden und denen, die unmittelbar von der Iberischen Halbinsel in die holländische Hafenstadt gezogen waren, machten sich auch Glaubensbrüder aus Deutschland und Osteuropa auf den Weg in das „Jerusalem des Westens“.
Zwar waren die Juden in jener Zeit auch in Amsterdam nicht vollständig gleichberechtigt und etwa aus Zünften ausgeschlossen, doch wurden sie nicht wie anderswo in Europa in Ghettos ausgegrenzt oder gar an Leib und Leben bedroht. Deshalb pulsierte hier seit dem beginnenden 17. Jh. reges jüdisches Gemeindeleben, das mit mehreren großen Synagogen steinern dokumentiert ist.
Außer den Juden kamen Hugenotten und anderweitig religiös oder politisch Verfolgte nach Amsterdam, wo sich nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Erwägungen eine tolerante Variante des Calvinismus durchgesetzt hatte. Da einige der mächtigen Kaufleute und Welthandelspartner katholisch waren, wurden selbst Katholiken geduldet. Allerdings durften die ihre Gottesdienste nicht öffentlich abhalten, sodass sie ihre Messen in einer Reihe von sog. „Schlupf-“ oder „Speicherkirchen“, sprich hinter verschlossenen Türen oder auf Dachböden zelebrieren mussten.
Der enorme Wohlstand und die Weltläufigkeit der Amsterdamer Kauf- und Seeleute und die für die damalige Zeit ungewöhnliche weltanschauliche und religiöse Toleranz schufen ein Klima, in dem Malerei, Musik, Theater, Architektur und Literatur, Wohn- und Esskultur, Naturwissenschaft und Philosophie vielfarbig erblühten. Dafür stehen große Maler wie Rembrandt van Rijn und Frans Hals, der portugiesischstämmige Philosoph Baruch Spinoza, der Völkerrechtler Hugo Grotius, der berühmte französische Exilant René Descartes, der in Köln geborene niederländische Nationaldichter Jost van den Vondel, der aus Antwerpen zugewanderte Kartograf Willem Jansz Bleau oder der Architekt des Goldenen Jahrhunderts Jacob van Campen.
Vom Goldenen Jahrhundert zur Industrialisierung
Seit dem letzten Drittel des 17. Jh. bremsten innen- und außenpolitische Konflikte die rasante wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung, sodass Amsterdam seine exponierte Stellung als Handelsplatz allmählich einbüßte.
Bereits seit der Jahrhundertmitte schwelende Zwistigkeiten mit dem Statthalter Wilhelm II. von Oranien hatten dazu geführt, dass nach dessen Tod zwischen 1650 und 1672 kein neuer Statthalter eingesetzt wurde und stattdessen der Ratspensionär Johan de Witt die Geschicke der Republik lenkte. Unterdessen war es infolge der sog. „Navigationsakte“ des englischen Parlaments, die den englischen Handel stark begünstigte, zu zwei Seekriegen mit England gekommen. Während die Niederländer in der ersten Auseinandersetzung (1652-1654) unterlagen, gingen sie aus dem zweiten Krieg (1665-1667) dank Admiral de Ruyter siegreich hervor und schlossen anschließend in Breda Frieden mit England. Das Arrangement der beiden Mächte war jedoch nur von kurzer Dauer. Es endete, als die Engländer die französischen Truppen Ludwigs XIV. bei der versuchten Eroberung der spanischen Niederlande unterstützten und bei dieser Gelegenheit im Jahre 1672 auch Utrecht einnahmen. Innenpolitisch mündeten diese Ereignisse in die Ermordung Johan de Witts und die erneute Machtübernahme der Oranier, sodass 1672 Wilhelm III. von Oranien Statthalter und Oberbefehlshaber von Heer und Flotte wurde. Letztere zog von 1672 bis 1674 unter dem bewährten Kommando der Admirale de Ruyter und Tromp erfolgreich in den dritten Seekrieg mit England, dem eine Phase der Gleichgewichtspolitik zur gemeinsamen Abwehr der französischen Bedrohung folgte.
Die Oranier hatten vorerst wieder ausgedient, als nach dem Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) die ehemals spanischen Niederlande an Österreich fielen und die Republik das Fürstentum Oranien an Frankreich abtreten musste. So folgte ab 1702 abermals eine statthalterlose Periode, bis zunehmende Misswirtschaft und Korruption 1747 ein weiteres Mal in eine Volksbewegung zugunsten eines Oraniers mündeten. Doch auch Wilhelm IV. konnte den wirtschaftlichen und politischen Verfall der niederländischen Republik nicht aufhalten, zumal sie sich im vierten Seekrieg mit England (1780-1784) eine desaströse Niederlage leistete.
Als die französischen Truppen 1795 die seither „Belgien“ genannten österreichischen Niederlande annektiert hatten und sich anschließend gen Holland bewegten, floh der inzwischen nachgerückte Wilhelm V. nach England. Das unter dem geistigen Einfluss von Aufklärung, amerikanischer Unabhängigkeitsbewegung und Französischer Revolution zur „Patriotenbewegung“ formierte und bis dahin von Wilhelm V. in Schach gehaltene Bürgertum rief derweil die „Batavische Republik“ aus. Obwohl sie in den folgenden Jahren von zahlreichen Staatsstreichen erschüttert wurde, brachte die bürgerliche Republik eine Reihe von demokratischen Reformen auf den Weg, darunter Wahlen zur Nationalversammlung, die Trennung von Staat und Kirche und die volle rechtliche Gleichstellung der jüdischen Bürger.
1805 ließ Napoleon ihre Verfassung ändern, um zunächst dem Ratspensionär die alleinige Macht zu erteilen und ein Jahr später seinen Bruder Ludwig als „König von Holland“ zu inthronisieren. Als der sich jedoch bei seinen Untertanen allzu beliebt machte und zu ihrem Wohle auf eine Blockadepolitik gegen England verzichten wollte, gliederte Napoleon die Niederlande kurzerhand dem französischen Kaiserreich an.
Grachtenvilla der Willet-Holthuysens
(heute Museum)
Nach der gesamteuropäischen Niederlage der Franzosen legten die Holländer ihr Schicksal ein weiteres Mal in die Hände der Oranier. Sie riefen den Sohn des letzten Statthalters, Prinz Wilhelm VI., aus dem englischen Exil zurück und ernannten ihn am 2. Dezember 1815 sogar zum König. Als König Wilhelm I. herrschte er zunächst über die gesamten Niederlande, weil es infolge des Wiener Kongresses zur Wiedervereinigung mit Belgien und der Angliederung der Grafschaft Limburg (heute Luxemburg) gekommen war. Nachdem die holländischen Dominanzbestrebungen in Sprach- und Glaubensfragen in den südlichen Niederlanden schon bald auf heftigen Widerstand gestoßen waren, proklamierte eine Allianz belgischer Katholiken und Liberaler jedoch schon 1830 die belgische Unabhängigkeit. Das geschah unter der Protektion Englands und des wieder erstarkten Frankreichs, sodass sich die Niederlande nach anfänglicher militärischer Gegenwehr („Zehntägiger Feldzug“) schließlich mit der Abspaltung Belgiens arrangieren mussten.
Industrialisierung
Nachdem König Wilhelm I. im Jahre 1840 seinem Sohn die Regierungsgeschäfte übertragen hatte, wandelten sich die Niederlande unter dem Druck der Liberalen von einer absolutistischen zu einer konstitutionellen bzw. parlamentarischen Monarchie.
Unter der Regie des Leidener Professors Rudolf Thorbecke wurde ein neues Grundgesetz erarbeitet, das die Rechte des Königs erheblich einschränkte und mit einem parlamentarischen Zweikammersystem, Religions-, Presse- und Versammlungsfreiheit demokratische Strukturen etablierte. Auf dieser gesetzlichen Grundlage konstituierten sich in der zweiten Hälfte des 19. Jh. liberale, konfessionelle (darunter nun auch wieder katholische) und sozialistische Gewerkschaften und Parteien, wohingegen sich die Kommunisten erst zu Beginn des 20. Jh. organisierten.
Engagiert für Demokratie:
Rudolf Thorbecke
Durch die beginnende Industrialisierung ging es in ökonomischer Hinsicht wieder steil bergauf, sodass Amsterdam erneut eine exponierte Stellung unter den europäischen Metropolen einnahm. Der Hafen von Amsterdam profitierte nicht zuletzt von den Gründerjahren im 1871 konstituierten Deutschen Reich, vor allem durch seine Nähe zu dessen industriellem Ballungsraum Ruhrgebiet. Zur reibungslosen Abwicklung lukrativer Transportgeschäfte und Handelsaktivitäten wurde der Erweiterung des Verkehrsnetzes besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Nachdem schon 1839 die erste Bahnlinie zwischen Amsterdam und Haarlem gezogen worden war, wurden zwischen 1860 und 1870 Schienen nach Deutschland und Belgien verlegt. 1876 folgte dann die Eröffnung des Nordseekanals.
Die Finanzierung der Verkehrswege erfolgte auf dem Rücken der verbliebenen Kolonien, v. a. in Niederländisch-Indien (Indonesien). Seit man dort 1830 das sog. „Kultursystem“ eingeführt hatte, mussten die Bauern, die bis dahin für die Nutzung von Grund und Boden Pachtzinsen an die niederländische Regierung entrichtet hatten, nun ein Fünftel des Landes mit zudem teuer zu versteuernden Exportprodukten bebauen. Die wurden von den Niederländern profitabel vermarktet, während die Menschen in den Kolonien infolge der nun monokulturell geprägten Landwirtschaft - wieder zum Wohle der Niederländer sowie lokaler Eliten - von der Einfuhr von Industrieprodukten abhängig wurden.
Als man das Kultursystem 1870 zugunsten des Prinzips der freien Arbeit wieder abschaffte, profitierten wiederum die Privatunternehmer der Kolonialmacht. Erst als sich die Bewohner Sumatras im „Atjeh-Krieg“ (1873-1904) gegen die koloniale Ausbeutung erhoben, schwenkte man im Mutterland auf die sog. „ethische Politik“ um, die den Kolonien größere politische Mitspracherechte einräumte.
In den Niederlanden selbst und v. a. im Ballungsraum Amsterdam kamen unterdessen die negativen Begleiterscheinungen der Industrialisierung zum Tragen. Überlange Arbeitszeiten, Kinderarbeit, Landflucht und städtische Überbevölkerung, Mangel an Wohnraum und entsprechend elende Lebensverhältnisse führten zu Unmut in der Bevölkerung. Soziale Unruhen wie der Amsterdamer „Aalaufstand“ und wiederholte Gewerkschaftsproteste zwangen die Regierung zur Verabschiedung von Sozialgesetzen und die Stadtverwaltung Amsterdams zur Lösung der brennenden Wohnungsprobleme. Nachdem bereits im ausgehenden 19. Jh. der Bau neuer Arbeiterviertel forciert worden war, schuf das im Jahre 1901 in Den Haag verabschiedete holländische Volkswohnungsbaugesetz die Voraussetzungen für den seit 1902 unter der Federführung des Architekten Hendrik Petrus Berlage eingeleiteten „Erweiterungsplan Süd“. Das darin begründete Konzept eines sozialen Wohnungsbaus wurde in den folgenden Jahren von den Architekten der „Amsterdamer Schule“weiterentwickelt und erlangte europäischen Modellcharakter. Es wurde praktisch umgesetzt, während man anderswo auf dem Kontinent den Schutt vom Ersten Weltkrieg abräumte, von dem die Niederlande aufgrund ihrer außenpolitischen Neutralität weitgehend verschont geblieben waren.
Vom Ersten zum Zweiten Weltkrieg
Von den Folgen der Weltwirtschaftskrise wurden sie dagegen ebenso hart getroffen wie das üxbrige Europa. Eine enorm hohe Arbeitslosigkeit (33 %) rief auch hier extreme Parteien von rechts und links auf den Plan. Eine davon war die 1931 von Anton Mussert gegründete, ideologisch zunächst am italienischen Faschismus orientierte „Nationaal-Socialistische Beweging“ (NSB). Schon bei der Provinzialwahl von 1935 konnte sie einen erklecklichen Wahlerfolg verzeichnen und 8 % der Stimmen auf sich vereinigen, worauf sie sich radikalisierte und allmählich auch einen antisemitischen Kurs einschlug. Angesichts der inzwischen verbesserten Wirtschaftslage und infolge einer Reihe antifaschistischer Kampagnen büßte sie allerdings schon bald wieder an Bedeutung ein, bis sie sich nach dem Einmarsch der Deutschen als deren wichtigste Kollaborationspartnerin profilierte.
Der deutsche Einmarsch erfolgte am 10. Mai 1940, und zwar ungeachtet der Tatsache, dass die Niederlande nach wie vor ihre Neutralität bekundeten. Die damals amtierende Königin Wilhelmina floh nebst Regierung am 13. Mai ins englische Exil und bereits zwei Tage später folgte die Kapitulation der unvorbereiteten und schlecht ausgerüsteten niederländischen Truppen.
Zu Ehren der Opfer des Zweiten
Weltkriegs: Nationaal Monument
Weil die Niederländer als „germanisches Brudervolk“ galten und man von ihrer raschen Nazifizierung ausging, sah die Besatzungsmacht von der Etablierung einer Militärverwaltung ab und betraute den zivilen „Reichskommissar“ Arthur Seyss-Inquart mit der „nationalsozialistischen Überzeugungsarbeit“ vor Ort. Sie verzichtete zunächst auch auf Parteienverbote und die Einschränkung der Pressefreiheit und ließ während des Einmarsches inhaftierte Kriegsgefangene sofort wieder frei.
Auf der anderen Seite formierten sich Widerstandsgruppen unterschiedlicher weltanschaulicher Couleur. Sie druckten und verteilten illegale Zeitungen, Flugschriften und Lebensmittelmarken, beschafften den Verfolgten falsche Papiere, verübten kleinere Sabotageakte und organisierten größere Streiks. Viele Niederländer bewiesen im Stillen ihre Solidarität mit jüdischen Nachbarn und Freunden, indem sie diese in ihren Häusern versteckten und versorgten. Die Deutschen beantworteten den starken Widerstand zur Jahreswende 1944/45 u. a. mit einem Lebensmittelembargo über die großen Städte, das 10.000 Niederländer mit dem Leben bezahlten. Nach dem „Hungerwinter“ sollte es noch ein knappes halbes Jahr dauern, bis die kanadischen Befreier in Amsterdam einzogen und die Deutschen am 5. Mai 1945 kapitulierten.