Präambel

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Produkt-ISBN: 9783956543210
Inhaltsverzeichnis
Chalkidikí - die Vorschau
Hintergründe & Infos
Landschaft und Klima
Pflanzen- und Tierwelt
Traditionen im Umbruch
Wirtschaft
Geschichte
Vor- und Frühgeschichte
Kolonisierung und Blüte der Chalkidikí
Perser, Athener und Spartaner herrschen über die Chalkidikí
Makedonische Epoche/Hellenismus
Römische Epoche
Byzantinische Epoche
Osmanische Herrschaft und griechischer Freiheitskampf
Griechenland vom 20. Jahrhundert bis heute
Anreise
Mit dem Flugzeug
Auf dem Landweg über den Balkan
Mit Auto, Motorrad, Bahn oder Bus nach Italien
Fähren Italien - Griechenland (Igoumenítsa)
Ankunft in Igoumenítsa
Routen von Igoumenítsa nach Thessaloníki
Zwischenstopps auf der Anreise
Metéora-Klöster
Kalambáka und Kastráki
Berg Olymp/Litóhoro
Díon (Ausgrabungsstätte), Pieria
Unterwegs auf der Chalkidikí
Mit Auto und Motorrad
Mit dem Bus
Mit dem Fahrrad
Wissenswertes von A bis Z
Ärzte, Apotheken
Baden
Diebstahl
Diplomatische Vertretungen
Feste und Feiertage
Landesweite Feiertage
Lokale Feierlichkeiten
Filmen und Fotografieren
Geld
Haustiere
Information
Landkarten
Mietfahrzeuge
Notfall
Öffnungszeiten
Parken
Post
Reisedokumente
Radio
Taxi
Telefonieren
Toiletten
Uhrzeit
Zeitungen
Zoll
Essen und Trinken
Chalkidikí - Reiseziele
Thessaloníki (Saloníki)
Rund um den Weißen Turm
Die Stadtmauer
Die obere Altstadt
Römische Bauten in der Altstadt
Weitere sehenswerte Kirchen
Museen
Die Universität
Praktische Informationen
Ausflüge von Thessaloníki
Vergína
Pélla
Von Thessaloníki auf die Chalkidikí
Ágia Triáda
Angelohóri
Néa Michanióna
Epanomí
Néa Kallikratía
Petrálona
Tropfsteinhöhle von Petrálona (Kókkines Pétres)
Néa Moudaniá
Kassándra
Néa Potídea
Aktí Sáni
Néa Fokéa
Áfitos
Kallithéa
Kriopigí
Kassandrinó
Políhrono (Políchrono)
Haniótis (Chaniótis)
Pefkohóri (Pefkochóri)
Palioúri/Hroússou
Im Süden von Kassándra
Néa Skióni
Móla Kalíva und Umgebung
Kalándra
Posídi und Umgebung
Foúrka
Skála Foúrkas
Sivíri
Kassándria
Zwischen Kassándra und Sithonía
Das antike Ólinthos
Polígiros
Gerakiní
Psakoúdia Beach
Vatopédi und Umgebung
Metamórfosi und Metamórfosi Beach
Sithonía
Nikíti (Nikítas)
Südlich von Nikíti
Parthenónas
Néos Marmarás
Pórto Karrás
Toróni
Pórto Koufó
Die Südspitze von Sithonía
Bucht von Kalamítsi und Umgebung
Kriarítsi Beach
Skála Sikiás, Valtí Beach
Sikiá
Sárti
Zwischen Sárti und Vourvouroú
Vourvouroú und Umgebung
Órmos Panagiás
Ágios Nikólaos
Zwischen Sithonía und Ágio Óros
Pirgadíkia
Ierissós
Néa Róda
Ágio Óros
Tripití
Ouranoúpoli
Insel Ammoulianí
Ammoulianí-Ort
Baden und weitere Ziele auf Ammoulianí
Áthos von außen
Berg Áthos, die Mönchsrepublik
Unterwegs auf dem Áthos
Wandern auf dem Áthos
Zu Gast in einem Áthos-Kloster
Geschichte des Athos
Die Klöster und Orte auf Áthos
Das Gebirgsland der Chalkidikí
Stratoníki und Stágira
Megáli Panagía
Arnéa
Galátista
Kloster Agías Anastasías Farmakolitrías
Die Ostküste der Chalkidikí
Stratóni
Zwischen Stratóni und Olimbiáda
Olimbiáda (Olympias)
slowheadless20bold.gif Rundgang auf der Halbinsel Liotópi: Das antike Stágira
Weiter nach Norden und Richtung Thessaloníki
Kleiner Wanderführer durch die Chalkidikí
Wanderung 1: Von Aktí Sáni zum Bousoulas-Feuchtbiotop
Wanderung 2: Von Kriopigí nach Kassandrinó
Wanderung 3: Von Políhrono zum Schildkrötensee Mavrobara
Wanderung 4: Auf dem Höhenwanderweg von Ágios Paraskeví zum Bergdorf Foúrka
Wanderung 5: Von Nikíti nach Ágios Nikólaos
Wanderung 6: Adlerhorst-(Rad-)Tour bis Pórto Karrás
Wanderung 7: Tausend Buchten entlang der Westküste bis Tristínika (1. Etappe)
Wanderung 8: Luftmatratzen und Kultur von Tristínika nach Pórto Koufo (2. Etappe)
Wanderung 9: Zur Áthos-Grenze
Etwas Griechisch
Index
Alles im Kasten
Waldbrände
Der Olivenbaum
Das Deutschlandbild der Griechen
Die Mademochoria
Paulus in Thessaloníki
Thessaloníki, die ewige Zweite
Jüdische Tradition in Thessaloníki
Moni Lazariston
Griechischer Wein ...
Das antike Potídea
Aalfang à la Fokéa
Kampf der Giganten
Kultursommer auf Kassándra
Die theokratische Republik Áthos
Vom Leben als Mönch
Eine moderne Revolte
Áthos-Wein dank Perestroika
Dreigestirn der Philosophie
Naturschutzgebiet Mavrobara
Kartenverzeichnis
Amolianí
Antikes Stágira
Bergland und Ostküste
Chalkidiki Übersicht
Dodóna
Haniótis
Kassándra
Kloster Zygos
Metéora
Metroplan Thessaloniki
Mönchsrepublik Áthos
Néos Marmarás
Olinthos
Pélla
Polígiros
Sithonía
Thessaloniki Innenstadt
Von Igoumenítsa bis Thessaloníki
Wanderung 1
Wanderung 2
Wanderung 3
Wanderung 4
Wanderung 5
Wanderung 6
Wanderung 7
Wanderung 8
Wanderung 9
Westküste
Zusätzliche Informationen
Ökotipp: Mit diesem Hinweis haben unsere Autoren Betriebe hervorgehoben, die sich bemühen, regionalen und nachhaltig erzeugten Produkten den Vorzug zu geben.
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Schreiben Sie an: Andreas Neumeier, Stichwort „Chalkidiki“
c/o Michael Müller Verlag GmbH | Gerberei 19, D - 91054 Erlangen andreas.neumeier@michael-mueller-verlag.de
Vielen Dank! Meine besondere Sympathie und mein Respekt gelten den Griechinnen und Griechen, die durch ihre Unterstützung bei der Recherche mitgewirkt haben.
Vielen Dank für Tipps und Informationen an: Fritz Joast, Virgen; Karl Leiner, Franz Holzer; Christian Krenz; Margot Werner; Annette Anderson; Wolfgang Duma; Angela und Marcel Miertzschke; Adalbert Hagspiel; Oliver Natkowski; Barbara Wagner; Tanja Wilhelm; Tom Fleischhauer; Karla Ludwig; Thomas Stutz; Ulrich Wildhövel; Christoph Groll; Hanne Tügel; Sandra Bachfischer; Jutta Lattrich; Caroline Hamm; Annette Thoms und Jochen Ziggert; Hans Schörg, Eugen Knollmüller; Martina Schulte; Uwe Weber; Reinhard Pfau; Carola Hamm; Ulla Wulff; Uschi Esser; Doris Deißenberger; Hildegard Peter; Monika Tschenett; Wolfgang Reiter; Herbert Hoffmann; Gernot Weskott; Heidi und Markus Dreier; Eike Kaim; Dagmar Priggert-Eiser, Heidi und Markus Dreier; Astrid Bargehr, Michaela Erff, Marita Wallbaum, Bärbel und Katharina Knoll, Familie Mospointner, Manuel Wondrak, Uschi Esser, Sophia Konstantinidou, Rita Dickhut, Melanie Adelberg, Susanne Tröller, Simone und Alexander Pavel, Rita Metul, Ingrid und Klaus Fährer, Familie Brandt, Familie Köster,
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Impressum
Text und Recherche: Andreas Neumeier Lektorat: Sabine Senftleben Redaktion: Annette Melber Layout: Anja Krapat, Bintang-Buchservice, Berlin Karten: Judit Ladik, Michaela Nitzsche, Arne Rohweder (Panoramakarte S. 50/51) Fotos: Andreas Neumeier Covergestaltung: Karl Serwotka Covermotive: oben: Kap Áthos, unten: Kloster Dochiariou (beide Andreas Neumeier)
7. Überarbeitete und aktualisierte Auflage 2015
Unterwegs mit Andreas Neumeier
Meine ersten Eindrücke von der Chalkidikí hatte ich 1974 als Kind auf einer Urlaubsfahrt, als in Griechenland gerade sieben Jahre Militärdiktatur zu Ende gingen. Eine abenteuerliche Reise unter Menschen, denen man die jahrelange Einschüchterung durch die Junta ebenso von den Gesichtern ablesen konnte wie den unbedingten Reformwillen für ihr „neues“ Griechenland. Berührungsängste mit uns Deutschen gab es dabei nie, im Gegenteil: Um uns auf einer Schotterstraße eine Zufahrt mit dem Auto zum Meer zu schaffen, packte der halbe Ort mit an, um mit Schaufeln die Straße zu begradigen. Zu gern erinnere ich mich an den alten Panagiótis in Tristínika, der uns, wenn wir auf Erkundigungstour mit den Rucksäcken vorbeikamen, so viele Trauben von seinem Feld zusteckte, dass wir sie kaum tragen konnten. Oder Stávros von der Taverne in Toróni, der immer einen guten Besichtigungstipp parat hatte. Die schrullige Taverne hat noch immer die alten Holztische von damals, Panagiótis’ Sohn verkauft heute mit seinem Pick-up das Obst an die Urlauber auf den Campingplätzen, und die Straße zu unserem Strand ist längst geteert. Die liebenswerte Einstellung der Bevölkerung gegenüber Besuchern finden Sie hier vielerorts noch genau wie vor vielen Jahren. Ich wünsche Ihnen viele persönliche „Abenteuer“ auf der Chalkidikí!
Zusätzliche Karten
Chalkidikí - die Vorschau
Inhaltsverzeichnis
Schöne Orte und typische Architektur
Kultur und Kunstgeschichte
Wandervögel und andere Naturfreunde
Ungewöhnliches und Kurioses
Zwischen Himmel und Erde
Sonne und Wasser
Aktivurlaub für Groß und Klein
Schöne Orte und typische Architektur
Durch den Erzabbau und rege Handelsbeziehungen während der türkischen Besatzung erlebten die abgelegenen Bergdörfer der nördlichen Chalkidikí zu jener Zeit eine regelrechte Blüte. Häuser, zwei- und dreigeschossig mit Fachwerk und Mauern aus Tonerde oder Stein, spiegeln den damaligen Wohlstand noch heute wider. Zahlreiche schöne Bauwerke dieser Art finden Sie beispielsweise im hübschen Bergdorf Arnéa, das sich bis vor wenigen Jahren dem Weberhandwerk verschrieben hat. „Bandes“ heißen die kunstvoll gefertigten Wandteppiche, die in der Region zusammen mit den „Koureloudes“ (Flickenteppiche) auch für Ihr Zuhause zum Kauf angeboten werden.
Kultur und Kunstgeschichte
Genießen Sie am besten gleich zweimal Aristoteles. Lange Zeit konnten sich nämlich die beiden Orte Stratoníki in den Bergen und Stágira am Meer nicht einigen, welcher denn nun der Geburtsort des Philosophen ist. In Stratoníki wurde für alle Fälle ein überlebensgroßes Marmorstandbild des berühmten antiken Denkers errichtet. Das Tauziehen um den Besucherzustrom hat freilich Stágira für sich entschieden, seit hier die Reste der antiken Stadt entdeckt wurden, in der der Philosoph gelebt hatte. Freigelegt wurde neben zahlreichen Gebäudefundamenten und Rundtürmen auch die Akrópolis. Mit etwas Glück kann man bei den Ausgrabungsarbeiten zusehen und einen Spaziergang auf antikem Boden unternehmen. Gleiches gilt für die unvergleichliche Ausgrabung von Ólinthos, dessen klar strukturierter Stadtgrundriss in ganz Griechenland einzigartig ist.
Wandervögel und andere Naturfreunde
Getrost kann man die griechische Spöttelei ignorieren, dass nur „Esel und Bauern zu Fuß unterwegs sind“ - nämlich um im Wald Brennholz zu sammeln. Die Wandermöglichkeiten auf der Chalkidikí sind sehr gut. Dabei möchten wir Ihnen aber nahelegen, die im Buch vorgestellten Wanderungen nicht gerade in der Mittagshitze des Hochsommers zu unternehmen. Andere wichtige Tipps und Informationen finden Sie bei den Routenbeschreibungen, nur so viel sei schon verraten: Sie finden eine prächtige Blütenpracht, duftende Pinienhaine, einzigartige Fotomotive und immer wieder gute Rastmöglichkeiten.
Ungewöhnliches und Kurioses
... finden Sie z. B. in den bizarren Sandsteinfelsen nahe dem Küstenort Toróni auf der Halbinsel Sithonía. Die Bewohner sind hier nicht nur stolz auf den kilometerlangen Sandstrand, sondern auch auf ihr kulturelles Erbe. Eine alte Festungsanlage bildet gleichsam den Abschluss der Badebucht. Den dazugehörenden Hafen finden Sie dagegen nur bei eingehender Suche - mit Taucherbrille und Schnorchel unter Wasser. Eindrucksvoll präsentiert sich auch die Bucht von Pórto Koufó, die „taube Bucht“, wie sie in der Antike genannt wurde. Sie bildet nicht nur den größten Naturhafen Griechenlands, überraschenderweise hört man hier wegen der umliegenden Hügel nicht das geringste Meeresrauschen.
Zwischen Himmel und Erde
Neben dem im Anreiseteil beschriebenen Abstecher zu den weltberühmten Metéora-Klöstern lohnt eine ganze Reihe von orthodoxen Kirchen und Klöstern einen Besuch. Vom eher schlichten Kloster Ósios Ioannoú bei Pefkohóri, dem prächtig ausgestatteten Kloster Ágios Anastasías Farmakolítrias bei Galátista bis hin zu Hunderten von sehenswerten Gotteshäusern in der Metropole Thessaloníki ist die Auswahl grenzenlos. Ein Muss sind in jedem Fall die festungsartig ausgebauten Klosteranlagen der autonomen Mönchsrepublik Athos, die ihre Mönche schon seit über tausend Jahren gegen Plünderungen und Piratenüberfälle schützen. Die Fahrt mit einem Ausflugskaiki entlang der Athosküste, etwa von Órmos Panagiás, zählt zu den Highlights auf der Chalkidikí.
Sonne und Wasser
Nicht ohne Grund besitzt die Chalkidikí das Image der Campinghalbinsel. Auf über 500 km Küste locken zahlreiche kilometerlange Sandstrände. Auch wenn es an den Wochenenden durch Tagesausflügler aus Thessaloníki etwas enger wird, hier findet jeder sein Plätzchen, sei es die abgelegene Badebucht oder der belebte Beach mit Wassersportmöglichkeiten und Bars. Es ist unmöglich, hier nur ein paar herauszustellen. Inmitten sehenswerter Landschaft und mit einzigartigem Blick hinüber zum Gipfel des Áthos empfiehlt sich sicher die grüne Insel Ammoulianí, die mit kleinen Satelliteninselchen und feinstem Sand aufwartet. Die gleiche Badequalität finden Sie auch bei Vourvouroú inmitten eines Labyrinths von Inseln und Sandbänken, die auch im Sommer keineswegs überlaufen sind.
Aktivurlaub für Groß und Klein
Sonne, Sand und mehr ... Wen nach einer Woche Sandburgen bauen, im Meer planschen und Bananaboat fahren die Abenteuerlust packt, der findet für Kinder und Familie zahlreiche Möglichkeiten. Im Aristoteles-Erlebnispark in Stágira können Jung und Alt mit physikalischen Gerätschaften Phänomene nachvollziehen, die schon vor 2000 Jahren erforscht wurden. Keine Langeweile kommt auch bei den Toroneos-Fahrten auf, die von mehreren Küstenorten angeboten werden. Die dickbäuchigen Piratenschiffe kreuzen an der Küste und bieten immer wieder Stopps mit Bademöglichkeiten an. Wer seine Bootsfahrt lieber individuell gestalten will, kann in Órmos Panagiás ein Kaiki mieten und damit die Athosküste besichtigen oder abgelegene Badestrände ansteuern.
Die Kókkines-Pétres-Höhle bei Petrálona zählt aufgrund ihrer ausgeprägten Tropfsteinfiguren und einiger spektakulärer Funde zu den sehenswertesten Höhlen von ganz Griechenland. Die angenehme Temperatur und ein nicht anstrengender 30-minütiger Rundgang machen den Besuch zum Vergnügen.
Last but not least: Nach einer Besichtigungstour in Thessaloníki bietet sich ein Abstecher ins Spaßbad Waterland nahe dem Flughafen von Saloníki an: Badevergnügen mit Riesenrutschen, Wellenbecken, Pirateninsel und einem künstlichen Fluss mit Schlauchbootfahrten auf einem 150.000 m² großen Areal.
Hintergründe & Infos
Frühlingserwachen beim Áthos-Kloster Panteleímonos
Landschaft und Klima
Inhaltsverzeichnis
Pflanzen- und Tierwelt
Traditionen im Umbruch
Wirtschaft
Primärer Wirtschaftssektor in Griechenland - der Fischfang
Der Blick der Chalkidier ist seit jeher auf das Ägäische Meer gerichtet. Wie ein riesiger Brückenkopf ragt die Halbinsel hinaus ins Blau, Teil eines uralten Faltengebirges, das einst Europa mit Kleinasien verband. Die mitteleuropäischen vier Jahreszeiten sind hierher nicht ohne weiteres übertragbar. Zutreffender ist es, von drei Vegetationsperioden zu sprechen.
Plattenverschiebungen und Vulkanausbrüche im Jungtertiär zertrümmerten diese Gebirgskette, die zunächst im Meer versank, später aber wieder angehoben wurde. Dabei entstanden durch Überflutung die tief eingeschnittenen Buchten des Kolpos Kassandras und des Kolpos Agiou Orous mit ihren beliebten Stränden. Die Ausläufer der Áthos-Gebirgskette bilden heute die Inseln Límnos und Lesbos vor der türkischen Küste.
Die große Ausdehnung der Chalkidikí - von Néa Kallikrátia an der Westküste bis Stratóni im Osten sind es immerhin 101 Straßenkilometer - gibt dem Inneren der Halbinsel ein gemäßigt kontinentales Klima, während die Küsten vom Mittelmeerklima geprägt sind. Dadurch entsteht das für die Chalkidikí typische Klima, das seine Besucher zu schätzen wissen und das für dicht bewachsene Bergzüge im Wechsel mit fruchtbaren Ebenen sorgt. Vor allem die Winter sind regenreich, stürmisch und empfindlich kühl. Nicht selten fällt auch Schnee, der in den Bergen manchmal bis März/April liegenbleibt.
Nach der winterlichen Regenperiode beginnen Anfang März die Obstbäume auszutreiben. Daran schließt sich die farbenprächtigste Zeit des Jahres an. Selbst dort, wo die Sommerurlauber sonst am Strand ihre Handtücher ausbreiten, ist der Sand überzogen von Blütenteppichen und niedrigen Gewächsen. Und im Gegensatz zum Süden des Landes bleibt diese Blütenpracht etwas länger erhalten, denn richtig warm wird es hier erst im Juni und Juli.
Tageshöchstwerte
Tagestiefstwerte
Blüte- und Reifezeit
März bis Mai
18-22 °C
10-14 °C
Trockenzeit
Juni bis Oktober
26-32 °C
18-22 °C
Regenzeit
November bis Februar
13-15 °C
4-10 °C
Daher ist es verständlich, dass die Campingplätze in der Regel nicht vor Mai geöffnet sind und die Urlaubssaison (sieht man vom griechischen Osterfest ab) erst danach beginnt. Eine relativ lange Sommerperiode entschädigt dann aber für den kalten Winter. Bis in den Oktober hinein ist es tagsüber angenehm warm, und auch die Wassertemperaturen tun dem Badevergnügen noch keinen Abbruch. Dafür werden die Tage schon wieder deutlich kürzer und die Nächte kühl und feucht. Dann kann es auch immer wieder zu kurzen Schauern kommen, und gegen die kräftigen Winde mit 6-7 auf der Beaufort-Skala sollte man eine Jacke dabeihaben.
Die Chalkidikí im Überblick
Größe/Lage: Die wunderschöne und eigenartig geformte Halbinsel Chalkidikí liegt im südöstlichen Teil der griechischen Region Makedonien. Mit einer Gesamtfläche von 2945 km² ist die Chalkidikí nach dem Peloponnes die zweitgrößte Halbinsel Griechenlands. Ihre Länge beträgt 110 km, die Breite 92 km. Mit 521 km Küstenlänge besitzen die drei Finger der Chalkidikí zusammen die längste Küstenstrecke aller Festlandsregionen Griechenlands.
Bevölkerung: Die Chalkidikí zählt rund 109.000 Einwohner, von denen nur 6500 Einwohner im Hauptort Polígiros leben.
Wichtige Orte: Polígiros - wirtschaftliches Zentrum mit dörflichem Charakter, bleibt weitab der Touristenstrände nahezu unbeachtet. Néa Moudaniá - ursprünglich wichtige Marktstadt mit großem Fischerhafen. Haniótis - Urlaubsort mit internationalem Zuspruch, aber durchaus mit Charme und Ambiente. Néos Marmarás - lebendiger Touristenort mit guten Einkaufs- und Übernachtungsmöglichkeiten. Ouranoúpoli - Ausgangshafen für Pilger und Besuchsfahrten entlang der Mönchsrepublik Áthos und zur Insel Ammoulianí. Stratóni - verschlafener Küstenort und Reiseziel für Individualisten, feiner Sandstrand und kaum Infrastruktur. Olimbiáda - beliebter Badeort unweit der Ausgrabungen der antiken Stadt Stágira, die von den Sonnenhungrigen kaum wahrgenommen werden. Arnéa - traditionelles Bergdorf mit Obst- und Weinbau und dem Verkauf von Wollteppichen, durch seine Nähe zum Geburtsort von Aristoteles viel besucht.
Straßen: Gut ausgebaut sind die Hauptrouten von Thessaloníki zu den drei Fingern der Chalkidikí und an die Ostküste. Unproblematisch auch die „Ringstraßen“ auf Kassándra und Sithonía, allerdings ist mit unübersichtlichen und kurvenreichen Streckenabschnitten zu rechnen! Mit voll beladenem Pkw nicht zu befahren sind einige Küsten- und Inlandsstrecken. Mountainbiker finden hier noch viele Schotterpisten und Forstschneisen, die sich auch zum Wandern eignen.
Entfernungen ab Polígiros: Thessaloníki 69 km, Höhle von Petrálona 51 km, Néa Moudaniá 29 km, Néa Skióni 82 km, Néos Marmarás 58 km, Toróni 80 km, Néa Róda 53 km, Stavrós 100 km.
Durch die Anbindung an das makedonische Festland und den dennoch ausgeprägten Inselcharakter mit hohen Gebirgszügen regnet es im Sommer häufiger als in anderen Landstrichen Griechenlands. Leichte Bewölkung oder kurze Gewittergüsse kommen immer wieder vor. Meist ist der Himmel jedoch wolkenlos blau, und in der Mittagszeit klettert das Quecksilber nicht selten auf 30-35 °C. Ein frischer Wind vom Meer sorgt in den Küstenregionen jedoch dafür, dass sich diese Temperaturen gut ertragen lassen. Bei anhaltenden Trockenperioden erhöht sich auch die Waldbrandgefahr(→ )S. 22. Bitte denken Sie daran, wirklich alles zu unterlassen, was zu Bränden führen kann (v. a. offenes Feuer, weggeworfene Zigaretten usw.).
Umweltbewusstsein
Schlicht gesagt: Es ist noch nicht weit her damit. Zwar gibt es das Baumsterben und ähnliche Katastrophen auch in Griechenland, doch mit südländischer Unbeschwertheit ignorieren die Griechen die Bedrohung ihrer Umwelt.
Treibgut - leidiges Übel manch abgelegener Strände
Doch die Probleme der Umwelt beschäftigen die Griechen auch stärker denn je. Zum Beispiel die Wasserknappheit: Wenn sich im Sommer die Temperaturen nicht selten über die 40°C-Marke schrauben, wird es eng mit den Wasservorräten. Sicherlich müssen die Felder der Landwirte - und hier vor allem die Baumwollkulturen -vermehrt gesprengt werden, Trinkwasser und Körperpflege erfordern höheren Wasserverbrauch. Aber manche Unsitte lässt sich nur langsam abstellen: Campingplätze mit Auto-Waschplätzen, Windsurfer, die täglich ihr gesamtes Material mit Süßwasser abwaschen, der „Brauch“, an heißen Tagen die Gehsteige mit dem Schlauch stundenlang zu besprühen in der irrigen Annahme, dass es dadurch kühler würde.
Laufende Automotoren für die Klimaanlage, das Thema Müllentsorgung und illegale Mülldeponien, das Grundwasser verschmutzende Abwässer, die nicht selten ungefiltert ins Meer geleitet werden, der Tankstellenbesitzer, der in einer flüchtig ausgehobenen Grube Autoreifen und Ölkanister verschwinden lässt, Abfälle, die sich am Straßenrand häufen ... Zu all dem kommen ein offensiver Straßenbau und Waldbrände, die starke Erosionen verursachen und beim Anblick kahler Hänge das Schlimmste für die Zukunft befürchten lassen.
Umweltschutz kostet Geld, und Griechenland gehört zu den Schlusslichtern in Europa. Die Subventionen der EU für den Umweltbereich in Griechenland sind nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Zudem fehlt es an detaillierten Studien und exaktem Datenmaterial zur Umweltverschmutzung. Wer die Presse zu diesem Thema verfolgt, wird den Eindruck nicht los, dass sich die Politiker zwar gerne bei eintägigen „Landschafts-Aufräumaktionen“ ablichten lassen oder am Umwelttag ein Bäumchen pflanzen, das Thema samt Problematik danach aber genau so schnell wieder vergessen. Doch eine Verbesserung der Situation zeichnet sich langsam ab: Umweltverschmutzung ist inzwischen ein zentrales Thema in den Schulen. Ganze Schulklassen ziehen beizeiten los und reinigen Strände und Wälder von Müll und Treibgut, Recycling ist in den Großstädten kein Fremdwort mehr, und im Fernsehen werben Umweltschutzgruppen für die Sauberhaltung der Meere, Strände und der Landschaft.
Strand bei Kriarítsi
Subventionen erhalten seit einigen Jahren nur noch Hotels, die mit einer Kläranlage verbunden sind. Neue Hotelanlagen ohne eigene Kläranlage werden nicht mehr genehmigt.
In allen größeren Städten in Griechenland gibt es mittlerweile für die Mülltrennung spezielle Container und auch an vielen Stränden stehen sie bereits (auch wenn die „Trefferquote“ noch gering ist).
Durch Waldbrände vernichtete Flächen werden nach Aufrufen in der Bevölkerung zum Pflanzen von kleinen Bäumchen wiederaufgeforstet. Solche Gebiete sieht man auf der Chalkidikí besonders im Süden der Halbinseln Kassándra und Sithonía, deren Wälder in der Vergangenheit von gewaltigen Flächenbränden heimgesucht wurden.
Brüssel bestätigte es amtlich: Griechenlands Küstengewässer erfüllen zu 99,9 % die Kriterien für bedenkenlosen Badespaß und liegen damit hinter Spanien weltweit auf Platz zwei. 408 griechische Strände und 10 Marinas erhielten 2014 die Auszeichnung „Blaue Flagge“ (davon 53 die Chalkidiki), die einen hohen Standard der Badewasserqualität sowie auch Sicherheit und Serviceleistungen auszeichnet.
Pflanzen- und Tierwelt
Die Halbinsel ist aufgrund ihres Wasserreichtums und der damit verbundenen Pflanzenvielfalt ein idealer Lebensraum für Vögel, Reptilien und Amphibien. Die Zeiten, als Alexander der Große auf Großwildjagd ging, wie es auf Mosaiken zu sehen ist, sind freilich längst vorbei.
Besonders bezaubernd präsentiert sich die Chalkidikí im Frühjahr, das im Vergleich zu den südlichen Landesteilen manchmal bis gegen Ende Mai auf sich warten lässt. Was dann jedoch wächst und blüht, sprengt jede Vorstellungskraft. Und vor allem Wanderer erfreuen sich dann an herzhaften Düften und einem hüfthohen Blumenmeer. Vereinfacht gesagt, findet man drei verschiedene Vegetationstypen vor: Wälder, Macchia und eine Reihe von Kulturpflanzen.
Die häufigsten Baumarten
Aleppokiefer: hoch aufschießender Nadelbaum, den Pinien verwandt. Beliebt und begehrt ist vor allem das Harz ihrer Rinde, das mit keilförmigen Blechen und Vorratsbehältern aufgefangen wird. Es verleiht dem Retsina seinen typischen und unverwechselbaren Geschmack.
Eukalyptus: stammt eigentlich von der südlichen Halbkugel. Die ölhaltigen Bäume, leicht zu erkennen an der tapetenartig abblätternden Rinde und den langen fingerartigen Blättern, benötigen wahre Wassermassen und sind leicht brennbar.
Esskastanien: besonders Ende Oktober in Hochregionen zu finden. Im Gebirgsmassiv des Olymp, am Holomont und am Chortiatis wächst die herzförmige Marone und die größere, runde Edelkastanie, die im Gegensatz zu der in Deutschland beheimateten Rosskastanie essbar ist. Wenn es kühler wird, zieht abends der Duft gerösteter Kastanien durch die Bergdörfer.
Platanen: Die wuchtigen, bis zu 30 m hohen Bäume wachsen mit Vorliebe in der Nähe von Bach- und Flussläufen. Mit ihren weit ausladenden Ästen sind sie beliebte Schattenspender bei Tavernen.
Zypressen: spitzkegelig aufragende Nadelbäume, die Holz und ätherisches Öl liefern. Für die antiken Griechen symbolisierten die Bäume mit ihren tiefen Wurzeln die Verbindung zwischen Himmel und Erde.
Waldbrände
Jedes Jahr sind davon mehrere Regionen Griechenlands betroffen, auch die Waldgebiete der Chalkidikí bleiben davon kaum verschont. Und wenn es brennt, dann meist gewaltig. Die knochentrockenen Äste und Stämme der betagten Bäume sind ein gefundenes Fressen für die Feuerwalze, und oft können die Bewohner schwer zugänglicher Regionen nur hilflos zusehen oder selbst zur Säge greifen.
Über die Brandursache wird meist kontrovers diskutiert. War es eine reflektierende Cola-Dose, die achtlos weggeworfen wurde, oder waren Brandstifter am Werk? Es ist hinlänglich bekannt, dass große Flächen mutwillig abgefackelt werden, um Wirtschaftsflächen in Bauland oder für den Straßenbau umzuwandeln. Für die Besitzer ist ein solcher Brand oft der Bankrott. Perversität am Rande: Wer gut versichert ist, kann Kasse machen, denn entscheidend ist nicht die betroffene Fläche, sondern die Dauer des Brands.
Inzwischen wurden überall spezielle Brandschutzschneisen in die Wälder geschlagen, und in der trockenen Jahreszeit wacht die Feuerwehr Tag und Nacht an exponierten Stellen. Die Warnschilder allerorten und das grundsätzliche Verbot von offenem Feuer (auch am Strand!) sollte man ernst nehmen, denn die Strafen sind drastisch, von den Brandfolgen ganz zu schweigen!
Der typische Macchiabewuchs
Agave: Ende des 15. Jh. von den Spaniern aus der Neuen Welt nach Europa importiert. Die meist am Boden aufliegenden Blattrosetten entwickeln nach 20-60 (!) Jah-ren eine Blüte und sterben danach ab. Die gegen Hitze und Trockenheit unempfindlichen blaugrünen, fleischigen Blätter findet man sogar an steilen Felsklippen.
Feigenkaktus: mit seinen breiten fleischigen Blättern ein enormer Wasserspeicher. Die leckeren rotgelben Früchte werden durch Hunderte lästiger Stacheln geschützt. Tipp: Mit einer Zeitung (mehrlagig) vorsichtig die Frucht abtrennen, mit scharfem Messer oben und unten einen Deckel abschneiden. Danach längs aufschneiden und den Mantel wegklappen, ohne die Stachelknospen zu berühren. Innen gelbliches Fruchtfleisch, die Kerne kann man getrost mitessen.
Ginster: robustes Strauchgewächs mit Dornen und leuchtend gelben Blüten. Im Juli und August ein Augenschmaus entlang der Straßen.
Oleander: mit weißen und rosa Blüten, vor allem in wasserreichen Gebieten beheimatet. Häufig blühen die sonnenliebenden Pflanzen sogar in unmittelbarer Meeresnähe.
Der Olivenbaum
Anspruchslos wächst der Ölbaum auf kargstem und bergigstem Boden, sogar dort, wo kilometerweit kein Wasser zu sehen ist und jeder andere Anbau unmöglich wäre. Über Jahrhunderte weg hat er sich behaupten können: Mit seinen tiefen Wurzeln hält er jedem Sturm stand, und Ziegen und Schafe finden an den Blättern keinen Geschmack. Mit rund 130 Mio. Bäumen gehört die Olivenkultur zu den wichtigsten Zweigen der griechischen Landwirtschaft. Laut Statistik verbraucht jeder Grieche 18 kg Olivenöl pro Jahr, nicht nur fürs Essen, auch als Medizin. Die Verwendungsmöglichkeiten reichen von der Verarbeitung zu Margarine oder Seife bis hin zum Brenn- und Schmieröl.
Geerntet wird von Oktober bis Januar. Weil es dafür keine Maschinen gibt, muss die ganze Familie mit anpacken. Außerdem werden Scharen von Hilfskräften eingestellt. Die Oliven werden von den Bäumen geschlagen und gekämmt und in Netzen am Boden aufgefangen. Wegen der zunehmenden Landflucht und fehlender Arbeitskräfte müssen aber inzwischen immer mehr Bauern zuschauen, wie ihre kostbaren Früchte unter den Bäumen liegen bleiben und verrotten.
Welches gewaltige Kapital für einen Bauern hinter den knorrigen Rinden steckt bzw. welcher Verlust mit einer Brandkatastrophe verbunden ist, verdeutlichen folgende Zahlen: Erst nach etwa sieben Jahren trägt der Olivenbaum Früchte, vom 40. bis zum 100. Jahr ist er am fruchtbarsten. In dieser Zeit wirft jeder Baum jährlich einen Ertrag von rund 20 bis 40 kg ab.
Die Zahl der Oliven im griechischen Salat spiegelt den Wohlstand der Region wider. Und man sieht es gerne, wenn der Gast die übriggebliebene Ölsoße des Tomatensalats noch mit Weißbrot austupft.
Wichtige Kulturpflanzen
Baumwolle: Besonders auf der Chalkidikí wächst die „Wamwáiki-Pflanze“, bevorzugt auf flachen Hügeln und in sonnenbeschienenen Tälern. Ein Meer aus Weiß und Rosa. Die fruchtbare Blüte ist erst weiß, dann rosa und entwickelt sich schließlich zur Fruchtkapsel mit den baumwolltypischen Fasern. Die Ernte der kostbaren kelchförmigen Früchte erfolgt Mitte September. Nach-teil: Die Pflanze benötigt in der Wachstumsphase riesige Wassermengen.
Feigenbaum: Meist stehen die weit ausladenden Bäume allein oder in kleinen Gruppen. Reif sind die tropfenförmigen Früchte, wenn sie sich außen dunkelgrün bis lila verfärben. Schale aufreißen und das tiefrote Fruchtfleisch nach außen klappen - zu viel des Guten fördert allerdings Durchfall.
Granatapfel: nicht jedermanns Geschmack. Hinter der harten Schale verbirgt sich geleeartiges, süßes Fruchtfleisch, das die Samenkörner umgibt. Reifezeit im September. Achtung beim Pflücken: Die Äste haben dicke Stacheln, und in den Bäumen siedeln sich gerne Wespen an.
Mandel- und Walnussbaum: häufig in der Umgebung von Bergdörfern zu finden. Sowohl die Mandel wie auch die Walnuss wird von dickem Fruchtfleisch umhüllt, aus dem die eigentliche Nussschale erst herausgepellt werden muss. Meist erst gegen Ende des Sommers reif - schmecken vorher bitter bis ungenießbar. Die meisten Einheimischen sehen es nicht gerne, wenn Urlauber gleich mit Plastiktüten zum Ernten kommen.
Tabak: Auch diese Pflanze aus der Gattung der Nachtschattengewächse sieht man auf der Chalkidikí. Nach zweimonatigem Wachstum werden die Blätter geerntet, gebündelt und mehr oder weniger schnell getrocknet. Zum Teil werden sie auch fermentiert, wodurch ein Teil des Nikotins in unschädliche Stoffe umgewandelt wird. Der Nikotinanteil des getrockneten Blatts beträgt etwa 1-2 %. Inzwischen wird die Ernte auf den meisten Feldern von albanischen Gastarbeitern durchgeführt.
Säugetiere und Vögel
Säugetiere: Wilde Tiere wie Bären oder Wildschweine, die in abgelegenen Winkeln Griechenlands noch vorkommen, wurden auf der Chalkidikí durch die Zivilisation längst zurückgedrängt. Häufiger sind dagegen Kaninchen, Rehe oder wilde Bergziegen, die sogenannten Kri-Kris. Wenngleich Griechen nicht gerade als Tierfreunde bekannt sind, die typischen Nutz- und Haustiere wie Esel, Hund, Schaf oder Katze gehören in jedem Ort zum alltäglichen Bild.
Vögel: Singvögel gibt es in großer Zahl. Vor allem Spatzen, die sich auf der Suche nach Brotkrümeln bis unter die Tische von Restaurants wagen, sind keine Seltenheit. Falken und Mäusebussarde sitzen vereinzelt wie regungslos auf Holzpfählen oder Straßenschildern und spähen nach Beute. Besonderer Stolz des Dorfes ist ein Storchennest auf dem Kirchendach oder auf Telefonmasten. Frösche und Eidechsen sichern deren Bestand ebenso wie den der Reiher. Sogar Geier bekommt man hin und wieder zu Gesicht; ihre Nistplätze liegen in den unzugänglichen Felsen um die Naturbucht von Pórto Koufó (→ S. 188).
Olivenbaum, tragende Kraft der griechischen Wirtschaft
Insekten und Spinnentiere
Bienenzucht wird auf der Chalkidikí in einigen Fällen professionell betrieben, meistens jedoch bessern Hobbyzüchter damit ihr Einkommen ein wenig auf. Jeder Bienenstock kann während des Sommers bis zu 50 kg Honig produzieren, vorausgesetzt, er wird in Abständen zwischen zwei Orten versetzt. Bleibt er an der gleichen Stelle, so danken es selbst die fleißigsten Honigsammler mit gerade mal 5 kg.
Feuerlibelle (Crocothemis erythraea)
Insekten: Besonders schöne Wegbegleiter sind die zahlreichen Libellen und Schmetterlinge. Unüberhörbar das Konzert der Zikaden, die durch das Reiben der Flügel am Körper ihr typisches Geräusch erzeugen. Ein gewohntes Bild stellen die Heuschrecken dar, die sich bevorzugt auf heißen Wegen und Flächen aufhalten. Wichtiger Bestandteil der griechischen Wirtschaft ist die Imkerei. Die bunten Kästen der Bienen sollten Wanderer mit Respekt umgehen. Leider ist der Bestand der Honigbienen durch Waldbrände gefährdet.
Zu den weniger beliebten Erscheinungen zählen Wespen und Hornissen. Wespen errichten meist in Obstbäumen ihre Nester und sind bekanntlich angriffslustig. Hornissen sind trotz ihrer imponierenden Größe dagegen eher harmlos. Sie greifen Menschen nur an, wenn sie sich durch wilde Handbewegungen bedroht fühlen.
Skorpione: Sie leben bevorzugt unter Steinen oder am Rand von Müllhaufen und wehren sich bei Verletzung ihres Reviers. Auch an Stränden sind Skorpione aktiv (z. B. unter Treibgut, Holzplanken). Ein Stich kann ein gewisses Unwohlsein auslösen, mehrere Stiche führen zu Schwindelanfällen, und der Patient sollte von einem Arzt begutachtet werden. Der sofortige Tod zählt eher zum Reich der Legende.
Reptilien
Eidechsen, Schlangen (s. u.) und die berühmte Griechische Landschildkröte sind die häufigsten Vertreter, denen man auf Wanderungen begegnet. Oft sieht man sie auch reichlich sorglos auf dem warmen Straßenbelag. Auch Frösche und Wasserschildkröten sind auf der Chalkidikí keineswegs selten. Zahlreiche Tümpel und natürlicher Schutz im Schilfbereich sorgen für den Fortbestand. Bekanntermaßen sind beide Teichbewohner scheu und verschwinden, wenn Menschen in Sicht kommen - aber auch neugierig, und so dauert es nur wenige Minuten, bis die ersten Köpfe wieder an der Wasseroberfläche erscheinen.
Abhängig von Sonnenenergie - Griechische Landschildkröte
Eidechsen sind ebenso neugierig. Bei Gefahr bricht zuweilen der Schwanz ab, um den Verfolger zu irritieren. Besonders sehenswerte Vertreter dieser Art sind die Smaragdeidechsen, die bis zu 25 cm lang werden.
Ein anhaltendes Rascheln im Gebüsch lässt auf eine Griechische Landschildkröte schließen. Sie bewegt sich oft sorglos im Schatten von niedrigen Sträuchern und zieht Kopf und Beine bei Gefahr unter ihren Panzer zurück. Schildkröten halten etwa ab November Winterschlaf und melden sich erst bei konstanten Frühlingstemperaturen wieder zurück. Sie wachsen verhältnismäßig langsam - die Ringe auf ihrem Schild sind vergleichbar mit den Jahresringen eines Baums. Bitte beachten Sie, dass Schildkröten, die hochgehoben werden, aus Todesangst strampeln.
Schlangen
Obwohl auch Schlangen zu den Reptilien zählen, behandeln wir sie hier gesondert, da sich viele Reisende gerade vor ihnen - wenn auch meist unbegründet - besonders fürchten. Und in Schluchten und wasserreichen Regionen der Chalkidikí gibt es ziemlich viele davon. Für alle, die in der Gegend herumstreifen oder mit Zelt und Rucksack wandern wollen, ist es nützlich, sich die wichtigsten Schlangen einzuprägen und vielleicht sogar ein Erkennungsbuch mitzunehmen.
In den warmen Becken und Lachen versickerter Bäche leben die ungiftigen Würfelnattern, die sich von Fischen ernähren und grün-bräunlich gefärbt sind. Etwas heller und kleiner sind die Ringelnattern, die sich hauptsächlich von Fröschen ernähren, ebenfalls weder bissig noch giftig sind und im und am Wasser leben. Man erkennt sie an den markanten gelben halbmondförmigen Stellen an beiden Seiten des Kopfs und der grauen Färbung mit schwarzen Flecken am Körper.
Gefährlich ist die braune Sandviper, zu erkennen an einer rautenförmigen, dunklen Rückenzeichnung, die sich deutlich vom beige-braunen Körper absetzt. An der Spitze der Schnauze haben Sandvipern ein kleines Horn. Daran sind sie leicht zu erkennen, und das ist auch gut so. Ihr Biss ist giftig und ruft nach kurzer Zeit starke Kreislaufbeschwerden und Schmerzen um die Bissstelle hervor. Man sollte unbedingt zum Arzt gehen. Je nach körperlicher Konstitution kann das Gift auch tödlich sein.
Weit verbreitet sind auch Zornnattern. Der Körper ist hellgrau bis braun mit unregelmäßigen schwarzen Querbinden. Eine Unterart, die Gelbgrüne Zornnatter, kommt weniger häufig vor. Ihr Kopf ist stark vom Hals abgesetzt, Schilder über dem Auge bilden eine scharfe Kante. Der Körper ist schwarz mit grünen Sprenkeln. Zornnattern sind zwar nicht giftig, aber schnell bereit zuzubeißen, wenn sie gestört oder bedroht werden. Oft versuchen sie sogar, den gepackten Finger zu verschlingen. Sie sind gute Kletterer, leben in felsigem oder steinigem Gelände mit wenig Buschwerk und können ebenso blitzartig flüchten wie notfalls auch angreifen. Begegnen kann man auch der Hufeisennatter, die auf dem Kopf dunkle Querbinden zwischen den Augen trägt. Die Oberseite ihres Körpers ist schwarz und schimmert bläulich. Regelmäßig angeordnete gelbe oder kastanienbraune kleine Flecken bilden ein Kettenmuster rauten- oder eiförmiger schwarzer Flecken.
Zu den häufigen Arten zählen auch die Kreuzottern, deren Biss bekanntlich giftig ist. Die männlichen Tiere sind grau, die weiblichen braun gefärbt, und beide tragen auf dem Rücken eine deutliche schwarze Zackenlinie. Sie leben an praktisch allen Orten, die Deckung und geeignete Plätze zum Sonnen bieten.
Fische und Meerestiere
Selten zu sehen sind die Meeresschildkröten. Die an Land behäbigen Kolosse mit nicht selten einem Meter Länge und einem Gewicht bis zu 120 kg wählen eine Vollmondnacht im August zur Eiablage an langen Sandstränden. Die Eier werden sorgfältig im warmen Sand vergraben und von der Sonne ausgebrütet. Kaum sind die Jungen geschlüpft, strampeln sie auch schon auf das vermeintlich sichere Meer zu. Weil der Bestand sowohl durch Umwelteinflüsse wie auch durch Fischernetze oder das Profitdenken von Campingplatzbesitzern bedroht ist, nehmen sich zunehmend Tierschützer der Tiere an.
Delikatesse Octopus beim Trocknen
Stark dezimiert ist bekanntlich der Fischbestand der Ägäis. Gründe sind die Überfischung und die steigende Wassertemperatur. Die Preise für Sardinen, Meeräschen, Barben, Thunfisch, Hummer oder Langusten auf dem Markt sind entsprechend hoch. Mit speziellen Zuchtbecken für Hummer und Fische, wie sie vor allem entlang der Chalkidikí-Küsten zu sehen sind, soll dieser Negativtrend aufgehalten werden. Die größten Meeresbewohner sind die Delfine. Die verspielten Gesellen sind gerngesehene Begleiter bei Bootsausflügen oder Surftouren. Nicht gut auf Delfine zu sprechen sind dagegen die Fischer. Sie machen die Säuger für den Rückgang der Fischbestände und ihre ramponierten Netze verantwortlich. Ähnlich wie die noch vereinzelt vorkommenden Mittelmeermönchsrobben werden die Delfine deshalb geschützt.
Quallen, jene geleeartigen Meerestiere, die bei sich erwärmenden Meerestemperaturen und ungünstiger Strömung zuweilen an Badestrände anlanden, gehören zu den ungeliebten Urlaubserinnerungen. Lästig ist hier vor allem die als Feuerqualle bekannte Spezies, deren Nesselzellen brennenden Schmerz, Juckreiz oder zumindest Hautrötungen auslösen können. Am Körper haftende Tentakeln sollten mit möglichst viel Salzwasser (kein Süßwasser!) oder Haushaltsessig abgespült werden, was das Nesselgift neutralisiert. Weil auch tote Medusen noch Nesselgift produzieren, sollten am Strand angespülte Körperhüllen nicht mit bloßer Hand berührt werden. Für den Menschen harmlos sind dagegen die suppentellergroßen und sehr farbenprächtigen Spiegeleiquallen, deren Nesseln sich wie ein Schwamm unter dem meist rot oder gelb gefärbten Schirm befinden.
Traditionen im Umbruch
Spötter sprechen von zwei Jahreszeiten in Griechenland, der Hoch- und der Nebensaison. Tatsächlich ist nicht zu leugnen, dass vielerorts der schnelle Euro das Handeln bestimmt. Man will den Touristen gefallen, innerhalb von acht Wochen die geballte Ladung griechischer Traditionen vorführen - und entfernt sich eben dadurch immer weiter davon.
Der Wunsch, an der Moderne teilzuhaben, die Mitgliedschaft in der EU und nicht zuletzt der Tourismus sind wohl die Hauptgründe für die Veränderungen im Land. Sicher ist es bequem, seine Speisen von deutschsprachigen Speisekarten zu bestellen und sein Bier in gekühlten Gläsern serviert zu bekommen. Aber lobten wir nicht die traditionelle Küche, die noch einen Blick in die Kochtöpfe zuließ? Heute stehen Buletten und Wiener Schnitzel auf der Karte, griechische Musik ist den englischen Charts gewichen und deutsche Privatsender flimmern allerorten von den Bildschirmen. Und während 2 km entfernt oben im Gebirgsdorf die Einheimischen nebst zahlreich angereister Auslandsverwandtschaft Mariä Himmelfahrt, einen ihrer höchsten Feiertage, begehen, fällt unten gerade der Ausgleich für den VfB Stuttgart.
Familie und öffentliches Leben
Die Sicherheit des sozialen Netzes bietet in Griechenland noch immer die Familie, nicht der Staat. Nicht selten leben drei Generationen unter einem Dach, wobei die weitgehend uneingeschränkte Macht traditionell beim Vater liegt. Die absolute gegenseitige Unterstützung ist jedoch nur ein Aspekt dieser Lebensform.
Kaum eine Institution aber hat sich so gut in die Moderne hinübergerettet wie das Kafeníon. Heute noch debattiert der ausschließlich männliche Teil der Bevölkerung im Kaffeehaus über Gott und die Welt, spielt mit den Kugeln des Kombolói, trinkt den Mokka mit einem großen Glas Wasser oder schlürft einen Ouzo. Und während irgendwo im Eck der Fernseher läuft, spielen die Griechen mit stoischer Ruhe - gelegentlich auch lautstark - Tavli, jenes uralte Brettspiel, das unter dem Namen Backgammon weltweit Karriere gemacht hat.
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türkischen Besatzung
Liturgiewillkommen. Im Kirchen Osterfest
Der größte Beitrag der Chalkidikí zur griechischen Wirtschaft sind ihre Erzvorkommen, am bedeutendsten darunter ist der Magnesit, der in großen Mengen und sehr guter Qualität gefördert wird. Das Mineral, das in der Nähe von Gerakina und Vavdos abgebaut wird, wird großteils exportiert und dient zur Metallveredelung, Isolierung und für feuerfeste Verkleidungen.
landwirtschaft
Rückgang ausländischer Gäste
Das Deutschlandbild der Griechen
Ausgelöst durch die griechische Schuldenkrise hat sich ein sehr ambivalentes Bild von Deutschland und Griechenland entwickelt, das in beiden Ländern vor allem über die Medien verbreitet wird. Während in Deutschland gerne das Bild des tricksenden Griechen kolportiert wird, der es sich auf Kosten der deutschen Steuerzahler gut gehen lässt, hat man sich in Griechenland auf „die Merkel“ eingeschossen, als Synonym für den Druck der Troika auf die Hellenen. Dass die deutsche Kanzlerin bei der Gestaltung des Rettungsschirms als Repräsentantin Deutschlands immer wieder das griechische Feindbild Nummer eins ist, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Mehrheit der griechischen Bevölkerung hinter einer notwendigen strukturellen Veränderung des Landes steht.
Das zuweilen auch herangezogene zweite Feindbild „des Deutschen“, der zu Weltkriegszeiten „das Gold der Griechen“ gestohlen“ und in Kalávrita und Dístomo grausame Massaker angerichtet hat, berührt nicht die Beziehung zu den Urlaubern aus Deutschland. Besucher Griechenlands, die bei ihrem Aufenthalt in Kontakt mit der Bevölkerung kommen, wissen auch in Zeiten der derzeitigen Medienschlacht zwischen der „politischen“ und der „menschlichen“ Ebene zu unterscheiden. Das gilt übrigens auch umgekehrt: Während der Recherchen für dieses Buch und in vielen Gesprächen über die aktuelle Situation sind uns die Menschen auf der Chalkidikí durchwegs unverändert freundlich, hilfsbereit und ehrlich entgegengekommen - und ebenso in Thessaloníki oder Athen.