Präambel

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Produkt-ISBN: 9783956542657
Inhaltsverzeichnis
Zusätzliche Informationen
Cilento: Die Vorschau
Hintergründe & Infos
Landschaft und Geologie
Il Cilento
Der Nationalpark
Landschaftsräume
Geologische Aspekte
Pflanzen und Tiere
Klima und Reisezeit
Geschichte
Vorgeschichte
Griechen und Römer
Byzantiner, Langobarden, Araber und Normannen
Aufstieg Neapels
Habsburger und Bourbonen
Risorgimento
Mezzogiorno
Anreise
Mit dem eigenen Fahrzeug
Mit der Bahn
Mit dem Flugzeug
Unterwegs im Cilento
Mit Auto und Motorrad
Mit dem Wohnmobil
Mit Bus und Bahn
Mit dem Schiff
Übernachten
Hotels und Pensionen
Agriturismo und Bed & Breakfast
Feriendörfer und Campingplätze
Ferienhäuser und Apartments
Jugendherbergen
Essen und Trinken
Vorspeisen
Erster Gang
Zweiter Gang
Dessert
Getränke
Sportliche Aktivitäten
Baden
Fahrradfahren
Gleitschirmfliegen
Klettern
Reiten
Wandern
Wassersport
Wellness
Auf einen Blick
Cilento - Reiseziele
Nördlicher Cilento
Sele-Ebene
Paestum-Capaccio
Capaccio Capoluogo
Trentinara, Giungano und Umgebung
Agropoli
Roccadaspide und Castel San Lorenzo
Monti Alburni
Castelcivita
Le Grotte di Castelcivita
Das Fasanella-Tal
Sant’Angelo a Fasanella
Corleto Monforte
Die Nordseite der Monti Alburni
Sicignano degli Alburni
Petina
Die Küste des Cilento
Castellabate und Umgebung
Santa Maria di Castellabateca. 3500 Einwohner
San Marco di Castellabate und die Punta Licosa
Castellabate
Monte della Stella
Perdifumo
Vatolla und Rocca Cilento
Rund um den Alento-Stausee
San Mauro Cilento
Pollica
Acciaroli
Pioppi
Bucht von Velia
Marina di Casalvelino
Velia-Marina di Ascea
Scavi di Velia (Zona Archeologica)
Rund um Velia-Marina di Ascea
Pisciotta
Rund um Pisciotta
Südlicher Cilento
Vom Capo Palinuro bis zur Costa degli Infreschi
Palinuro
Capo Palinuro
Rund um Palinuro
Marina di Camerota
Rund um Marina di Camerota
Costa degli Infreschi e della Masseta
Monte Bulgheria
Roccagloriosa
Rund um Roccagloriosa
San Giovanni a Piro
Rund um San Giovanni a Piro
Golf von Policastro
Scario
Policastro Bussentino
Sapri
Rund um Sapri
Die Bussento-Region
Tortorella und Casaletto Spartano
Morigerati
Caselle in Pittari
Sanza
Das Hinterland des Cilento
Monte Gelbison
Vallo della Lucania
Rund um Vallo della Lucania
Novi Velia
Cuccaro Vetere
Rofrano
Die Schluchten des Calore
Magliano Vetere und Magliano Nuovo
Felitto
Laurino
Rund um Laurino
Monte Cervati
Valle dell’Angelo und Piaggine
Roscigno Vecchia
Rund um Roscigno
Vallo di Diano
Teggiano
Rund um Teggiano
Padula
Kartause von Padula
Rund um Padula
Sala Consilina
Atena Lucana
Polla
Pertosa
Grotta dell’Angelo
Kleiner Wanderführer
Wanderung 1: Rund um die Spartakus-Schlucht (Gole di Tremonti)
Wanderung 2: Auf Maultierwegen in die Monti Alburni
Wanderung 3: Küstenweg zur Punta Tresino
Wanderung 4: Punta Licosa - am Kap der Sirenen
Wanderung 5: Über den Monte della Stella zum Castelluccio
Wanderung 6: Von Marina di Casalvelino nach Acciaroli
Wanderung 7: In den Wäldern oberhalb von Pisciotta
Wanderung 8: Küstenweg zur Baia degli Infreschi
Wanderung 9: Hoch über der Masseta-Küste
Wanderung 10: Auf den Monte Bulgheria
Wanderung 11: ZurMichaelsgrotte
Wanderung 12: Durch die Calore-Schlucht
Wanderung 13: Von Laurino zur Grava di Vesalo
Wanderung 14: Monte Cervati - auf dem Dach des Cilento
Etwas Italienisch
Index
Alles im Kasten
Dorf in Flammen: Folgen einer antibourbonischen Erhebung
Mozzarella: Schwarze Flecken auf dem Weißen Gold
Magische Schimäre: Ein Gerücht, das sich um Rosen rankt
Granatapfel-Madonna: Kontinuität im Zeichen der Fruchtbarkeit
Wie Böses sich zum Guten wendet
Die märchenhafte Karriere eines Grafen aus Castellabate
Menschen, die wie wilde Tiere über die Erde streiften
Im Cilento geboren: Die Mittelmeerdiät (Dieta mediterranea)
Die eleatische Philosophenschule: Mitnichten nur Wortklauberei
Fantastische Volkskunst: Der Gaudí aus Castelnuovo
Glücksritter, Stifter und Verschwörer: Das Adelshaus Sanseverino
Venezuela: Der kollektive Auszug ins gelobte Land
Aristoteles und der springende Punkt: Theodorus Gaza
Carlo Pisacane: Aus Protest wird Gewalt
Lokaldialekte: Indizien wider die geografische Isolation
Civitella scavi: Die Legende des verlorenen Schatzes
Warum Isolation stark macht: Genforschung im Cilento
Der Advokat der Widerspenstigen: Giuseppe Tardio
Der alte Mann und sein Dorf: Giuseppe Spagnuolo
Pietra di Teggiano
Berühmt, reich und schön: Costanza da Montefeltro
Sakrosankt: der Mafia-Jäger Joe Petrosino
Kartenverzeichnis
Agropoli
Capo Palinuro
Marina di Camerota
Paestum Scavi
Santa Maria di Castellabate
Sapri
Teggiano
Übersicht der Wanderungen
Vallo della Luciana
Velia (Elea)
Wanderung 1: Spartakus-Schlucht
Wanderung 10: Monte Bulgheria
Wanderung 11: Von Castell in Pittari zur Michaelsgrotte
Wanderung 12: Durch die Calore schlucht
Wanderung 13: Von Laurino zur Grava de vealo
Wanderung 14: Monte Cervati - auf dem dach des Cilento
Wanderung 2: Punta Tresino
Wanderung 3: Monti Alburni
Wanderung 4: Küstenweg zum Kap der Sirenen
Wanderung 5: Monte della Stella
Wanderung 6: von Marina di Casal Velino nach Acciaroli
Wanderung 7: In den Wäldern oberhalb von Pisciotta
Wanderung 8: Küstenweg zur Bagli degli Infresci
Wanderung 9 Masseta-Küste
Zusätzliche Informationen
GPS Mittels GPS kartierte Wanderung. Waypoint-Dateien zum Downloaden unter: www.michael-mueller-verlag.de/gps
Ökotipp: Mit diesem Hinweis haben unsere Autoren Betriebe hervorgehoben, die sich bemühen, regionalen und nachhaltig erzeugten Produkten den Vorzug zu geben.
Die in diesem Reisebuch enthaltenen Informationen wurden vom Autor nach bestem Wissen erstellt und von ihm und dem Verlag mit größtmöglicher Sorgfalt überprüft. Dennoch sind, wie wir im Sinne des Produkthaftungsrechts betonen müssen, inhaltliche Fehler nicht mit letzter Gewissheit auszuschließen. Daher erfolgen die Angaben ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie des Autors bzw. des Verlags. Autor und Verlag übernehmen keinerlei Verantwortung bzw. Haftung für mögliche Unstimmigkeiten. Wir bitten um Verständnis und sind jederzeit für Anregungen und Verbesserungsvorschläge dankbar.
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Schreiben Sie an: Andres Haller, Stichwort „Cilento“
c/o Michael Müller Verlag GmbH | Gerberei 19, D - 91054 Erlangen
andreas.haller@michael-mueller-verlag.de
Vielen Dank! Ein herzliches Dankeschön für die Zuschriften der Leserinnen und Leser mit zahlreichen Hinweisen, Kommentaren und Tipps! Ganz besonders bedanke ich mich für die freundschaftliche Unterstützung bei Maria Christina Del Duca (Marina di Camerota), Dunja Densing (Marina di Casalvelino), Bettina Müller (Tortorella), Anette Rietz (Berlin und Salerno), Ivan Sodano (Pioppi), Armando Troccoli (Ascea) und Harald Winter (Castellabate). Besten Dank auch an Steffen Fietze für die Erstellung des Klimadiagramms sowie die Bearbeitung des Bahnanreisekapitels. Ein besonderer Dank gebührt Dr. Angela Pace sowie Dr. Ciro Adinolfi bzw. der Organisation EPT Salerno.
Impressum
Text und Recherche: Andreas Haller Lektorat: Dagmar Tränkle; Anja Elser und Ute Fuchs (Überarbeitung) Redaktion: Heike Dörr Layout: Mirko Graf Karten: Hans-Joachim Bode, Judit Ladik, Franziska Maaser, Frederieke Westerheide Fotos: siehe S. 8 GIS-Consulting: Rolf Kastner Grafik S. 10/11: Johannes Blendinger Covergestaltung: Karl Serwotka Covermotive: oben: Paestum, unten: Pollica, gegenüberliegende Seite: Fischerboote in San Marco
3. Komplett überarbeitete und aktualisierte Auflage 2015
© Copyright Michael Müller Verlag GmbH, Erlangen 2009-2015. Alle Rechte vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr. Druck: Wilhelm & Adam, Heusenstamm.
Fotonachweis
Alle Fotos von Andreas Haller außer: Roberto Simoni: S. 125 | Enzo Signorelli (www.enzosignorelli.net): S. 9, 15, 142, 150, 179, 182, 183, 272 | EPT Salerno: S. 90, 230 | Rolf Vaas: S. 113
Unterwegs mit Andreas Haller
Ein betagter Fiat ist eine gute Wahl, um auf abseitigen Routen durch den Cilento zu kurven: Die entgegenkommenden Fahrer hupen oder heben grüßend die Hand, vielleicht weil sie glauben, ich sei der Obsthändler von nebenan. Vielleicht wollen sie aber auch ganz einfach nur freundlich sein. Die Freundlichkeit der Menschen hatte mich schon bei meinem ersten Besuch sehr beeindruckt.
Bei meiner fünften Erkundungsreise leistete mir mein kleiner, aber unverwüstlicher Fiat noch immer gute Gesellschaft. Einmal befand ich mich nach einer Wanderung im Hinterland gerade auf dem Rückweg ins Quartier, als mir ein Auto entgegenkam - eine Seltenheit in dieser gottverlassenen Gegend! Das Auto fuhr zunächst an mir vorbei, blieb dann aber stehen und stieß zurück. Überrascht erkannte ich auf dem Fahrersitz den Restaurantinhaber wieder, mit dem ich am Vortag kurz geplauscht hatte, als ich sein Lokal testete. Er sei auf dem Weg in die Berge, erzählte er, Pilze sammeln. Er wisse genau, wo die besten zu finden seien. Heute Abend stehe hausgemachte Pasta mit Steinpilzsoße auf dem Speiseplan.
Mich freute diese Begegnung. Wenn mich etwas mit dieser Gegend verbindet, dann sind es diese kleinen Erlebnisse. Und natürlich kann ich das Restaurant den Lesern dieses Reiseführers guten Gewissens empfehlen.
Cilento: Die Vorschau
Landschaft zum Träumen
Reisende registrieren dankbar, dass - im Gegensatz zu anderen Gegenden Italiens - die Cilento-Küste überwiegend unverbaut geblieben ist. Mal fällt sie steil und schroff zum Tyrrhenischen Meer ab, dann wieder verschmelzen die Elemente Wasser und Erde auf sanfte Weise miteinander. Nur spärlich besiedelt präsentiert sich auch das Hinterland. Schluchten, Berge und karstige Hochflächen widersetzten sich bislang dem Zugriff der Zivilisation, hier herrscht eindeutig die Natur. Landschaftlich dominiert der herbe Charme, v. a. in den Schluchten des Calore oder in der Bussento-Region. Ab und an zeigt sich der Cilento aber auch von seiner lieblichen Seite, wenn z. B. am Golf von Velia der Blick landeinwärts auf die entrückten Hügel fällt. Nicht umsonst ist der südlichste Zipfel Kampaniens seit 1991 Nationalpark, seit 1998 UNESCO-Welterbe und - damit nicht genug - seit 2010 Mitglied im Weltnetzwerk der Geoparks.
Kunst und Architektur
Wen es zu den berühmten Destinationen der Grand Tour treibt, der muss sich nach Norden orientieren, nach Sorrent, Capri, Pompeji oder Amalfi. Weit sind die Wege nicht, viele Gäste nehmen sie von ihrem Standquartier im Cilento auf sich. Immerhin, die grandiosen Tempel zu Paestum bilden quasi den Vorhof zum Nationalpark, und auch im bergigen Hinterland versteckt sich das eine oder andere Kultobjekt, das von der etablierten Kunstwissenschaft bislang übersehen wurde. Ein Höhepunkt ist die Kartause von Padula, die eine der gewaltigsten Barockanlagen Süditaliens ist. Auch das Museum im Kloster lohnt einen Besuch, ebenso weitere Antiquarien, die säuberlich über den Cilento verteilt sind. Sie bewahren, was die Umgebung an Altertumsfunden hervorgebracht hat. Einige Dörfer im Hinterland wirken hingegen etwas mitgenommen; Emigration, Erdbeben und Wiederaufbau trugen zu ihrem geschundenen Erscheinungsbild bei. Andere wiederum sind ansprechend gepflegt, spektakulär klammern sich Häuser und Kirchen an den Rand tiefer Schluchten.
Cucina cilentana
Pythagoras mied Hülsenfrüchte bekanntlich wie der Teufel das Weihwasser; er verbot sich und seinen Schülern ihren Genuss. Aber der Ernährungsguru wirkte in der heutigen Basilikata und damit zwar in der Nähe, aber eben nicht im Cilento. Dort nämlich veredeln Bohnen und Kichererbsen seit jeher die Tafel. Ob mit prominentem Segen der Philosophenschule von Elea, ist nicht überliefert. Fest steht hingegen, dass die Küche im Cilento aus der Armut geboren ist. Auf den Tisch kommt, was der Bauer erntet, und das hört sich nicht schlecht an: Neben der Rinder- und Schafzucht leben die Menschen vom Oliven- oder Feigenanbau, auf Wiesen wachsen Wildkräuter, in den Wäldern Pilze, an der Küste widmen sich die Einheimischen dem Fischfang. Heute lebt ein großer Teil der Bevölkerung von der Verarbeitung ihrer Produkte zur bekömmlichen Cucina cilentana. Den amerikanischen Physiologen Ancel Keys inspirierte sie zu seiner „Mittelmeerdiät“, die 2010 in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde.
Wasserfreuden
Der Dichter und Philosoph Luciano de Crescenzo riet seinen neapolitanischen Lesern Folgendes: „Anstatt mit euren Autos zur Verkehrsverstopfung der Insel Ischia beizutragen, solltet ihr eines Tages einmal ein wenig südlicher fahren und die ganz unbekannte italienische Küste zwischen Punta Licosa und Capo Palinuro erkunden.“ Inzwischen hat Neapel ihn erhört; unbekannt ist die Costiera cilentana längst nicht mehr, und zur Hauptreisezeit sowie an heißen Feiertagen bevölkern Scharen der erholungsbedürftigen Städter die Strände. Einhundert Küstenkilometer sind mehr als genug, um für jeden Geschmack etwas in petto zu haben. Wer flachen Sandstrand vorzieht, wird sich an der Spiaggia di Pozzillo bei Castellabate wohlfühlen oder weiter südlich an der „Riviera“ zwischen Palinuro und Camerota. Eine atemberaubende Naturkulisse bieten hingegen die Steilufer südlich von Ascea, am Kap von Palinuro oder rund um die Costa degli Infreschi, die zu den schönsten Baderevieren an der südlichen Cilento-Küste zählt.
Auf Schusters Rappen
Zu Fuß gehen zu müssen, gilt in Italien gemeinhin als größtes anzunehmendes Unglück. Dabei wird oft vergessen, dass die Menschen vor Beginn des automobilen Zeitalters auf die eigenen Beine als Mittel der Fortbewegung angewiesen waren. Noch heute sind einige Sehenswürdigkeiten im Cilento nur auf Schusters Rappen zu erreichen. Die Verantwortlichen haben mittlerweile das Potenzial der Region für den Wandertourismus erkannt - das Wegenetz wächst von Jahr zu Jahr. Auf den einen oder anderen schweißtreibenden Anstieg müssen sich Naturfreunde gefasst machen, nicht der Hitze wegen, sondern weil die Topografie den Touren ihren Stempel aufdrückt. Wer ganz hoch hinaus will, besteigt einen der Aussichtsberge: den Monte della Stella, den Monte Bulgheria oder mit dem Monte Cervati gar den höchsten Gipfel Kampaniens. Wer es hingegen ruhiger angehen lassen und sich zwischendurch im Meer erfrischen möchte, hält sich am besten an die Küstenwege. Vierzehn reizvolle Tourenklassiker stellen wir Ihnen im Wanderteil des Buches ausführlich vor.
Mit Kind und Kegel
Italiener lieben ihre „bambini“, und wer sich mit Kind und Kegel gen Süden begibt, kann sicher sein, rasch herzlichen Anschluss zu den Einheimischen zu finden. Ein familientauglicher Strand findet sich an beinahe jedem Küstenort, aber auch die Ufer des Calore und die Capodifiume-Quelle im Hinterland bieten Badefreuden für Jung und Alt. Unkomplizierte, für ältere Kinder geeignete Wanderungen sind zwar eher die Ausnahme, aber es gibt sie immerhin. Für einen hohen Erlebniswert sorgen zudem die Tropfsteinhöhlen bei Castelcivita und Pertosa sowie die Geisterdörfer Roscigno Vecchia und San Severino di Centola. Ansonsten stecken kindgerechte Angebote noch in den sprichwörtlichen Kinderschuhen. Jedenfalls können Familien im Cilento von einem reichhaltigen Angebot an Ferienhäusern profitieren - mit separatem Kinderzimmer und einer Küche für Selbstversorger.
L’Amore
Eine Filmkomödie mit dem Titel „Willkommen im Süden“ machte im Herbst 2010 Furore und avancierte zu einem der erfolgreichsten italienischen Kinostreifen der Nachkriegsgeschichte. Weil der Film zum größten Teil im Cilento-Dorf Castellabate spielt, rückte der Ort schlagartig von der Peripherie ins Zentrum der touristischen Landkarte. Scharen von Besuchern stürmten daraufhin das Dorf - auf der Such nach dem Postamt, das in Wirklichkeit ein beliebtes Café auf der zentralen Piazzetta ist. Natürlich spielt die Liebe eine wichtige Rolle in dem Film. Eine besondere Form der Zuneigung entwickelt der Protagonist im Verlauf der fiktiven Handlung vor dem realen Hintergrund des Nord-Süd-Konflikts: Der in den Cilento strafversetzte Postbeamte verabschiedet sich nach und nach von seinen Vorurteilen gegenüber dem Mezzogiorno und erliegt dem Zauber des Südens. Nicht anders ergeht es den meisten Reisenden aus dem Norden.
Hintergründe & Infos