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Unterwegs mit Sabine Becht
Sabine Becht studierte Ame­ri­ka­nis­tik und Kom­mu­ni­ka­tions­wis­sen­s­chaft und war schon in den Semesterferien für den Michael Müller Verlag in Grie­chen­land unter­wegs.
Sie ist Autorin zahlreicher Reise­führer zu Italien, Mecklen­burg-Vor­pommern, Griechen­land und Österreich. Ihre Bü­cher wurden mehrfach aus­ge­zeichnet, u. a. mit dem Premio Enit (bester Reiseführer zu Italien 2015, Abruzzen), dem ITB BuchAward 2009 für Piemont & Aostatal sowie dem ITB-BuchAward 2018 (Mecklenburg-Vorpommern).
Zum ersten Mal nach Elba kam ich 1986. In Ermangelung von Füh­rer­schein und natürlich auch Auto damals noch unbewusst umweltbewusst mit der Bahn - über Nacht im Liegewagen eines TUI FerienExpress. Ank­unft war am Bahn­hof von Piombino und der letz­te Akt hieß: bei brütender Hit­ze am Hafen auf die Fäh­re warten - keine Bar, keine Sta­zi­o­ne Marittima und schon gar keine Air­con­di­tion weit und breit. Die Hoch­öfen ne­ben­an spuckten damals noch Ruß und Asche, und von Touris­mus war zu­min­dest hier überhaupt nichts zu spüren. Auf der Insel dann: ab­so­lu­te Ruhe und flirrende Hit­ze, das Zir­pen der Grillen und der blü­hen­de Olean­der, das glas­klare, bade­wan­nen­war­me Meer - ein wun­der­ba­rer Ort für einen italienischen Som­mer­urlaub.
Seit damals halte ich Elba die Treue, und natürlich hat sich inzwischen vieles ver­än­dert. So ruhig wie 1986 ist es schon lan­ge nicht mehr, auf den Insel­straßen einfach so ent­lang­laufen und nur ab und zu einer hu­pen­den Ape aus­weichen zu müssen - Ver­gan­gen­heit. Heute kommen die meis­ten Gäste mit dem Auto. Ver­ständ­lich, man will mög­lichst viel von der Insel se­hen. Den­noch: Manche Dinge ändern sich auf Elba nie. Die Insel ist auch nach 35 Jah­ren noch immer ein wunderbarer, viel­leicht sogar der beste Ort für einen italienischen Sommerurlaub.
In eigener Sache
Wegen der andauernden Corona-Pandemie sind Museen, Restaurants, Veranstaltungen usw. kurzfristig nur eingeschränkt oder gar nicht zu besuchen. Deswegen können nicht alle Informationen in diesem Buch auf dem aktuellen Stand sein. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und bitten Sie, gelegentlich einen Blick auf unsere Internetseiten zu werfen, wo wir Sie über Ihr Reisegebiet auf dem Laufenden halten. Wenn Sie mögen, können Sie diesen Service mit eigenen Erfahrungen vor Ort unterstützen. Schreiben Sie uns unter info@michael-mueller-verlag.de, Stichwort „Reisebuch-Updates“. Wir sind dankbar für jeden aktuellen Hinweis.
Orientiert auf Elba
Die Insel im Profil
Elba ist ...
... ein ungemein abwechs­lungsreiches Bade-, Sport- und Wanderparadies, für Fein­schmecker genauso gemacht wie für Weinliebhaber, kurzum: die Urlaubsinsel, auf der es niemandem langweilig wird.
Die wichtigsten Orte auf Elba
Portoferraio
Porto Azzurro
Capoliveri
Marina di Campo
Marciana Alta
Marciana Marina
... die größte Insel des toskanischen Archipels
Die nach Sizilien und Sardinien dritt­größte Insel Italiens liegt nur rund 10 km vor der toskanischen Küste. Mit 223 qkm ist Elba dennoch relativ klein, bringt es aber auf eine außerordentli­che landschaftliche Vielfalt, die man so gar nicht erwarten würde: flache Küs­ten­landschaften mit herrlichen Sand­buchten im Süden, als Kontrast der steile und kahle Granitgipfel des Monte Capanne (1019 m) im Westen, ur­alte Kas­tanienwälder mit dichtem Un­ter­holz, felsige Küstenabschnitte, die nur durch wenige kleine Buchten unter­bro­chen werden, und überall auf der In­sel auch die typische mediterrane Mac­chia. Dass diese Schönheit auch erhal­ten bleibt, dafür sorgt man schon seit 1996, damals wurde der Parco Nazio­na­le Arcipelago Tos­cano ge­schaf­fen, dank dem die herrli­chen Land­schaften und Mee­res­räume des Archi­pels geschützt wer­den.
Die Inselhauptstadt Portoferraio - hier leben übrigens 12.000 der insge­samt etwa 32.000 Elbaner - versprüht ein besonderes Flair, eine Mischung aus Gassengewirr und (Yacht-)Hafen­ro­mantik, überragt von Leuchtturm und Festung, mit Stadtstrand und zahl­rei­chen Sehenswürdigkeiten, dazu un­zäh­lige einladende Restaurants für je­den Geschmack. Ohne den Besuch in der Inselhauptstadt bleibt ein Elba-Ur­laub unvollständig.
... voller idyllischer Dörfer
Vor allem auf den Hügeln liegen sie, die wunderbar beschaulichen Dörfer der In­sel, allen voran das exponierte Capo­li­veri im Südosten der Insel, das es an den Abenden der Hochsaison in punc­to Besucherandrang locker mit der Insel­haupt­stadt Portoferraio auf­neh­men kann. Auch die Bergdörfer rund um den Monte Capanne können sich sehen las­sen, ein Streif­zug durch die Gas­sen bie­tet zahllose Fo­to­mo­tive und herrliche Weit­blicke - z. B. in Mar­cia­na Alta oder aber im be­nach­bar­ten Poggio.
Wer zur Urlaubsidylle auch Wasser braucht, fin­det quasi in jeder Ecke der In­sel einen ma­le­ri­schen Hafen mit Fla­nier­pro­me­na­de: Ma­ri­na di Campo, der nach der In­sel­haupt­stadt zweit­größ­te und tra­di­tions­reiche Bade­ort, Marciana Marina, das ge­müt­li­che Ha­fen­dorf et­was ab­ge­le­gen an der Nord­westküste, und Por­to Azzurro in der tiefen Bucht im Süd­osten: Sie alle sind auch schöne und beliebte Häfen für Seg­ler, die sich hier allabendlich ein­fin­den. Blei­ben die „un­schein­ba­ren“ im Nord­os­ten: Auch Rio nell’Elba, Rio Marina und Cavo loh­nen einen Be­such, gerade weil sie ein we­nig im Schat­ten der an­deren In­sel­schön­hei­ten stehen.
... die Insel der Mineralien
Geologisch betrachtet ist Elba eine Sen­sation: Die Insel bringt 170 ver­schie­dene Mineralienarten hervor, die be­kann­tes­ten davon sind Pyrite, Hä­matite, Mag­ne­tite und Quarzkris­talle, aber auch Ma­la­chite, Azurite, To­pase und Gra­na­te. Der Ilvait, benannt nach dem alten rö­mi­schen Namen El­bas, kommt sogar nur hier vor. Ihren frü­hen Wohlstand hat die Insel aber ei­nem ganz anderen Bo­den­schatz zu ver­dan­ken: Große Eisen­erz­vorkommen lock­ten schon die Etrus­ker an, die als ers­te den Rohstoff im gro­ßen Stil ab­bauten, geschlossen wur­de die letzte Mine bei Capoliveri im Jahr 1981. Die aufgerisse­nen Ab­bruch­hal­den im Osten Elbas sind noch heute gut sicht­bar. Im Osten wird man auch am ehes­ten auf der Su­che nach Mi­ne­ra­lien fündig, wäh­rend der Wes­ten der In­sel in weiten Tei­len aus Granit­gestein be­steht - das wie­derum auch schon von den Et­rus­kern und Rö­mern abgebaut wurde.
... umgeben von weiteren Inselschönheiten
Der Legende nach soll Venus beim Bad im Tyrrhenischen Meer sieben Edel­stei­ne aus ihrem Diadem verloren ha­ben: einen großen - das ist Elba - und sechs recht kleine, das sind die um­lie­gen­den, kleinen Inseln des Tos­ka­ni­schen Archipels. Kleine Inseln, wie sie un­ter­schied­licher nicht sein könn­ten: brett­flach die heutige Aus­flugs- und ehe­ma­li­ge Gefängnisinsel Pia­nosa, im Kont­rast dazu das sagen­um­wo­be­ne Mon­tecristo, ein mysti­scher Ke­gel, der bis zu 645 m aus dem Meer ragt. Eine Ge­fängnisinsel war auch das nörd­lich von Elba gele­gene Capraia, des­sen Nach­barinsel Gor­gona noch heu­te eine Haft­anstalt be­herbergt. Von grö­ßerer tou­ris­ti­scher Be­deu­tung sind nur das ber­gig-kar­ge Giglio, die „In­sel der Li­lie“, weit süd­lich von Elba vor der tos­ka­nischen Küste, und das kleine, fast fla­che Gian­nutri, das mit seinen rö­mi­schen Über­res­ten ein besonders inte­res­santes Aus­flugs­ziel darstellt. Aus­flü­ge sind üb­ri­gens von Elba aus nach Pia­no­sa, Cap­raia und Giglio möglich. Wer nach Gor­gona oder Giannutri will, muss den Um­weg übers Festland in Kauf nehmen. Allein das unter stren­gem Na­turschutz stehende Monte­cris­to ist für Besucher nur eingeschränkt an wenigen Tagen im Jahr zugänglich.
Nationalpark & Napoleon
Erlebnis Natur & Kultur
Was tun, wenn man mal einen Tag nicht am Strand verbringen will? Es sind nicht nur der Meeres­nationalpark und die wunderschöne, geschützte Natur, die die Besucher anziehen, Elba und die Toskanischen Inseln sind auch voller historischer Orte, die es zu entdecken gilt.
Ein Sommer der „Eventi“
Der Veranstaltungskalender ist im Sommer prall gefüllt, das Angebot reicht von Open-Air-Konzerten über Opernaufführungen auf der Naturbühne bis hin zu Hafen- und Weinfesten, Mittelalterfesten, Wallfahrten und Prozessionen.
Einen Überblick finden Sie unter www.elbaeventi.it.
Parco Nazionale Arcipelago Toscano
Der Nationalpark des Toskanischen Ar­chi­pels - mit fast 77.000 ha Fläche der sechst­größte Nationalpark Italiens - um­fasst alle sieben toskanischen In­seln und weite Teile des Tyrrhenischen Meeres zwischen dem toskanischen Fest­land und Korsika. Fast drei Viertel sei­ner Fläche liegen im Wasser. 1999 wur­den die Meeresschutzzonen mit dem Santuario Internazio­nale per i Mam­miferi Marini (Internationales Schutz­gebiet für Meeressäuger) nach Nor­den bis an die südfranzösische Küs­te und im Süden bis an die Nordküste Sardiniens erweitert, im Jahr 2003 ent­stand die Riserva della Biosfera MAB („Man and Biosphere“) UNESCO - Isole di Toscana, so der etwas sperrige Name des „Biosphärenreservats Toskanische Inseln der UNESCO“, das sich ganz be­son­ders den Schutz der Ökosysteme und den Einklang von Mensch und Na­tur auf die Fahnen geschrieben hat.
Die Meeressäuger danken es mit An­we­senheit, seien es die mittlerweile häu­fig auftauchenden Delfine mit ihren anmutigen Synchronsprüngen, oder aber - seltener, dafür umso spekta­ku­lä­rer - die mächtigen Finnwale und die nur unwesentlich kleineren Pottwale, die ebenfalls in den Gewässern um die In­seln zuhause sind. Whale­wat­ching geht manchmal auch vom Aus­flugs­boot aus. Kaum zu sehen be­kommt man wahrscheinlich die Un­echte Ka­rett­schildkröte, die seit einer Weile wie­der zur Eiablage nach Elba kommt, oder die vom Aussterben be­drohte Mit­tel­meer­mönchsrobbe, die im Sommer 2020 wieder bei Capraia ge­sich­tet wur­de.
Doch auch an Land kann man die wun­derbare, geschützte Natur der Inseln genießen, sei es beim Wandern oder einfach beim Spazierengehen. Die bunte Vielfalt wird durch zahlreiche en­de­mische Arten (meist Blumen) be­rei­chert.
Kulturelle Highlights
Zuerst einmal ist die In­sel­haupt­stadt Por­toferraio als Gan­zes eine Besich­ti­gung wert. Die unter den Medici im 16. Jh. erbaute Stadt mit all ihren Be­fes­ti­gun­gen ist gut erhalten und die Fes­tung Forte Falcone hoch über der Alt­stadt zeugt nicht nur von Wehr­haf­tig­keit, sondern be­her­bergt auch gleich meh­rere Museen, die sich der Ge­schich­te Elbas widmen.
Apropos Wehrhaftigkeit: Befestigun­gen der Pisaner gegen die Bedrohung durch sarazenische Piraten sind noch überall auf Elba in Form von Wehr­tür­men sichtbar, den besten Blick hat man vom Castello del Volterraio hoch über der Bucht von Portoferraio.
Wer sich hingegen für besonders schö­ne Kirchen interessiert, sollte auf kei­nen Fall den Besuch der Wall­fahrts­kir­che Madonna di Monserrato aus­las­sen. Das einsame Kirchlein liegt wun­der­schön in einem Talschluss. Bei Porto Azzurro.
Urlaubsparadies der Antike
Dass die alten Römer es sich gut gehen ließen, ist kein Geheimnis, und eine Fe­rien­residenz auf einer der Inseln war ein Privileg. Die Überreste mehrerer rö­mi­scher Villen sind zu besichtigen, eine am Hafen der Altstadt von Portoferraio, eine weitere - sehenswerter - bei Le Grotte an der Bucht gegenüber, sowie auf Pianosa und bestens erhalten auf Gian­nutri. Wer auf Pianosa ist, sollte auf jeden Fall den früh­christ­li­chen Ka­ta­kom­ben einen Besuch ab­stat­ten.
Auf Napoleons Spuren
Auf Elba wurde Weltge­schichte ge­schrie­ben, als im Jahr 1814 Napoleon ab­gesetzt und hierher ver­bannt wurde.
Dass es der große französi­sche Kaiser nicht lange auf der kleinen Insel aus­hal­ten würde, war klar, ob­wohl er sie per Dekret eigentlich für den Rest sei­nes Lebens nicht mehr hätte ver­lassen dür­fen. Dennoch hat er mit sei­nen bei­den Re­si­denzen Villa dei Mulini und San Martino aus heutiger Sicht zwei ab­solute Be­su­cher­magne­te hin­ter­las­sen. Im Wes­ten der Insel soll Na­po­leon oft an der be­son­ders schö­nen Kir­che Madonna del Monte ver­weilt ha­ben und weh­mü­tig zu seiner Hei­mat­in­sel Korsika hin­über­geblickt ha­ben, be­vor er am 26. Februar 1815 die In­sel wie­der ver­ließ, um Europa ein letz­tes Mal he­raus­zufordern - der Rest ist Ge­schich­te. Den Elbanern ist der Kaiser aber noch heute jeden Tag prä­sent: Uner­müd­lich spru­delt die nach ihm be­nannte Fonte Napoleone aus den Tie­fen des höchs­ten In­sel­ber­ges und lie­fert köstliches (und kos­ten­lo­ses!) Trink­wasser für alle. Und natür­lich flattert überall auf El­ba die vom Kai­ser gestiftete Drei-Bienen-Flagge.
Industriekultur von gestern
Dass Elba über Jahrhunderte auch ein wich­tiger Standort des Eisenabbaus war, ist heute nur noch vereinzelt im Os­ten der Insel zu sehen, wo die ros­ti­gen Über­reste der Verladehäfen an das eins­tige Auskommen vieler Elbaner erin­nern. Man kann auch unter Ta­ge gehen, bis zu 24 m tief in die Galleria del Ginevro auf der Halbinsel Calamita.
Strandleben und mehr
Baden & Aktivurlaub
Elba ist in erster Linie berühmt und beliebt als Badeinsel. Neben der entspannten Zeit am Strand bieten Insel und Meer aber auch wunderbare Gelegenheiten für sportliche Aktivitäten.
Die Urlaubssaison beginnt auf Elba etwa um Ostern und reicht bis in den Oktober - wenn das Wetter mitspielt, sogar bis Ende Oktober. Die Wassertemperatur des Meeres erreicht erst im Laufe des Mai die angenehme 20-Grad-Celsius-Marke. Hauptsaison sind natürlich Juli und August, ein schöner Reisemonat für Sportler auch der September, wenn es nicht mehr ganz so heiß ist.
Badestrände ohne Ende
Die größte Insel des Toskanischen Ar­chi­pels ist ein Traum aus weiten Sand­stränden und schma­len Kiesbuchten vor steiler Fels­ku­lisse. In allen Nuan­cen glitzert das Meer türkis und blau. Im warmen Sand, auf schneeweißen Kieseln oder vom Meer glattpolierten Felsen findet wirklich jeder sonnen­hung­ri­ge Besucher ein Plätzchen für seinen Tag am Meer.
Die großen Badebuchten mit ihren herr­lichen Sandstränden erstrecken sich vor allem im Süden der Insel, allen voran die Spiaggia Grande von Lacona, ihre „kleine Schwester“ Laconella oder die herrlichen Strände im Golfo Stella. Im Norden sind vor allem die Sand­strände von Biodola und Procchio für Badeur­lau­ber attraktiv. Abgeschieden, etwas „wil­der“, vor allem aber farblich kon­trast­rei­cher sind die Strände im Osten, wie bei­spielsweise die Spiaggia Topi­net­ti zwischen Rio Marina und Cavo. Im Westen der Insel sind es nur we­ni­ge, kleine Buchten, die in die schrof­fe Felsküste hineinragen. Hier aber finden sich zwei der schönsten Strände der Insel: Wie gemalt die Bucht von Fetovaia und der win­zi­ge Strand von Cotoncello bei Sant’An­drea mit seinen bizarren Felsforma­tio­nen. Wer beim Badeurlaub auf strand­nahes städtisches Flair nicht ver­zich­ten will, ist in Marina di Campo richtig. Aber auch auf der „Rück­seite“ von Portoferraio finden sich klei­ne attraktive Strän­de.
Vielerorts stehen die Liegen und Son­nenschirme der „Stabilimenti Bal­ne­ari“ in Reih und Glied am Strand. In der ersten Reihe kann der Mietpreis im Hochsommer um die 30 €/Tag betra­gen und oft sind sie auch noch ausge­bucht. In den hinteren Reihen wird es güns­tiger und es steigt die Chance, auch noch spontan ein bequemes Set aus Sonnenschutz und Lie­gen zu er­gat­tern. Stets aber fi­n­den sich neben und zwischen den Stabilimenti Bal­neari bzw. „Bagni“ auch freie Strandab­schnit­te, auf denen man sein Handtuch ausbreiten kann.
Ein Paradies für Wassersportler
Auch wenn die Mehrheit der Urlauber zum Baden nach Elba kommt, man kann sich auch sport­licher aufs Wasser wa­gen: Ange­bo­te zum Segeln und Sur­fen finden sich fast überall auf der Insel. Und auch Kajaks und SUP-Boards werden an einigen Stränden verliehen. Vor al­lem die end­lo­sen Buchten im Süden sind das Ziel von Sur­fern. Segler hin­ge­gen schätzen die schönen Stadt­hä­fen der Insel, von denen es auf Elba nicht weniger als sechs gibt - jeder auf sei­ne Weise ein herrlicher An­leger.
Wer das Segeln lernen will, findet in der Bucht von Portoferraio zwei deutsch­sprachige Segelschulen: in Bagnaia und in Magazzini. Das Angebot reicht vom Schnup­per­kurs mit der Jolle bis zum Schein­er­werb und Segeltörns.
Unterwasserparadies Elba
Die Gewässer des Toskanischen Archi­pels - vor allem um Elba und Pianosa - sind ein Paradies für Taucher, manchen gelten sie als die besten im Mittelmeer. Mit unterschiedlichen Anforderungen sind sie sowohl bei Anfängern als auch bei Profis beliebt und dank der vielen verschiedenen Tauchspots kommt si­cher auch keine Langeweile auf. Viele Tau­cher zieht es zu den Un­ter­was­ser­schätzen vor Elbas schrof­fer Westküste - u. a. zum Schiffswrack vor Pomonte oder an die Costa dei Gabbiani vor der Halbinsel Cala­mita, nicht zu vergessen die faszinierenden Tauchplätze vor der Küste Pianosas.
Auf Elba gibt es auch deutsch­spra­chi­ge Tauchschulen: in Magazzini, in der Barbarossa-Bucht, in der Bucht von Morcone und in Marina di Campo.
Wandern
Zahlreiche reizvolle (und sehr gut mar­kier­te) Wanderwege durch­ziehen die In­sel, allen voran die G.T.E., die Grande Traversata El­ba­na. Die „Große Elba-Über­que­rung“ ist rund 60 km lang und bietet herr­liche Ausblicke fernab allen Bade­rum­mels. Einen Eindruck von die­sem fantastischen Wanderpfad samt über­wältigender Aussicht bekommt man bei der Wanderung 2 von Rio nell’Elba nach Porto Azzurro.
Unvergesslich bleibt die Bezwin­gung des höchsten In­sel­bergs, des Mon­te Ca­pan­ne (1019 m). Belohnung für den schweiß­trei­ben­den Aufstieg ist ein ein­zig­artiger Rund­blick über den Tos­ka­ni­schen Ar­chi­pel bis Kor­si­ka, Wan­derung 9. Ein herrlicher Küs­ten­wan­der­weg führt mit Wan­de­rung 10 von Marciana Marina nach Sant’Andrea.
Mit dem Mountainbike
Als einfache MTB-Tour sei die Um­run­dung der Halb­insel Calamita emp­foh­len. Rad-Wan­de­rung 4. Hier gibt es wei­tere Tou­ren der ver­schie­dens­ten Schwie­rig­keits­grade, her­vorragend Moun­tain­bi­ken kann man auch im Nord­osten El­bas und im Wes­ten um den Monte Ca­panne.
Familienurlaub auf Elba
Mit Kindern ...
Die Insel Elba ist wie gemacht für einen Urlaub mit Kindern in jedem Alter - am Meer, auf Besichtigungstour oder sportlich unterwegs. Viele Italiener finden das übrigens auch und verbringen ihre Sommerferien mit den Bambini auf ihrer liebsten Urlaubsinsel.
Familien-Glamping
Eine Mischung aus Safari-Zelt und Mobile Home mitten in der Natur, idealerweise mit Blick aufs Meer: sicherlich die aufregendste Art des Inselurlaubs. Die Glamping-Zelte stehen meist ein wenig abseits der üblichen Ferienhäuser und Bunga­lows, am schönsten „glampt“ man an der Costa dei Gabbiani, aber auch bei Bagnaia oder am Lido di Capoliveri.
... am Meer
Die wunderschönen, flach abfallenden Sandstrände im Süden der Insel sind wahre Kin­der­pa­ra­diese, sie bieten so­wohl den Komfort der „Bagni“ als auch genug Freiraum an der „Spiaggia libe­ra“. Trutzige Sandburgen fin­det man al­lerorten, Tret- und sonstige Boo­te wie auch SUP-Boards wer­den an fast jedem größeren Strand vermietet. Für ange­hen­de Frei­schwim­mer (und al­le an­de­ren): Als Grenze zwischen dem seich­ten und dem tieferen Was­ser sind an den grö­ßeren Stränden auf Höhe von 1,60 m Wassertiefe wei­ße Bojen ange­bracht, rote Bojen befinden sich 200 m von der Strandlinie und mar­kieren die Schiff­fahrts­grenze.
Die badetauglichsten Strände für Kin­der sind die weiten Buchten von La­cona und Marina di Campo im Sü­den, der lange Strand von Procchio im Norden der In­sel und - etwas kleiner - Fetovaia und Cavoli an der (Süd-)­Westküste. Wer einen Ausflug nach Pia­nosa unternimmt, sollte dort unbedingt auch einen Strand­gang einplanen: Nirgendwo ist das Wasser klarer, ideal zum Schnor­cheln und für Entdeckungen der Unter­was­serwelt.
Das Meer kann man natürlich auch bei einem der Bootsausflüge ent­de­cken, die von allen größeren Ha­fen­or­ten an­ge­boten werden, und wer Glück hat, sieht bei der Fahrt sogar Delfine, die hier gar nicht mal so selten sind. Ein besonderes Erlebnis ist die Fahrt mit dem Glasbodenboot „Nautilus“, das von Marciana Marina aus bis zum Schiffs­wrack von Pomonte fährt und dabei freien Blick auf den Mee­res­grund erlaubt.
Festungen und Museen
Gleich zwei uralte Befestigungen sind auch für Kinder interessant und se­hens­wert: Die Festung For­te Falcone in Portoferraio, die in trut­zi­gem Gemäuer mehrere Mu­seen be­her­bergt und auch in ihre la­by­rinth­artigen Gän­ge ein­lädt. Die Ruinen der zwei­ten Festung, des Castello del Volterraio, er­for­dern dage­gen ein wenig mehr Mühe beim Auf­stieg, von oben gibt es jedoch einen be­son­ders schönen Blick über die Insel.
Das Museo del Mare in Capoliveri zeigt hingegen den ganzen Schatz eines gesunkenen Schiffes von 1841 - Ju­welen, Schmuck und goldene Mün­zen aus den Tiefen des Wracks vor der Costa dei Gabbiani.
Auf den Spuren der Bergleute
Die Bergarbeiterinsel Elba wird auch für Kinder erfahrbar - im wahrsten Sin­ne des Wortes: In der Piccola Miniera am Ortsrand von Por­to Az­zur­ro fährt man tatsächlich in einer nach­ge­bauten Lore durch einen nach­ge­bauten und kindgerecht herge­rich­te­ten kleinen Stollen. In Rio Marina hin­gegen kann die ganze Familie mit dem „Trenino“ (Bähnchen) auf Mine­ra­lien­samm­ler-Ex­kursion gehen. Nicht mehr ganz so klein sollten die Kin­der viel­leicht beim Besuch der ein­zi­gen zu­gäng­lichen „echten“ Mine sein: Die 1981 auf­gelassene Galleria del Gi­nev­ro kann - ausgerüstet mit Helm und Ta­schen­lampe - im Rahmen einer Füh­rung be­sich­tigt werden, dafür geht es 208 Stufen hinunter bzw. 24 m tief un­ter den Meerespiegel, eine wirk­lich in­teressante und aufregende Ex­kur­sion!
Sportlich unterwegs
Bei vielen Sportarten richtet sich das An­gebot für Erwachsene mittlerweile ganz selbstverständlich auch an Kin­der: Mountainbikes für eine Rundtour um den Monte Calamita werden in Ca­po­liveri auch in Kin­der­grö­ße an­geboten und natürlich wird auch an Helme in entsprechender Größe ge­dacht.
Die beiden deutschsprachigen Segel­schu­len in Magazzini und Bag­naia haben Optimis­ten­segeln für die Kleinsten ebenso wie Jol­len­segeln für schon etwas größere Kin­der und Jugendliche im Programm, da­zu natürlich immer auch die passende Betreuung, Ausflüge, Grillabende etc.
Auch Tauchschulen haben sich auf jün­gere Gäste eingestellt, wobei da­rauf hingewiesen wer­den soll, dass bei vielen Schulen Kinder erst ab 12 Jahren einen Tauchkurs bzw. Tauchschein machen dürfen und bis 16 Jahre ein Er­wach­sener den Tauchgang be­glei­ten muss.
Was sonst noch?
Unbedingt auf den Monte Capanne! Den mit 1019 m höchsten Berg der In­sel - und des gesamten Toskanischen Ar­chi­pels - sollte man bezwingen, sei es zu Fuß (mit kleineren Kindern viel­leicht etwas anstrengend), oder aber mit der Ca­binovia, die aber vielmehr eine alt­mo­dische Stehgondel ist. Ge­mäch­lich geht es in rund 15 Minuten im gelben Steh­käfig hinauf, von oben hat man einen tollen Blick auf die In­seln. Be­i Mar­cia­na Alta.
Steinmonster suchen kann man vor allem im Wes­ten Elbas rund um den Monte Capanne, hier findet man zahl­rei­che, von der Natur geformte Stein­skulp­turen - Kaninchen und Krokodil, Indianer oder Schildkröte. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Unterwegs auf Elba
Portoferraio und Umgebung
Die exponierte Lage auf einer Landzunge und der Alte Hafen Darsena machen Portoferraio zu einem der schönsten Häfen im Tyrrhenischen Meer. Südöstlich der Inselhauptstadt erstreckt sich eine weite Bucht, nach Westen dagegen zahlreiche Kiesstrände vor imposanter Steilküste.
Römisches Erbe Portoferraio
Die Römer ließen es sich gut gehen, wenn sie es sich denn leisten konnten, gleich zwei eindrucksvolle Landvillen befanden sich in Traumlage an der Bucht von Portoferraio.
Mit der Fähre nähert man sich der In­sel­hauptstadt ganz gemächlich. Zu­nächst rückt der Leuchtturm in den Blick, dann der mächtige Hammerturm Tor­re del Martello, der alte Hafen und die Alt­stadt und natürlich die wuchtige Fes­tung der Medici. Davor dümpeln am Mo­lo del Gallo zwischen altem und neuem Hafen noch eine Handvoll be­tag­ter Fischerboote, doch längst hat sich die Stadt dem modernen Schiffs­ver­kehr gewidmet - Fähren im Stun­den­takt, Yach­ten von elegant bis prot­zig im Dar­sena-Hafen und hin und wie­der auch ein Kreuzfahrtschiff am lan­gen Kai.
Doch erst bei einem Spaziergang am Hafen und durch die Altstadt hinauf zur Festung erschließt sich das beson­de­re Flair Portoferraios. Vor allem am Abend ist die Hauptstadt inselweiter An­ziehungspunkt für Flaneure, die sich früher oder später in einem der vielen, oft hervorragenden (Fisch-)Restau­rants zum Essen einfinden.
Viel Fährverkehr bedeutet allerdings zumindest tagsüber auch viel Auto­ver­kehr, doch ist der Weg zu den herr­li­chen Badebuchten der Umgebung oder ins Grüne von Portoferraio aus meist nicht weit. Bei den Buchten entlang der Nordwestküste hat man die sprich­wört­liche Qual der Wahl, noch ein Stück weiter westlich liegt mit Biodola eine der schönsten Sandbuchten der gan­zen Insel.
Nur wenige Kilometer sind es von der Inselkapitale in südwestliche Rich­tung in die Hügel, wo sich inmitten üp­pigen Grüns ein weiteres Highlight in Sachen Inselbesichtigungen befin­det: Napoleons Sommerresidenz.
Bleibt schließlich die wei­te Bucht von Por­to­fer­raio: Die wenigen Strände hier sind zwar nicht schlecht, können es aber mit den Ba­de­buchten im Süden der In­sel sicher nicht aufnehmen. Eine weite Ebene erstreckt sich hier, viel­fach von Wein­re­ben be­stan­den, in eini­gen Wein­gütern kann man edle Trop­fen er­ste­hen. Ganz im Osten der Bucht liegt das ge­müt­liche ehe­ma­li­ge Fi­scher­dorf Bagnaia.
Was anschauen?
Forte Falcone: Portoferraios „Falkenfes­tung“ thront mächtig über der Stadt - von Cosimo de’ Medici erbaut, vom Pi­ra­ten Dragut für uneinnehmbar er­klärt. In den Gemäuern gleich mehre­re se­hens­werte Museen.
Napoleonresidenz Villa dei Mulini: Der Mann, der nicht nur Portoferraio, son­dern die ganze Insel weltberühmt ge­macht hat, lebte hier oben in der beschei­denen Stadtresidenz über den Dächern von Portoferraio und blickte sehn­süchtig zu seiner geliebten Hei­mat­insel Korsika.
Villa San Martino: Napoleons zweite Villa auf Elba - ähnlich bescheiden, aber hübsch im Grünen. Bei San Mar­tino.
Wo baden?
Le Ghiaie: Der gepflegte Stadtstrand von Portoferraio liegt in bequemer Lauf­distanz zum Zentrum. Weiße Kie­sel, Strand­service, Restaurants und Bars.
Capo Bianco: Die Spiaggia di Capo Bian­co erstreckt sich traumhaft vor stei­ler Felskulisse - weiße Kiesel und tür­kisgrün schimmerndes Wasser. Stei­le Treppen führen hinunter zum Strand. Ca. 1,5 km westlich von Porto­fer­raio.
Sansone: Eine der schönsten Bade­buch­ten westlich von Portoferraio, auch hier Steilküste, weiße Kiesel, tür­kis­grünes Wasser. Mit Bar ober­halb.
Biodola: Eine besonders schöne Bucht mit traumhaftem Sandstrand - Bagni, Hotels, Bars, Restaurants und Blick auf die Bergwelt im Westen Elbas. Ca. 7 km westlich von Portoferraio.
Wo wandern?
Am Capo d’Enfola: Ein Rundweg führt um die Enfola-Halbinsel und zum ein­sa­men Kap. Wanderung 1
Wo essen?
Bagni Napoleone/Osteria Da Liber­ta­ria: In die altehrwürdigen Bagni in der Alt­stadt von Portoferraio ist vor kur­zem die moderne Osteria eingezogen: tolle Lage am Meer, super elbanische Fisch­küche.
Molo G: Die „Osteria Portuale“ liegt nicht ganz so idyllisch und ein wenig ver­steckt an der Werft. Shabby-mari­ti­mer Stil, junges Publikum, Segler und moderne Fischküche.
Teatro Bistro & Wine Bar: Die Terrasse oben in der Altstadt von Portoferraio ist ein schöner Ort für ein romantisches Abendessen.
Was sonst noch?
Segeln lernen: Zwei deutsche Segel­schu­len befinden sich in der Bucht von Portoferraio. Vielleicht genau der richti­ge Ort, um damit anzufangen.