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Alles im Kasten
Kartenverzeichnis
Tourenverzeichnis
Unterwegs mit Thomas Schröder
Jahrgang 1960, geboren in Nürn­berg. Studierte Touristik in Mün­chen und war schon seit frü­hes­ter Jugend von Fern­weh geplagt. Als ausgedehnte In­ter­rail­touren und selbst eine halb­jäh­ri­ge Welt­rei­s­e keine dauer­haf­te Ab­hil­fe schaf­fen konnten, ent­schloss er sich, die Passion zum Be­ruf zu ma­chen. Sein De­büt als Rei­se­buch­au­tor gab er 1991 mit „Si­zi­lien“. Mit zahl­rei­chen Spa­nien-Ti­teln im Mi­chael Mül­ler Ver­lag blieb er seinem Fai­ble für Süd­europa treu. Nur der Wech­sel zwischen Ita­lienisch und Spa­nisch macht ihm zu Be­ginn einer Re­cher­che­reise noch immer zu schaf­fen ...
Als „Zuagroastem“ in München hat mich (außer natürlich, wenn es ums Skifahren geht) die Nähe zu den ober­bayerischen Seen eigentlich schon immer mehr in­te­res­siert als die zu den Bergen. Es ist ja auch eine wirklich feine Sache, an einem Sommer­nach­mittag mit dem Motorrad an den wunderbar moorig-weichen Kirchsee zu düsen und anschließend im ­Wirtsgarten von Klos­ter Reutberg zu essen. Um den Staffel­see zu wandern und als Abschluss in See­hau­sen einen Cappuccino zu trinken. Mit dem Rad mal schnell an den Starn­ber­ger See zu fahren und sich ein Schat­ten­plätzchen im „Paradies“ zu suchen. Oder ­im Winter auf dem zugefrorenen Pilsensee Schlittschuh zu laufen ...
Dennoch kannte ich lange Zeit nur eine Hand­voll Lieblingsplätze, die ich immer wie­der besuchte. Mit der Arbeit an die­sem Buch hat sich das gründlich ge­än­dert. Monatelang durfte ich mir so­zu­sa­gen ganz „offiziell“ See für See vor­neh­men, um nach den besten Bade­stellen, Wirts­häusern und Unterkünf-ten zu for­schen. In den vergangenen Jahren hat auch mein Kollege Christian Gehl weitere vor­zügliche Tipps beigesteuert. Dass man auf dem Weg zu einem der vielen Seen schon bald hin­ter München meist ein grandioses Alpenpanorama genießt, empfinde ich bei der Recherche übrigens keinesfalls als Nachteil ...
In eigener Sache
Bei der Arbeit an dieser Auflage, waren die Auswirkungen der Corona-Krise auf Restaurants, Hotels, Museen etc. noch nicht endgültig abzusehen. Des­we­gen können nicht alle Informationen in diesem Buch auf dem aktuellen Stand sein. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und bitten Sie, gelegentlich einen Blick auf unsere Internetseiten zu werfen, wo wir Sie über Ihr Reisegebiet auf dem Lau­fen­den halten. Wenn Sie mögen, können Sie diesen Service mit eigenen Erfahrungen vor Ort unterstützen. Schreiben Sie uns unter info@michael-mueller-verlag.de, Stichwort „Reisebuch-Updates“. Wir sind dankbar für jeden aktuellen Hinweis.
Orientiert an den Oberbayerischen Seen
Die Seen im Profil
Ohne sie wäre Oberbayern nur halb so schön. Dutzende von großen und kleineren Seen zieren das Alpenvorland und die bayerische Bergwelt. Und jeder von ihnen hat seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Charakter.
Obwohl Oberbayern zu den be­lieb­tes­ten Ferienregionen Deutsch­lands zählt, sind die Seen jene Natur­paradiese geblieben, als die sie vor über hundert Jahren be­kannt wur­den. Selbst an den be­lieb­tes­ten Gewässern sind deshalb noch ruhige Flecken zu fin­den.
Die Oberbayerischen Seen sind...
... ein Produkt der letzten Eiszeit
Entstanden sind die meisten Seen wäh­rend der letzten großen Eiszeit, der Würmeiszeit (benannt übrigens nach dem Abfluss des Starnberger Sees) vor etwa 115.000 bis 10.000 Jahren. Große Alpengletscher dran­gen damals mehr­fach weit nach Norden in die Ebenen vor, ihre gigantischen Eis­zungen trans­por­tierten riesige Mengen an Gesteins­material. Sie fräs­ten die Becken der großen Seen wie des Chiemsees und des Starnberger Sees aus und formten gleichzeitig die Mo­ränenhügel an deren Rändern. Nach dem Ende der Eiszeit zogen sich die Gletscher mit zu­neh­men­der Erwärmung wieder in Rich­tung der Berge zurück und hinterließen verein­zelte, mit Schotter überlagerte und dadurch isolierte Eis­blö­cke, die nur sehr langsam schmolzen. Als das ver­schüttete Toteis schließlich doch auf­taute, stürzte der Schotter in den Hohl­raum. Es bildeten sich Senken, die sich mit Grundwasser füllten. So ent­stan­den klei­nere Seen, die sogenannten Toteisseen, wie sie beispielsweise im Gebiet der Osterseen und der Eggstätter Seenplatte zu sehen sind.
... sauber und eher kühl
Grundsätzlich gilt: So gut wie alle ober­bay­erischen Seen besitzen eine ausge­zeich­nete Wasserqualität. Der jähr­lich erscheinende EU-Bade­ge­wäs­ser­bericht kritisiert gelegentlich ein bis zwei klei­nere Seen, die temporär ho­hen Algen­bewuchs oder zu vie­le Ko­libakteri­en aufweisen. Generell jedoch stuf­t auch das bayerische Gesundheits­minis­te­ri­um die Wasserqualität fast aller in die­sem Buch vorgestellten Seen als sehr gut ein. Über die Wasser­tem­pe­ratur sagt dies natürlich nichts aus. Viele Seen sind eher kühl zu nen­nen, werden also auch im Hoch­som­mer nur um die 18 Grad warm. Am an­ge­nehmsten sind in dieser Be­zie­hung der Staffel­see, der Waginger See/Tachin­ger See und natürlich die klei­ne­ren Seen wie der Hackensee, der Kirch­see oder der Weß­linger See, die alle mit Sommertem­pe­ra­tu­ren von deutlich über 20 Grad auf­warten können. In man­chen Jahren werden sogar bis zu 27 Grad erreicht.
... mehr als nur schöne Badeplätze
Den Freizeitmöglichkeiten an den ober­bay­erischen Seen sind kaum Grenzen ge­setzt. Entlang der Ufer und in ihrem Hinterland verlaufen zahlreiche reiz­volle Wanderwege und Fahrradrouten. Wassersportler vom Surfer bis zum Schlauchbootkapitän finden ebenfalls beste Bedingungen. Geruhsamere Na­turen können eine Schiffs­rund­fahrt unternehmen, per Gondel die na­hen Aussichtsber­ge bezwingen, sich auf einer See­ter­rasse frischen Fisch schme­cken las­sen oder schlicht in einem schattigen Bier­garten am Ufer eine kühle Maß zi­schen. Und auch in kul­tureller Hinsicht haben die Seen und ihr Umfeld einiges zu bieten. Die Skala reicht hier von hochrangigen Kunst­mu­seen wie in Murnau, Kochel oder Bern­ried über die zahlreichen, meist vom Barock geprägten Kirchen und Klöster bis hin zum Schloss Her­ren­chiem­see, der wahnwitzigen Ver­sailles-Hom­mage von Bayerns ent­rück­tem König Lud­wig II.
... ruhige Schönheiten
Fast alle Seen schmiegen sich in weit­gehend landwirtschaftlich struk­tu­r­ierte Regionen, die mit grünen Hügeln, Wäl­dern und Wiesen, Bauerndörfern und ein­zelnen Höfen von Ruhe und Kon­templation geprägt sind. Laut, def­tig und grell geht es höchstens mal im Bräu­stüberl von Kloster Andechs zu, ei­nem Anziehungspunkt mit interna­tio­na­ler Strahlkraft, und wahrschein­lich ist auch der hochsommerliche Men­schen­auf­lauf an Starnbergs See­pro­menade oder vor dem Tegernseer Schloss nicht jedermanns Sache.
Doch wer sich nur ein paar hundert Meter von die­sen Brennpunkten des weiß-blauen Ausflugs­ver­kehrs ent­fernt, be­fin­det sich inmit­ten der lieb­lichs­ten Kul­tur­landschaft, die sich jen­seits der Tos­ka­na nur denken lässt. Stil­ler noch zeigen sich die elegischen, brettebenen und von zahlreichen Bä­chen und Rinn­sa­len durchzogenen Moo­re, die (wie an Staffelsee und Ko­chel­see) manchen Seen vorgelagert sind und schon den Malern des „Blauen Reiter“ als Quelle der Inspiration dien­ten. Und über allem erhebt sich im Sü­den die majestätische, bis in den Früh­sommer schneebedeckte Kulisse der Alpen ...
... aber auch mal mondän
Sollte Ihnen der Sinn nach etwas mehr Trubel stehen, viel­leicht auch nach einem Schuss mon­dä­ner internatio­naler Atmosphäre, dann besuchen Sie doch einmal Rottach-Egern, das Zen­trum der High Society am generell recht exklusiv geprägten Te­gernsee. Mit Fünf-Sterne-Ho­tels und mehreren Mi­che­lin-Restaurants wird hier er­folg­reich gegen das etwas ver­schla­fen-betuliche Image der Region an­ge­ar­bei­tet, und das Auf­kom­men an Cabrios und schicken Old­timern sucht ebenso seinesgleichen wie das Preisniveau in den ed­len Boutiquen.
Vom Ammersee zum Königssee
Die Seen im Überblick
Dieses Handbuch will Ihnen dabei helfen, „Ihre“ Lieblings­seen zu entdecken. Aus­führlich beschreibt es die großen Seen und ihre Umgebung, widmet sich aber auch so manch kleinerem, weniger bekannten Gewässer.
Trotz vieler Gemeinsamkeiten weisen die einzelnen Seen doch ihre ganz eigenen Charak­te­ris­ti­ka auf. Dementsprechend eignet sich auch nicht jeder See für jeden Geschmack gleichermaßen. Die folgende Kurzübersicht gibt eine erste Orientierung.
(Foto: Blick von Gut Kaltenbrunn am Tegernsee)
Fünfseenland
Ein werbewirksamer Name, aber nicht ganz korrekt: Das Gebiet um den Starn­ber­ger See und den Ammersee zählt insgesamt weit mehr als nur fünf Seen. Praktisch im Vorhof der Landeshaup­t­stadt gelegen, ist es rund ums Jahr ein Lieblingsziel der Münchner Ausflügler. Schicke Restaurants, nob­le Golfplätze und Yachthäfen kontrastieren mit bäu­er­lich geprägter Landschaft und boden­ständiger Kultur. Eine ausgesprochen vielfältige Region, die durch Wan­der- und Radwege bestens erschlossen ist. Auch an Badeplätzen be­steht wahrlich kein Mangel. → hier
Das Blaue Land
Die Gegend um den Staffelsee und den Riegsee zog schon früh zahlreiche Künst­ler an, darunter Wassily Kan­dins­ky, Gabriele Münter, Paul Klee und August Macke. Viele ihrer Motive fan­den sie in den Mooren um den Staffel­see, die zu allen Jahreszeiten mit einem ganz eigenen Spiel von Licht und Far­ben faszinieren. Der idyllische Staffel­see selbst ist ein beliebtes Badeziel, glänzt er doch mit besonders warmem Wasser. → hier
Tölzer Land
Kochelsee und Walchensee, Sylven­stein­see und die beiden kleinen Moor­seen Kirchsee und Hackensee liegen im Tölzer Land, der Region zwischen Loi­sach und Isar. Obwohl Kochelsee und Walchensee durch das Walchensee­kraft­werk miteinander verbunden sind, zeigen die beiden Gewässer doch ganz unterschiedli­che Gesichter. Der klei­ne­re Kochelsee schmiegt sich an den Fuß der Alpen. Er ist sei­ner kühlen Tem­peraturen wegen kaum zum Baden geeignet, lockt aber mit einer an Se­hens­würdigkeiten reichen Umgebung. Schon mitten in den Bergen liegt der Wal­chensee. Weitgehend un­verbaute Ufer er­freu­en das Auge, die stets steife Brise macht ihn zum Mekka der baye­rischen Surfer. Ein reiz­voller Ab­stecher führt in die Zug­spitzregion, die neben dem höchsten Berg Deutschlands auch einige cha­rmante kleine Seen besitzt. → hier
Alpenregion Tegernsee Schliersee
Zwei Nachbarn, die sich ähneln - und doch wieder nicht. Gemeinsam ist den beiden Seen die schöne Lage nah an den Bergen und das dichte Wegenetz für Wanderer und Mountainbiker. Doch während am be­rühmten, im Sommer viel besuchten Tegernsee schon seit Ludwig Thomas Zeiten die Prominenz zuhause ist, zeigt sich der kleinere Schliersee von der ländlicheren, ruhi­geren Seite. Von hier ist es nicht weit zum Dritten im Bunde, dem auf über 1000 Meter Höhe gelegenen Spit­zingsee. → hier
Chiemgau
Das „Bayerische Meer“, der Chiemsee, bildet den Mittelpunkt einer fa­cetten­reichen Urlaubsregion, die ihresglei­chen sucht. Seine Lage in der alten Kultur­landschaft des Chiemgaus, das umfangreiche Angebot an Sport­mög­lichkei­ten, hochrangige Sehens­würdig­kei­ten wie Fraueninsel und Herren­insel, die Nähe zu den Alpen und die Nachbarschaft zu zahlreichen kleine­ren Seen sind nur einige der Trümpfe des größten unter allen Seen des Frei­staats. Westlich des Chiemsees er­streckt sich der deutlich kleinere, ländlich geprägte Simssee.
Weit im Osten Bayerns, unweit der Grenze zu Österreich, liegen schließlich die beiden miteinander verbundenen Seen Wagin­ger See und Tachinger See. Von der sanften Hü­gellandschaft des Rupertiwinkels umgeben, zählen sie zu den wärmsten Badeseen des Freistaats, sind mit zahlreichen Zeltplätzen gleich­zeitig ein Dorado für Cam­per. → hier
Berchtesgadener Land
Der Königssee im Berchtesgadener Land ist nicht nur der wohl meist­besuchte See Oberbayerns, sondern auch wirklich einer der schönsten, nicht zuletzt dank seiner fantastischen Lage inmitten der alpinen Bergwelt des Nationalparks Berchtesgaden. Zum Ba­den ist er zwar zu kalt, seine wild­schöne Umgebung bietet Wanderern, Bergsteigern und allen Freun­den der verschiedenen Abenteuersportarten je­doch beste Möglichkeiten. Und an Se­henswürdigkeiten herrscht zu Füßen des Watzmann auch kein Mangel, vom Berch­tesgadener Schlossmuseum bis hin zum komplett be­sucher­taug­lich aus­ge­rüs­te­ten Salzbergwerk. → hier
Mehr erfahren Sie auf den folgenden Seiten - auch über den stillen Hacken­see, die ver­wunschenen Osterseen, das Naturparadies der Eggstätter Seen­platte, den wild­schönen Hintersee und die Reize vieler anderer oberbay­eri­scher Seen.
Architektur und Kunst
Erlebnis Kultur
Zahlreiche teils weltberühmte Schlösser, Klöster und Kirchen zieren die Ufer der oberbayeri­schen Seen und ihres Hinter­lands. Hochrangige Kunstmu­seen präsentieren die Werke jener Künstler, die hier ihre Inspirationsquellen fanden.
Bereits seit mehr als 5000 Jahren siedeln Menschen an den ober­bayerischen Seen. Die Pfahlbauten vor der Roseninsel im Starnberger See entstanden im 4. Jahrtausend v. Chr. und sind als UNESCO-Welt­kulturerbe ausgewiesen. Berühmt sind auch die Deckenfresken des Marienmünsters in Dießen (Foto).
Klöster, Kirchen und Schlösser
Kloster Andechs: Hoch auf dem „Heili­gen Berg“ über Herrsching am Ammer­see thront das älteste Wallfahrtsziel Bayerns. Die Tradition von Andechs reicht zurück bis ins 12. Jh., seit 1455 kümmern sich gastfreundliche Bene­diktiner um die Pilger. Und dies auch im leiblichen Sinn, wird hier doch schon seit Gründung des Klosters Bier gebraut. Ebenso wie die Kunstschätze der Kirche zählen denn auch der „Klostergasthof“ und das „Bräustüberl“ zu den größten Anziehungspunkten von Andechs.
Marienmünster in Dießen: Im Künst­lerstädtchen Dießen am Ammersee erhebt sich eine der schönsten Barock­kirchen Bayerns. Insbesondere die Innenausstattung des 1739 fertigge­stellten „Dießener Him­mels“ begeis­tert, waren an ihr doch zahlreiche be­deutende Künstler beteiligt, auch aus dem nahen, für seine Stuckateure be­rühmten und ebenfalls sehr sehens­werten Kloster Wessobrunn.
Kloster Benediktbeuern: Nördlich von Kochel am See steht eines der ältesten Klöster Bayerns. Bereits um 740 gegrün­det, entwickelte sich Benediktbeu­ern bald zu einem bedeutenden kul­tu­rel­len Zentrum. Nach schweren Zerstö­run­gen zeigt sich die weitläufige Anla­ge heute im barocken Gewand des 17. Jh., die wun­derbare Anastasia-Kapelle leuchtet im lichten Rokoko des 18. Jh.
Schloss Tegernsee: Das große Schloss, ehemals ein Benediktinerkloster, ist als Privatbesitz des Hauses Wittelsbach nicht zu besichtigen, wohl aber die zugehörige Pfarrkiche St. Quirin. Die große Mehrzahl der reichlich strömen­den Besucher allerdings zieht es zu den berühmten Bieren im nahen „Herzog­lichen Bräustüberl“.
Schloss Herren­chiem­see: Auf der Herren­insel im Chiemsee ent­stand der erste Ent­wurf für das Grund­ge­setz der Bun­des­republik Deutsch­land. Stärker im Fokus steht jedoch Schloss Her­ren­chiemsee, die pracht­volle Versailles-Homma­ge von Bayerns „Mär­chen­könig“ Ludwig II. Der riesige Bau wurde zwar nie so fertiggestellt, wie er geplant gewesen war, der Prunk im Inneren ist dennoch überwältigend; die Spiegel­ga­lerie misst imposante 98 Me­ter Länge. Ebenso prachtvoll sind die Par­ka­nla­gen. Angeschlossen ist das König-Ludwig-Museum, das größte seiner Art.
Fraueninsel: Die kleinere Nachbarin der Herreninsel besitzt eine ausgesprochen malerische, friedvolle Atmosphäre und verführt zum ziellosen Herumschlen­dern. Doch stehen hier auch die ur­sprünglich noch romanische Münster­kirche Mariä Opferung mit ihrem freistehenden Glockenturm sowie die uralte karolingische Torhalle, der äl­tes­te komplett er­haltene Hochbau Süd­deutschlands.
Kloster Seeon: Und noch eine Insel­schön­heit. Der ehemalige Konvent, be­reits im 10. Jh. gegründet, liegt auf ei­ner Insel im Klostersee nördlich von Seebruck am Chiemsee. Die Zwiebel­türme der Klosterkirche dürften zu den meistfotografierten Motiven in Ober­bayern gehören, spiegeln sie sich doch gar zu hübsch im Wasser. Der zu­ge­hö­rige Gasthof besitzt eine reizvolle See­terrasse - da lässt es sich wohl ver­schmerzen, dass die Klostergebäude mit Ausnahme der Kirche nur selten zu besichtigen sind.
Königliches Schloss Berchtesgaden: Zum Schloss wurde das mächtige Gebäude, ein ehemaliges Chorherren­stift, erst durch die Übernahme durch die Wittelsbacher nach der Säkula­risation von 1803, doch ist seine Ge­schichte weit älter; der romanische Kreuzgang reicht bis ins 12. Jh. zurück. Im Inneren des Schlosses ist heute ein Museum untergebracht, das zahlreiche Kunstwerke, aber auch Möbel und Waffen aus dem Besitz der Wittels­bacher zeigt.
Kunstmuseen
Buchheim-Museum: Auch architekto­nisch beeindruckend ist das einem Schiff ähnelnde Museum, das wie gestrandet in einem Park bei Bernried am Starnberger See liegt. Es beherbergt nicht nur zahlreiche expressionistische Arbeiten aus der legendären Sammlung von Lothar-Günter Buchheim, sondern fungiert auch als Völkerkundemuseum, vereint dabei scheinbar Unvereinbares wie Briefbeschwerer, Masken und Bauernschränke.
Schlossmuseum Murnau: Das hübsche Städtchen am Staffelsee ist eng ver­knüpft mit der Künstlergemeinschaft des „Blauen Reiter“, Wassily Kan­dinsky und Gabriele Münter besaßen hier ein Haus. Das Museum im Schloss präsentiert eine umfangreiche Samm­lung von Werken der Expressionisten, verweist aber auch auf Bezüge zum traditionellen Handwerk und der Land­schaft des „Blauen Lands“.
Franz Marc Museum: In Kochel am See ist dem Mitbegründer des „Blauen Reiter“ ein eigenes Museum gewidmet. Neben zahlreichen Arbeiten von Marc und seiner Freunde zeigt es auch den Einfluss des Malers auf nachfolgende Künstlergenerationen.
Seen, Moore und Berge
Erlebnis Natur
Lauschige Sommerabende am Ufersteg, Frühlingstage mit Föhnblick auf die schneebe­deckten Alpen, melancholische Moore im Spätherbst, winter­liches Schlittschuhvergnügen: Rund ums Jahr bieten die Oberbayerischen Seen viele Arten von Naturgenuss.
Die Eggstätt-Hemhofer Seenplatte mit ihren 17 kleinen Seen, dichten Wäldern, Mooren und Schilfflächen wurde bereits 1939 unter Naturschutz gestellt und ist damit das älteste Naturschutzgebiet Bayerns.
Naturerlebnis an den Seen
Osterseen: Südlich des Starnberger Sees verteilen sich gut 20 kleinere Moor­seen. Sie bilden eine vielfältige Land­schaft der Schilfgürtel, Kanäle und Gumpen, sind gleichzeitig ein Re­fugium zahlreicher bedrohter Tier- und Pflanzenarten und deshalb auch unter Naturschutz gestellt. Eine schöne Ge­gend für Wanderungen. Den Oster­seen ähnlich sind die kleinen Seen im Gebiet der Eggstätter Seenplatte.
Staffelsee: Naturnah sind auch große Bereiche des Staffelsee-Ufers, insbe­son­dere in den Feuchtgebieten im Nor­den und Westen, die als „Naturschutz­gebiet Westlicher Staffelsee mit an­gren­zen­den Mooren“ ausgewiesen wur­den.
Walchensee: Seine Lage mitten in den Bergen und die weitgehend unverbau­ten Ufer kennzeichnen den Wal­chen­see. An den Ufern des sehr sauberen, mit 190 Metern ausgesprochen tiefen Sees wachsen Wälder aus Eiben, Fich­ten, Tannen und Buchen. Windsurfer lieben den Walchensee, Radfahrer fin­den gute Tourenmöglichkeiten.
Spitzingsee: Ebenfalls ein echter Berg­see ist der kleine, fast 1100 Meter hoch gelegene Spitzingsee. Ein umfang­rei­ches Netz von Wanderwegen und Moun­tainbikerouten überzieht die um­liegenden Hänge, im Winter fungiert die Region als beliebtes Skigebiet.
Königssee: Der vielleicht berühmteste unter den oberbayerischen Seen ist mit Sicherheit auch einer der schönsten. Spektakulär erstreckt er sich wie ein Fjord inmitten steiler Felswände, die keinen Raum für Straßen oder auch nur Fußwege lassen: Der Königssee kann nur mit den Elektrobooten der Seenschifffahrt erobert werden. Von der hinteren Haltestelle Salet ist es dann nur ein kurzer Fußweg zum klei­neren, ebenso reizvoll ge­le­ge­nen Ober­see.
Hintersee: Wie der Kö­nigssee liegt auch der Hintersee im National­park Berch­tesgaden, Deutsch­lands einzigem Al­pen-Nationalpark. Trotz der na­hen Bundesstraße hat sich der Hintersee eine ro­mantische Atmo­sphä­re bewahrt, ins­beson­dere an seinem Ost­ufer mit dem märchenhaften Zauberwald.
Moore
Murnauer Moos: Eine eigene, stille Fas­zination besitzen die Moore, die sich im Umfeld mehrerer Seen erstrecken. Das Murnauer Moos nahe dem Staffelsee ist die ausgedehnteste dieser Landschaf­ten, ein bedeutendes Biotop mit vielen seltenen Pflanzen und Tieren. Vor dem Hintergrund der Alpen formen Streu­wiesen, Wasserläufe, freistehende Bäu­me und Waldgebiete, die wie Inseln auf kleinen Hügeln (Köchel) aus der Ebene ragen, ein einzigartiges Ensemble. Eine ähnliche Stimmung besitzen nicht weit entfernt die beim Kochelsee gelegenen Loisach-Kochel­seemoore.
Ausflugsberge
Herzogstand: Direkt vom Ostufer des Walchensees führt eine Kabinenbahn in wenigen Minuten auf 1600 Meter Höhe, der Rest des Wegs bis zum 1731 Meter hohen Gipfel muss zu Fuß zu­rück­gelegt werden. Der Herzogstand kann aber auch „komplett“ erwandert werden. Der fulminante Ausblick von oben in alle Himmelsrichtungen be­geis­terte schon König Maximilian II. und auch seinen Sohn, den „Mär­chenkönig“ Ludwig II.
Zugspitze: Deutschlands höchster Berg ist natürlich immer einen Abstecher wert, sieht man von seinen 2962 Me­tern bei guten Bedingungen doch meh­re­re hundert Alpengipfel in vier Län­dern gleichzeitig. Unweit der Tal­station der Seilbahn liegen zudem die beiden hübschen Seen Eibsee und Badersee.
Wendelstein: Auch der unverwechsel­bar geformte, 1838 Meter hohe Wen­delstein ist ein Aussichtsberg erster Gü­te. Er erhebt sich bei Bayrischzell, öst­lich vom Schliersee.
Kampenwand: Das weithin sichtbare Gipfelkreuz markiert den höchsten Punkt dieses eindrucksvollen, 1669 Meter hohen Felsbergs im Süden des Chiemsees. Auf den Gipfel selbst schafft es zwar nicht jeder (der Weg ist nicht ganz einfach), doch bieten sich auch schon im Umfeld der auf 1467 Me­tern Höhe gelegenen Bergstation der Seilbahn schöne, panoramenreiche Wan­derwege und beliebte Einkehr­möglichkeiten.
Durch die tosende Klamm
Almbachklamm: Nordöstlich von Berch­tesgaden führt ein gesicherter, mit Drahtseilen, Treppen und vielen Brücken versehener Steig durch die malerische, fast drei Kilometer lange Schlucht, eröffnet dabei immer wieder eindrucksvolle Blicke auf den rau­schen­den Wildbach mit seinen Was­ser­fällen und tiefen Gumpen. Spannend auch für Kinder! Ein ganz ähnliches Erlebnis bietet sich nahe Ramsau bei der Durchquerung der Wimbachklamm.
Lauschige Plätze am Wasser
Baden
Ein Badeparadies sind die oberbayerischen Seen nur bedingt. Das liegt zum einen an den mancherorts recht kühlen Wassertemperaturen. Zum anderen wird man in Ober­bayern lange Traumstrände ver­gebens suchen. Oft sind die Ufer feucht, ist der Einstieg ins Wasser morastig oder steinig. Badestege, alternativ Bade­schuhe sind dann eine Wohltat.
Eine weitere Einschränkung betrifft den Zugang zum Wasser. Vor allem im Fünfseenland, in geringerem Maße aber auch an anderen Seen Oberbayerns, sind Teile der Ufer als Privatbesitz für die Öffentlichkeit gesperrt. Ausgerechnet am elitären Tegernsee gibt es viele feine Badeplätze (Foto).
Strandbäder, Badeplätze und Erholungsgebiete
In Strandbädern, wie sie sich an fast je­dem See finden, gehören Stege meist zur Grund­ausstattung. Dort gibt es auch Um­klei­dekabinen, Duschen, Toi­letten, oft ei­nen Kinderspielplatz und fast immer eine Gast­stätte oder einen Kiosk mit einer zum See gelegenen Terrasse. Dieser Service ist zwar leider nicht überall umsonst, doch bleibt er bezahlbar; wer nur die Gaststätte auf­su­chen will, kann dies in der Regel tun, ohne Eintritt zahlen zu müssen. Oft völ­lig verwehrt bleibt der Zu­gang dagegen dem vierbeinigen Lieb­ling: In vielen Strandbädern herrscht Hun­de­verbot.
Eine Alternative zu den Strandbä­dern bilden die öffentlichen Bade­plät­ze und Erholungsgebiete an den Seen. Sie können sehr unterschiedlich aus­ge­stat­tet sein. Die Skala reicht hier vom sump­fi­gen, unbefestigten Ufer oh­ne jed­we­de Ein­rich­tung bis hin zum noblen, mit Kiosk, Sa­ni­tär­anlagen und sogar mit Sport­mög­lich­kei­ten verse­he­nen, aber gratis zu­gäng­li­chen Ge­lände. Dafür kosten oft die Park­plät­ze eine Gebühr.
In letzter Zeit wurden manche Strand­bäder zu Badeplätzen zurück­gestuft, bädertypische Einrichtungen wie Stege, Sprungtürme und Badeflöße gesperrt; auch die Eintrittsgebühr ent­fiel. Grund ist ein Urteil des Bundes­gerichtshofs, das die Anforderungen an die Badeaufsicht in Strandbädern er­heblich verschärfte. Ob sich diese Ent­wicklung fortsetzen wird, ist schwer absehbar.
Mit Aussicht
Strandbad Alpenblick: Das Strandbad bei Uffing am Staffelsee trägt seine Haupt­attraktion bereits im Namen, denn der Ausblick über den See auf die Berge ist wirklich grandios.
Strandbad Kaltenbrunn: Wunderbar ist auch der Bergblick von diesem fa­miliären kleinen Strand­bad bei Gmund am Te­gernsee.
Badeplatz Aschau, zwar nicht direkt an einem See gelegen, jedoch nicht weit vom Chiemsee entfernt. Grund­wasser speist dieses Naturbad, das eine sehr reizvolle Aussicht auf die Prientaler Berge und Schloss Hohen­aschau bietet.
Historische Strandbäder
Strandbad Feldafing: Am Westufer des Starnberger Sees liegt dieses denk­malgeschützte Strandbad, dessen Bau­ten noch aus den Zwanzigerjahren stammen.
Strandbad Raabe: Der Wörthsee war bereits früh von den Münchnern ent­deckt worden, das Strandbad bei Stei­nebach wurde schon 1913 eröffnet. Die für die damalige Zeit recht lockere Badekultur verschaffte Steinebach den Beinamen „Schweinebach“. Ganz in der Nähe liegt das nur wenig jüngere Strandbad Fleischmann.
Badeparadies Grubsee, im Gebiet süd­lich des Walchensees, kurz vor Mit­ten­wald. Nostalgisches, 1934 eröffnetes Na­turschwimmbad, das idyllisch im Wald liegt.
Für Familien
Strandbad St. Heinrich, beim gleichna­migen Ort ganz unten am Ostufer des Starnberger Sees. Das Wiesengelände hier ist nicht allzugroß, der Strand fällt dafür kinderfreundlich flach ab. Ori­ginelle Strandbar.
Popperwiese, in Rottach-Egern am Te­gern­see. Auch hier geht es schön flach in den See, es gibt eine große Liege­wiese, Sportmöglichkeiten und sogar ein Piratenschiff zum Klettern. Und dank eigenem Hundestrand darf Bello auch mit.
Strandbad Bernau-Felden, familien­freund­liches Strandbad im großen Ge­län­de des Chiemseeparks Bernau-Fel­den. Beste Infrastruktur, zwei Kinder­spiel­plätze, viele Sportangebote von Tisch­tennis bis zur Bocciabahn.
Mit Abendsonne
Strandbad Seewinkel, in Herrsching am Ammersee. Die Uferpromenade von Herr­sching ist berühmt für ihre schö­nen Sonnenuntergänge, der Blick vom Steg im Strandbad setzt da noch eins drauf. Auch sonst eine prima Adresse mit sehr nettem Kiosk.
Strandbad Übersee-Feldwies, das größ­te Strandbad am Chiemsee. Fantas­ti­sche Sonnenuntergänge, zu denen häu­fig hunderte Bewunderer zusammen­kommen. Als Special gibt es eine Beach Bar mit echtem Karibikflair.
Für Verfrorene
Strandbad Seehausen, am Staffelsee, der mit Sommertemperaturen von bis zu 27 Grad einer der wärmsten Seen in Oberbayern ist. Gaststätte mit hübscher Seeterrasse.
Strandbad Seeteufel, familiäre Anlage am Waginger See, der zusammen mit seinem Nachbarn Tachinger See ebenfalls als besonders warmer See gilt. Oft kann man hier schon im Mai baden.
Aktivitäten für die Familie
Die Seen mit Kindern
Auf dem Spielplatz im Sand buddeln, im Wasser plantschen, zwischendurch ein Eis... Sommerfreuden. Irgendwann aber ist all das ausgereizt und Langeweile droht. Da trifft es sich gut, dass die Seen eine ganze Reihe von Attraktionen für kleine und grö­ße­re Kinder aufweisen können.
Ein großer Spaß für die Kleinen sind natürlich Touren mit dem Ruder-, Tret- oder auch Elektroboot, entsprechende Vermietstationen gibt es an vielen Seen. Auch eine Fahrt mit einem der zahlreichen Ausflugsschiffe oder einer Bergbahn ist eine schöne (wenn auch oft nicht ganz billige) Abwechslung.
Als Unterkunft empfiehlt sich, ins­besondere mit kleineren Kindern, eine Ferienwohnung oder besser noch der „Urlaub auf dem Bauernhof“. Hier kön­nen Kinder fernab vom Verkehr gefahr­los spielen, es gibt viel Auslauf, oft auch einen Pool und im Idealfall sogar Tiere; zudem ist die Chance, auf andere Familien mit Kindern zu treffen, deut­lich höher als im schnieken Fünfster­ne-Hotel. Adressen solcher Höfe, teilweise sogar auf Urlaub mit Kindern spezia­li­siert, finden sich beispielsweise auf www.bauernhofurlaub.de und www.bauernhof-urlaub.com.
Spaß im Freien
Hochseilgarten Utting: Am Westufer des Ammersees dient ein „Piraten­schiff“ (Foto) als durchaus heraus­fordernder Kletterparcours für Kinder und Erwachsene. Es gibt unterschied­liche Schwier­igkeitsgrade auf fünf Ebenen, das Mindestalter beträgt sechs Jahre. Ähnliche Klettergärten, aller­dings zwischen Bäumen, liegen z.B. am Chiemsee in Prien und in Übersee-Feldwies.
Ex Ornamentis - Labyrinth für Kinder: Ebenfalls bei Utting am Ammersee, ganz in der Nähe des Hochseilgartens, wuchert ein Labyrinth aus Sonnen­blumen, Hanf und Mais, dass die Kin­der (und ihre Eltern) erforschen und dabei ihre Stempelzettel füllen können; außerdem finden sich hier u.a. ein Aus­sichtsturm mit Blick auf das Labyrinth, Kürbistunnels und Tipis. Jedes Jahr steht das Labyrinth unter einem an­deren Motto.
Schliersbergalm: Eine Kabinenbahn und ein schöner, wenn auch steiler Wanderweg führen vom Ort Schliersee zu der auf 1060 Meter Höhe gelegenen Ausflugsgaststätte, die neben einer tollen Aussicht auch viele Attraktionen für Kinder besitzt. Dazu gehören ein großer Spielplatz, Minigolf, Trampolins und - schon seit 1982! - eine „Alpen­roller“-Anlage, eine Art Schienenbahn mit Bremsmöglichkeit. Zurück ins Tal kann man die Ka­binenbahn oder, bei den Kleinen sicher beliebter, eine Sommerrodelbahn be­nutzen.
Filmkulissendorf Flake: Am Ostufer des Walchensees steht im gleichnamigen Ort dieses süße Dörfchen aus hölzernen Wikinger­hüt­ten, die als Kulisse für die „Wickie“-Filme von Michael Bully Herbig dien­ten. Die direkt am Wasser gelegene Anlage ist recht klein, der Besuch lohnt sich also eher, wenn man ohnehin in der Nähe ist.
Unterwegs auf der Alz: Zwischen ihrem Abfluss aus dem Chiemsee bei See­bruck und dem Nachbarort Trucht­la­ching fließt die Alz zahm und friedlich dahin. Zur Sommersaison sind auf den knapp sieben Flusskilometern deshalb zahlreiche Schlauchbootpiloten unter­wegs, ein Spaß für die gesamte Familie - nur Papa muss wegen der Rückfahrt mit dem Auto hinterher ... Achtung: Vor dem 1. Juli ist das Befahren verboten, hohe Strafen drohen! Wer kein Schlauch­boot besitzt, kann sich in Seebruck Kajaks und SUP leihen, auch der Rück­transport wird organisiert.
Unterhaltsam lernen
Freilichtmuseum Glentleiten: Archi­tektur, Alltag und Brauchtum des länd­lichen Raums veranschaulicht dieses Museum unweit des Kochelsees. Dut­zende historische Bauernhäuser und Almhütten wurden von ihrem ursprüng­lichen Standort hierhergebracht und wieder aufgebaut, zahlreiche Werk­stätten erlauben bäuerliches Hand­werk „zum Anfassen“. Ein Erlebnis für Kinder wie auch für Eltern.
Markus Wasmeier Freilichtmuseum: Das Museum des ehemaligen Skistars liegt beim Schliersee und ist kleiner, aber im Charakter dem Freilicht­museum Glentleiten vergleichbar. Ein weiteres ähnlich gelagertes Museum findet sich nördlich der Eggstätter Seenplatte, das Bauernhausmuseum Amerang.
Naturschauspiel Kreuth: Extra für Kinder angelegt wurde dieser „Wasser­erlebnisweg“ in Kreuth unweit vom Tegernsee. Die kleine Gämse „Kreuthi“ begleitet Kinder ab vier Jahren entlang der 22 Stationen, die auf unterhaltsame Art Wissenswertes zur Natur der Weiß­achauen vermitteln. Der knapp sieben Kilometer lange Weg beiderseits der Weißach kann auch mit Kinderwagen genutzt werden.
Haus der Berge: In Berchtesgaden lockt dieses bestens konzipierte Museum zu einer informativen Reise durch die Natur und die Lebensräume des Na­tionalparks Berchtesgaden. Vom Grund des Königssees geht die Reise über den Wald, eine Höhle und die Almen bis zu den höchsten Gipfeln, untermalt von passenden Geräuschen und Licht­effekten. Toben lässt es sich danach im Außengelände.
Salzbergwerk Berchtesgaden: Ebenfalls in Berchtesgaden und die berühmteste Attraktion des Orts. Der Besuch unter Tage ist gerade auch für Kinder ein äußerst spannendes Erlebnis. Immer­hin geht es zunächst mit der Gruben­bahn und dann auf langen Berg­mannsrutschen tief hinein in den Berg, Höhepunkt des Vergnügens ist schließ­lich die Fahrt über einen beleuchteten Salzsee. Das Bergwerk ist auf kindliche Besucher gut eingestellt.
Unterwegs an den Oberbayerischen Seen
Fünfseenland
Einprägsam ist der Name ja durchaus. So ganz richtig ist er aber nicht: Zwischen Starnber­ger See und Am­mersee liegen noch deutlich mehr Seen. Neben den beiden großen zählen noch der Pilsensee, der Wörthsee und der Weß­lin­ger See zu den fünf Gewässern, denen das Gebiet südwestlich von Mün­chen sei­ne werbewirk­same Bezeichnung verdankt.
Touristisch zuständig für einen Großteil der Region ist die GWT StarnbergAmmersee in Starnberg, Kirchplatz 5, 82319 Starnberg, www.starnbergammersee.de.
Alle fünf Seen sind an das Münchner S-Bahn-Netz angeschlos­sen. Der Starn­berger See ist mit der S 6 zu er­reichen, die anderen vier mit der S 8.
Mit den fünf größeren Seen ist die Ge­wässer-Vielfalt im Fünfseenland noch längst nicht erschöpft. Beim näheren Blick auf die Karte finden sich noch der Maisinger See, der Deixlfurter See, der Eßsee, der Buch­see und, und, und ... Nicht zu reden von den über 20 kleinen Gewäs­sern im Ge­biet der Os­ter­seen süd­lich des Starnberger Sees, das zu­min­dest vom tou­ris­tischen Stand­punkt aus auch noch zur Region zählt. Un­be­strit­ten dagegen ist die natürliche Schön­heit des Fünfseen­landes. Im sanft ge­well­ten Voralpen­land süd­west­lich von München, nicht viel mehr als eine halbe Stun­de Fahr­zeit von der Lan­deshauptstadt ent­fernt, erstreckt sich diese vielerorts noch bäu­erlich ge­prägte Landschaft, in der unverbaute kleine Dörfer, über­ra­schend präch­tig ausgeschmückte Kirch­lein und der be­eindruckende Föhn­blick auf die bay­e­ri­sche Alpen­kette die Akzente setzen.
Die reizvolle Umgebung, das aus­gedehnte Netz an Wander- und Rad­wegen, die vie­len schönen Badeplätze und originellen Gaststätten verführen nicht nur zahlrei­che Fe­riengäste zu längerem Aufenthalt, zusammen mit den vielerorts erstklassigen Ver­kehrs­verbindungen locken sie an Wochen­enden auch Scharen von Besuchern aus München und Umgebung an. Und so mancher Hauptstädter träumt da­von, sei­nen Wohnsitz in eine dieser traum­haf­ten Villen mit Seezugang zu verlegen ... Um in einer der Residenzen woh­nen zu können, braucht es an­gesichts der horrenden Im­mo­bi­lien­prei­se je­doch erhebliche finanzielle Mit­tel. Aufbringen können die in erster Linie Filmstars, Konzerngrößen, Best­seller­autoren und Spieler des FC Bay­ern, sodass das Fünfseenland, beson­ders der Starn­berger See, als wich­tigster Vor­posten der Münch­ner Promi-Gesell­schaft gilt.
Wo baden?
Strandbad St. Hein­rich: Das Strandbad St. Hein­rich an der Süd­ostseite des Starnberger Sees eig­net sich mit seinem flach abfallenden Strand vor allem für Familien mit kleinen Kindern. Tolle Sonnenunter­gänge, sehr nette Strand­bar.
Paradies“ Possenhofen: Eines der be­kann­testen und beliebtesten Badege­län­de am Westufer des Starnberger Sees ist die weitläufige ehemalige Park­anlage des „Sisi“-Schlosses Pos­sen­ho­fen. Schöne alte Bäume bieten Schat­ten, originell ist der Kiosk „Steg 1“.
Strandbad Feldafing: Hübsch nostal­gisch ist dieses bereits 1927 eröffnete Strandbad, das unweit südlich von Pos­senhofen am Starnberger See liegt und sogar unter Denkmalschutz steht. Schö­ner Blick auf den See, ordentliches Restaurant.
Erholungsgelände Oberndorf: Der größ­te Badeplatz am Wörthsee, mit aus­ge­dehn­ter Liegewiese und schatten­spen­den­den Bäumen. Ein Manko ist viel­leicht die weitgehend fehlende, da durch Vegetation versperrte Aussicht auf den See, ins herrlich saubere Was­ser gelangt man über mehrere Stege.
Strandbad Seewinkel: Das an der kilo­meter­langen Uferpromenade von Herr­sching am Ammersee gelegene sym­pathische kleine Strandbad besitzt eine ganz besondere Atmosphäre. Langer Steg, wunderbare Sonnenunter­gänge und auch mal die eine oder andere Kul­turveranstaltung, gute Gastronomie.
Was anschauen?
Buchheim Museum: Das spektakuläre Museum in Bernried am Starnberger See präsentiert eine große, vom Maler, Autor und Kunst­sammler Lothar-Gün­ther Buchheim zusam­men­getra­gene Aus­stellung deut­scher Expres­sionisten, insbeson­dere der Künst­ler­gruppe „Brü­cke“.
Kloster Andechs: Hoch über Herrsching am Ammersee liegt der „Heilige Berg“ mit dem Kloster Andechs, der meist­besuchten Attraktion im Fünfseenland. Das Innere der weithin sichtbaren Wall­fahrtskirche leuchtet in anmuti­gem Rokoko. Viele Besucher interes­sie­ren sich jedoch mehr für das süffige Andechser Bier, dessen Tradition bis 1455 zurückreicht.
Dießen: Glanzlicht des gemütlichen, kul­turell engagierten Städtchens am Süd­westufer des Ammersees ist das Marienmünster, auch bekannt als der „Dießener Himmel“. Berühmte Künst­ler schufen hier eine der schönsten Barock-Kirchen Bayerns.
Und sonst noch?
Anfang/Mitte September findet das Fünf Seen Filmfestival statt, das sich vor allem dem deutschsprachigen Film ver­schrieben hat, aber auch in­ter­na­tio­na­le Pro­duktionen aus dem Arthouse-Be­reich noch vor dem Kinostart zeigt. Verschiedene Spielorte im Fünfseen­land, u. a. Starnberg und Seefeld. www.fsff.de
Starnberger See
Der größte See der Region ist auch der beliebteste: An sonnigen Som­mer­wo­chenenden scheint hier halb München versammelt. Und dabei ist nur die Hälf­te des 54 Kilometer langen Ufers frei zu­gäng­lich, die andere ist von den Grundstücken zahlreicher herr­schaft­li­cher Villen-Residenzen belegt. Glaubt man Umfragen, leben hier die glücklichs­ten Men­schen Deutschlands: 86 Prozent der Landkreis-Bewohner sagen, dass es sich „hier sehr gut leben lässt“.
Die kleine Fähre pendelt zur Roseninsel bei Feldafing

Die kleine Fähre pendelt zur Roseninsel bei Feldafing

Den „See der Seligen“ nannte die Süd­deutsche Zeitung das Gewässer im Sü­den von Mün­chen, gerade mal 30 S-Bahn-Minuten vom Hauptbahnhof der Landeshaupt­stadt entfernt. Nur in we­ni­gen Regionen Deutschlands leben so viele Millio­nä­re wie am Starnberger See. Und sie wissen, warum sie hier leben: der See sam­tig weich und selbst im Hochsommer von einer erfri­schen­den Gebirgsseekühle, die Al­pen zum Greifen nah, der lichte Mischwald, der sich fast um den ganzen See zieht, die aussichtsreichen Hügel, die eleganten Strandbäder und die idyllischen Bier­gärten ...
Kein Wunder, dass schon die Wit­tels­bacher den Reiz der vielfältigen Land­schaft vor den Toren ihrer Mün­ch­ner Residenz entdeckt hatten. Bereits 1466 erkor Her­zog Albrecht III. die Starn­berger Burg als Sommersitz. Auch seine Nachfolger ver­brach­ten manch lauschigen Sommer am See, errichteten an den Ufern ihre Lust­schlös­ser und hielten große Jagdgesellschaften ab (die, nebenbei bemerkt, nicht allzu waid­männischer Natur waren: Man trieb das Wild ins Wasser und stach es dann von Booten aus ab). Im Zeitalter der Renaissance und des Barock nah­men die hö­fischen Vergnügungen ge­ra­dezu absonderliche Formen an. So un­terhielt Kur­fürst Ferdinand Maria (1651-1679) eine ganze Flotte von Ver­gnü­gungs­schiffen, de­ren Flaggschiff, der be­rühm­te „Bucentaur“, dem Drei­de­cker eines venezianischen Do­gen nach­emp­funden war. Den Herrschern folgte der Hof, später auch die Kunst­welt. Adel, obere Verwaltungsränge und das wohl­habende Bürgertum wetteiferten im Bau von Schlösschen und Villen, die zum Teil noch heute, mittlerweile denk­mal­ge­schützt, manch feine Adres­se zieren.
Wohl seit jener Zeit nennt der Volks­mund den Starnberger See „Fürs­ten­see“. Dies im Gegensatz zum „Bauern­see“ Ammersee, der mit den Grafen von Andechs (11.-13. Jh.) zwar noch ältere Herrscherge­schlech­ter für sich rekla­mie­ren kann - aber schließlich gab es da auch noch Lud­wig II. (1845-1886). Und der war fast so etwas wie ein echter Starnberger. Im­mer­hin hatte der sagenumwobene „Bayernkini“ einen gu­ten Teil seiner Jugend auf Schloss Berg verbracht, auf der Roseninsel bei Feldafing seine acht Jahre ältere Ku­sine Elisabeth („Sisi“) hofiert und mit Ri­chard Wagner dessen Geburtstag gefei­ert. Hier im Starnberger See erfüllte sich auch sein Schicksal, als er am 13. Juni 1886 un­ter nie geklärten Um­stän­den vor Schloss Berg ertrank.
Erlebt hat Ludwig II. noch die Zeit, als sich das einfache Volk des Starn­berger Sees als Ausflugsziel bemäch­tig­te. Auslöser war der Bau der Bahn­linie von München nach Starnberg im Jahre 1854 durch den Unternehmer Johann Ulrich Himbsel. Schon drei Jah­re früher war das erste reguläre Aus­flugs­schiff zur Seerundfahrt gestartet, ein Raddampfer der „Aktien-Dampf­schiff­fahrts-Gesellschaft Würmsee“. Würm­see? Ja, denn so hieß der See, be­nannt nach sei­nem Abfluss, bis ins 20. Jahrhundert: Erst seit dem 16. Mai 1962 darf er sich auch of­fi­ziell Starnberger See nennen.
Daten und praktische Infos
Topografische Angaben Fläche: 56,4 Qua­dratkilometer - nach dem Chiemsee der zweit­größte See Bay­erns, Länge 21 Kilometer, Breite 2 bis 5 Kilo­me­ter, Tiefe 128 Meter, Uferlänge 54 Kilo­me­ter, davon etwa 30 Kilometer frei zu­gäng­lich.
Wassertemperatur Sommer 20 Grad, Ma­ximalwert 24 Grad.
Verbindungen Ein Taschenfahrplan mit den genauen Abfahrtszeiten der Bahn- und Bus­linien des Landkreises ist beim Touris­mus­ver­band Starnberg erhältlich.
Bahn: Neben Starnberg sind auch die West­uferorte Possenhofen/Pöcking, Feld­afing und Tutzing ans Münchner S-Bahn­netz ange­schlos­sen; Fahrzeit der S 6 ab Mün­chen Haupt­bahn­hof nach Starnberg ca. 30 Mi­nuten. Die süd­licher gelegenen Orte Bern­ried und Seeshaupt sind dagegen nur mit Zügen der Deutschen Bahn (Al­ter­na­tive: Bus ab Tutzing) zu erreichen.
Bus: Die MVV-Buslinie Nr. 961 bedient ab S-Bahn­hof Starnberg Nord die am Ostufer gelege­nen Orte Percha, Kempfenhausen, Berg und Ammerland; Abfahrten Mo-Fr 12-mal, Sa 7-mal, So 6-mal täglich. Mit ähnlichen Fre­quen­zen fahren die Busse 964 nach Pöcking und 955 nach Weßling (hier So kein Betrieb). Etwa stündlich bzw. am Wochenende alle zwei Stun­den verkehrt Bus 951 via Andechs nach Herr­sching am Am­mersee.
Auto: Direkte Autobahnverbindung Mün­chen-Starnberg A 95/A 952. An Sommerwo­chen­en­den füllen sich die teilweise gebüh­ren­pflich­ti­gen Parkplätze in Ufernähe schnell.
Schiffsverkehr Betrieb von Ostersonntag bis etwa Mitte Oktober. Anlegestellen der Starn­ber­ger Flotte sind die Ortschaften Starnberg, Berg, Le­oni, Pos­senhofen, Tutzing, Bern­ried, Ambach und Seeshaupt. Ammerland wurde zuletzt nicht mehr angefahren. Die ele­gante Li­nien­füh­rung des Flaggschiffs MS Starnberg soll an die le­gendäre Luxusgaleere „Bu­cen­taur“ erin­nern, die im 17. Jh. von 150 Ruderern be­wegt wurde und bis zu 500 fürst­liche Gäste fass­te. Fahr­pläne gibt es bei der örtlichen Tourist Information in Starnberg sowie von der Schiff­fahrt Starn­berg, Nepomukweg 4, 82319 Starn­berg, Tel. 08151-8061, natürlich auch unter www.seenschifffahrt.de.

Der Starnberger See bei Possenhofen

Gut 50 Kilometer sind bei einer Um­rundung des Starnberger Sees zurück­zu­le­gen, die Strecke ist gut beschildert. Für die Um­wan­de­rung an einem Tag ist die Entfernung natürlich zu groß - Wan­de­rer sollten eine Zwi­schen­über­nachtung einle­gen oder nur Teil­stre­cken gehen und eventuell per Schiff zurückkehren.