Inhaltsverzeichnis
Unterwegs mit Irene Börjes
Präambel
Impressum
Was haben Sie entdeckt?
Vielen Dank!
Teneriffa: Die Vorschau
Hintergründe & Infos
Teneriffa erleben
Typisch Teneriffa
Aktiv auf Teneriffa
Tauchen
Surfen/Windsurfen
Segeln
Fahrrad/Mountainbike
Golf
Karting
Paragliding
Reiten
Tennis
Wandern und Ausflüge
Die schönsten motorisierten Touren
Tour 1: Vom Süden in den Nationalpark
Tour 2: Vom Süden ins romantische Tenogebirge
Tour 3: Zu Heiligtümern und Hauptstädten
Tour 4: Ins wilde Anagagebirge
Tour 5: Durch das Orotavatal in den Nationalpark
Tour 6: Historische Städte im Norden und das romantische Tenogebirge
Tagesausflug nach La Gomera
Anreise
Unterwegs auf La Gomera
San Sebastián
Rundtour mit dem Auto
Essen und Trinken
Geschichte und Wirtschaft
Anreise
Unterwegs zwischen den Kanarischen Inseln
Übernachten
Unterwegs auf Teneriffa
Wissenswertes von A bis Z
Apotheken
Ärztliche Versorgung
Baden/Strände/FKK
Behindertengerechter Urlaub
Einkaufen
Feiertage
Geld
Information
Internet
Kleidung
Konsulate
Kriminalität
Kuren/Wellness/Spa
Landkarten
Literatur
Märkte
Medien, deutschsprachig
Öffnungszeiten
Post
Preise
Sprache
Sprachkurse
Strom
Telefonieren
Trinkgeld
Zeit
Zoll
Reiseziele
Santa Cruz und der Osten
Santa Cruz
Anagagebirge
San Andrés
Baden und Ausflug
An der Küste entlang nach Süden
Candelaria
Puerto de Güímar
Porís de Abona
Im Hinterland
Güímar
Weiter nach Süden
Fasnia
Arico
Der Süden
Urlaubsorte von Ost nach West
El Médano
Los Abrigos
Costa del Silencio
Las Galletas
Los Cristianos
Playa de las Américas und Costa Adeje
Playa de las Américas
Costa Adeje
La Caleta
Kommerzielle Freizeitangebote im Süden
Das Hinterland
Adeje
Barranco del Infierno (Höllenschlucht)
Arona
Mirador de la Centinela
San Isidro
Granadilla de Abona
Vilaflor
Der Westen und das Tenogebirge
Die Westküste
Playa Paraíso
Callao Salvaje
Playa de San Juan
Alcalá
Playa de la Arena, Puerto de Santiago und Los Gigantes
Im Hinterland
Guía de Isora
Arguayo
Das Tenogebirge
Masca
El Palmar und Teno Alto
Los Bailaderos
Das Orotavatal und die Nordküste
Das Orotavatal
Puerto de la Cruz
Los Realejos
La Orotava
Die Altstadt von La Orotava
Oberes Orotavatal
Aguamansa und Umgebung
Die Nordküste
San Juan de la Rambla
Icod de los Vinos
Playa San Marcos
Garachico
Los Silos
Buenavista del Norte
Weiterfahrt ins Tenogebirge
La Laguna und der Nordosten
La Laguna
An der Nordküste
El Sauzal
Tacoronte
Mesa del Mar
El Pris
Das Gebiet um Bajamar und Punta del Hidalgo
Bajamar
Punta del Hidalgo
Sehenswertes/Spaziergänge
Das Anagagebirge
Naturpark Anaga
Taganana und Umgebung
Nationalpark Teide
Kleiner Wanderführer
Wanderung 1: Im Barranco del Infierno (Höllenschlucht)
Wanderung 2: Durch die Schlucht von Masca
Wanderung 3: Zu einsamen Stränden östlich von Puerto de la Cruz
Wanderung 4: Auf die Rambla de Castro
Wanderung 5: Runde zu den Orgelpfeifen
Wanderung 6: Höhenweg mit Panoramablick
Wanderung 7: Höhenwanderung zur Hütte Choza de Chimoche
Wanderung 8: Von Cruz del Carmen nach Punta del Hidalgo
Wanderung 9: Auf alten Maultiertreiberpfaden
Wanderung 10: Halbwüste mit Blütenpracht
Wanderung 11: Siete Cañadas
Übersichtskarten und Pläne
Index
Alles im Kasten
Lage und Landschaft im Überblick
Cueva del viento - Abstieg in die Unterwelt
Die wichtigsten Fiestas im Sommer
Lucha canaria - Kanarischer Kampf
Tapas - Kleinigkeiten für zwischendurch
Typische Kaffeespezialitäten
Bevölkerung und Wirtschaft
Faustregel für die Zimmersuche vor Ort
Signalfahnen am Strand
Deutsche Nepper sind schon da
Der Generalissimo war überall
Eine Jungfrau setzt sich durch
Ohne Tourismus wäre ich wohl Fischer geworden
Kulturprojekt Mariposa
Töpfern wie vor tausend Jahren
Simón Bolívar - ein Sohn Garachicos
Gute Aussichten für Sterngucker
Kartenverzeichnis
Naturschutzgebiete
Touren auf zwei und vier Rädern
Gomera
Innerkanarische Fähr- und Flugverbindungen
Santa Cruz
El Médano
Los Cristianos
Playa de las Americas
Los Gigantes
Puerto de la Cruz
La Orotava
Garachico
La Laguna
Punta de Hidalgo
Nationalpark Teide
Übersicht der Wanderungen
Wanderung 1: Im Barranco del Infierno
Wanderung 2: Durch die Schlucht von Masca
Wanderung 3: Zu den Stränden im Osten
Wanderung 4: Auf die Rambla de Castro
Wanderung 5: Orgelpfeifen
Wanderung 6/7: Höhenweg mit Panoramablick
Wanderung 8: Nach Punta de Hidalgo
Wanderung 9: Auf alten Maultiertreiberpfaden
Wanderung 10: Zur Fortaleza
Wanderung 11: Siete Cañadas
Legende Teneriffa
Inselübersicht
Unterwegs mit Irene Börjes
Im Bus zurück zum Flughafen musste ich über mich selber schmunzeln, denn mein bisheriges Motto war wohl: „Hoch lebe das Vorurteil!“ Als notwendiges Übel hatte ich die Zeit auf Teneriffa gesehen; ich sollte dort ein Programm für Studien- und Wanderreisen vorbereiten. Eine Begegnung mit Teneriffa - Jahre zuvor - war ein Kulturschock gewesen. Nach zwei Wochen Urlaub auf dem stillen Gomera hatte mich der Trubel in Los Cristianos und Playa de las Américas geradezu erschreckt. Seither war es mir gelungen, einen Bogen um Teneriffa zu machen.
Am ersten Morgen auf „meinem Schreckgespenst“ sah die Welt schon ganz anders aus. Nach einer Stunde Autofahrt bog ich ins Tenogebirge ab und war kurz darauf in einer grandiosen Bergwelt. Steil aufragende Felskamine, ein schmaler Pfad, der sich zum Grat hinaufschlängelte. Das einzige Geräusch: summende Bienen. Am Ende des Weges eine Alm voller Blumen mit einem Blick über die Küste und auf den verschneiten Teide. Wo hatte ich schon Schöneres gesehen? Nirgends!
Die nächsten Tage verbrachte ich weiter mit dem Abbau meiner Vorurteile, denn Teneriffa hat viele herrliche Landschaften. Und hatte ich zuerst noch arrogant gedacht, was gibt es da schon zu studieren, wurde ich später zur engagierten Reiseleiterin, die Teilnehmer in Geologie, Klima und Botanik einführte.
Präambel
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Impressum
Text und Recherche: Irene Börjes Lektorat: Sabine Senftleben, Anja Elser (Überarbeitung) Redaktion: Annette Melber Layout: Oliver Kiesow/Bintang Buchservice GmbH Karten: Janina Baumbauer, Theresa Flenger, Günther Grill, Hana Gundel, Inger Holndonner, Judit Ladik, Stephan Moskophidis Fotos: Irene Börje und Ivan Jegorov, außer S. 175: Volker Futter Grafik S.8/9: Johannes Blendinger Covergestaltung: Karl Serwotka Covermotive: oben: Anagagebirge © Grischa Georgiew/Fotolia.com, unten: Playa Las Teresitas © SOMATUSCANI/Fotolia.com
(Hinweis: Die Seitenzahlen beziehen sich auf das gedruckte Buch).
Die in diesem Reisebuch enthaltenen Informationen wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt und von ihm und dem Verlag mit größtmöglicher Sorgfalt überprüft. Dennoch sind, wie wir im Sinne des Produkthaftungsrechts betonen müssen, inhaltliche Fehler nicht mit letzter Gewissheit auszuschließen. Daher erfolgen die Angaben ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie der Autoren bzw. des Verlags. Autoren und Verlag übernehmen keinerlei Verantwortung bzw. Haftung für mögliche Unstimmigkeiten. Wir bitten um Verständnis und sind jederzeit für Anregungen und Verbesserungsvorschläge dankbar.
ISBN print: 978-3-95654-440-8
ISBN ePub: 978-3-95654-523-8
© Copyright Michael Müller Verlag GmbH, Erlangen 1996-2017. Alle Rechte vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr. Druck: Livonia Print, Riga.
8. komplett überarbeitete und aktualisierte Auflage 2017
Was haben Sie entdeckt?
Haben Sie einen einsamen Strand gefunden, eine typische Taverne oder eine freundliche Pension? Wenn Sie Ergänzungen, Verbesserungen oder neue Tipps zum Buch haben, lassen Sie es uns bitte wissen!
Schreiben Sie an: Irene Börjes, Stichwort „Teneriffa“ c/o Michael Müller Verlag GmbH | Gerberei 19, D - 91054 Erlangen irene.börjes@michael-mueller-verlag.de
Vielen Dank!
Die Autorin dankt den folgenden Leserinnen und Lesern für Tipps und Anregungen:
Katja Bach, Katja Bauer, René Eichel, Angelika Fislage, Norbert Karl, Jürgen Keil, Hans-Jürgen Kleine, Rebekka Kirsch, Detlef Kober, Adalbert Krims, Heiko Lenk, Petra Mahr, Silvia Meurer, Stephan Röper, Rodger Schröder, Christian Segebarth, Carina Seitz, Frank Tschelpke, Barbara Wittmann.
Teneriffa: Die Vorschau
Immer mildes Sommerklima
„Absolutely no winter“ - so warb schon 1908 das Humboldt-Kurhaus auf Teneriffa um Gäste. Mit dem Slogan „Garantiert milde Sommer“ wird um Urlauber vom spanischen Festland geworben. „Inseln des ewigen Frühlings“ nannten die alten Griechen diesen Archipel. Tatsache ist, dass an Teneriffas Küsten stetig - von kurzen Ausrutschern abgesehen - frühsommerliche Temperaturen herrschen. „Immer prima Badeklima“, könnten Teneriffas Wetterfrösche ihre täglichen Vorhersagen zusammenfassen. Beste Prognosen für ein Ganzjahresreiseziel.
Dafür, dass bei ständig blauem Himmel keine Langeweile aufkommt, sorgen die Höhenunterschiede. Zwischen den Stränden und dem Gipfel des Teide, Spaniens höchstem Berg, liegen 3718 Höhenmeter, mindestens 25 Grad Celsius im Schatten und mehrere Klimazonen. Wer wollte, könnte nach einem erfrischenden Bad im Atlantik hinauffahren, auf halbem Weg dem Frühling auf Wildblumenwiesen begegnen, etwas weiter oben durch herbstliche Nebelurwälder streifen und auf dem Dach der Insel kühle Gebirgsluft einatmen.
Der Zauberer dieser Vielfalt heißt Passat. Die meist sanfte Luftströmung macht es in Verbindung mit der Gestalt Teneriffas möglich, alle Jahreszeiten an einem Tag zu erleben und die Pflanzen eines ganzen Kontinents auf Teneriffa wachsen zu sehen.
Spots für Sportler
Windsurfen, Kitesurfen, Wellenreiten, Tauchen sind nur einige der Wassersportmöglichkeiten, für die Teneriffa erstklassige Standorte bietet. El Médano im Südosten ist das Mekka der Wind- und Kitesurfer. Hier sorgt der beständig aus Nordosten mit 5 Beaufort wehende Passat im Sommer für ideale Verhältnisse. In den Wintermonaten kann es aber auch stärker aufbrisen. Die klassischen Surfer - die Wellenreiter - finden ihre ideale Welle am Südzipfel und im Norden. Dort zum Beispiel an der Playa El Soccoro. Übrigens, zuschauen ist fast genauso schön wie mitmachen. Wer dennoch Lust bekommt, es selber zu versuchen, kann vor Ort an Kursen teilnehmen. Das gilt ebenso für Taucher. Ihre Basen und Reviere liegen rund um die Insel verteilt. An allen Küsten gibt es spannende Beobachtungsobjekte: Korallenriffe im Süden, Rochen im Osten und silbrige Thunfischschwärme vor der Steilküste Los Gigantes im Westen. Und bei Playa Paraiso starten die Tauchgänge direkt am Strand. Von den rund 25 Strandkilometern um die Insel kann man aber auch ganz einfach nur zum Baden und Schwimmen ins Wasser gehen.
An Land sind die Sportangebote eher noch vielfältiger als im Wasser. Biker und Wanderer finden Touren durch Vulkanwüsten und Wälder, für Paraglider sind rund 40 Startplätze ausgewiesen, und das Angebot für Golfer hat sich inzwischen auf neun Plätze erhöht.
Fiesta! Fiesta!
Jedes Dorf und jede Stadt in einer ländlichen Region feiert im Sommer ihr Erntedankfest. Damit sie sich nicht ins Gehege kommen, wird nicht parallel gefeiert, sondern nacheinander. Diese Fiestas sind eine fröhliche, nostalgische Darstellung des ländlichen Lebens. Den Auftakt bildet eine Romería - eine Prozession -, bei der die Figur des San Isidro, des Schutzheiligen der Bauern, in einem bunten Zug aus Musikgruppen, geschmückten Wagen und in Trachten gekleideten Bewohnern durch den Ort geführt wird. Unterwegs wird getanzt, gesungen, gegessen und getrunken - die Zuschauer sind eingeladen. Damit Hafen- und Hauptstädter nicht zu kurz kommen, hat Carmen, die Schutzpatronin der Fischer, ihren Namenstag im Juli und die Vírgen de Candelaria, Teneriffas Patronin, ihren Festtag im August. Rund um die Romerías rankt sich ein Programm von zehn Tagen. Höhepunkte sind neben dem Umzug die Tanzveranstaltungen an den Wochenenden. Sie beginnen selten vor Mitternacht und enden selten vor dem Morgengrauen. So sehr die Tinerfeños ihre Volksbräuche lieben, getanzt wird nach lateinamerikanischen Rhythmen.
Sie sind nicht im Sommer auf Teneriffa? Zum Glück feiert Tejeda sein Mandelblütenfest im Januar, im Februar beginnt mit dem Karneval die Fiesta-Rakete, im März/April folgt die Semana Santa, im Mai feiern die Canarios sich selbst, im Juni Corpus Cristi mit Blumenteppichen und dann hat schon wieder die Erntedankfestsaison begonnen ...
Tapas und Copas
Der perfekte Einstieg in die kanarisch-spanische Küche sind Tapas, kleine Tellergerichte. Ursprünglich auf einem Deckel (tapa) zu einem Glas Wein (copa) serviert, haben sie sich zu Miniportionen pikanter Speisen verselbstständigt. Tapas bekommt man in großer Auswahl in Bars. Eine Bar hat nichts mit einem Nachtclub zu tun. Sie öffnet morgens und bietet dann Kaffee und belegte Brötchen an, später dann andere Getränke und in einer Glasvitrine verschiedene Tapas. Mehrere davon ersetzen locker ein Mittagessen. Das haben auch die Touristenlokale im Süden erkannt und eine Platte mit fünf oder mehr Tapas als Hauptgericht auf die Karte genommen.
Während Bars und Tapas in ganz Spanien verbreitet sind, ist eine Guachinche eine rein tinerfeñische Erfindung. In Touristenorten sind diese kleinen Lokale bisher nicht zu finden, eher in den Orten im Norden, in den landwirtschaftlichen Zonen. Sie bieten den Weinbauern Gelegenheit, ihren Wein zusammen mit einer kleinen Mahlzeit anzubieten. So verköstigten sie die Arbeiter in ihrer Umgebung gut, reichlich und sehr preiswert. An den Wochenenden sind sie bei Großfamilien beliebt. Gespart wird an der Ausstattung, die meisten Guachinches waren Garagen oder ein Lagerraum. Speisekarten gibt es nicht und viel Auswahl auch nicht. Gekocht wird, was auf dem Markt gerade günstig zu bekommen ist. Ein Drei-Gänge-Menü einschließlich Getränk und café schlägt deshalb kein Loch in die Urlaubskasse.
Wandern auf Humboldts Spuren
„... muss ich gestehen, nirgends ein so ... harmonisches Gemälde vor mir gesehen zu haben.“
So schwärmte der Weltreisende Alexander von Humboldt von Teneriffas Landschaften. 1799 machte er auf seiner Reise nach Südamerika hier Station. Er ritt von Santa Cruz nach Puerto de la Cruz und von dort aus mit dem Maultier hinauf bis an den Fuß des Teide, den er bestieg.
Auf seinen Spuren kann man durch das Orotavatal bis auf den Teide wandern und dabei auch heute noch die herrliche Landschaft genießen. Dabei muss es aber nicht bleiben. Nur wenige Kilometer hinter den Touristenzentren beginnen überall Wanderwege durch abenteuerliche Schluchten und Gebirge, Wüsten und Wälder. Mittendrin winzige, malerische Dörfer, die man am schönsten auf Spaziergängen oder Bergwanderungen erreicht. Wer dem Trubel und der Sonne am Strand für einige Stunden entfliehen möchte, sollte sich in die Lorbeer-, Erika- oder Pinienurwälder aufmachen. Unterwegs wird einem mit ländlicher Ruhe das andere Teneriffa begegnen. Als Wanderwege dienen meist die alten Caminos reales, die mit groben Steinen gepflasterten Verbindungswege der Hirten und Händler. Die bequeme Alternative dazu sind Forstwege. Auf ihnen lassen sich die Wälder wie auf Spazierwegen durchstreifen.
Hintergründe & Infos
Teneriffa erleben
Inseln der Glückseligen, Inseln des ewigen Frühlings, Kontinente im Kleinformat, Badewanne Europas, Teutonengrill - dies alles sind Beinamen der Kanarischen Inseln, poetisch und ironisch und durchaus zutreffend für Teneriffa.
Die Felsengruppe Roques de García im Nationalpark
Welche Variante Sie wählen, können Sie nahezu stündlich neu entscheiden. Möglich ist, zwei Wochen lang Gipfel zu besteigen und durch Nebelurwälder zu wandern oder jeden Tag an einem anderen Strand zu liegen. Und (fast) immer scheint die Sonne dazu, jedenfalls wenn man es richtig anstellt. Teneriffa hält für fast jeden Wunsch Möglichkeiten bereit.
Einsam kann, muss sich aber auf Teneriffa niemand fühlen. Denn jedes Jahr kommen um die fünf Millionen Menschen auf die Idee, hier Urlaub zu machen. Allen voran die Briten, dicht gefolgt von den Spaniern. Die fliehen hauptsächlich im Sommer vor der drückenden Hitze des spanischen Festlands auf die auch im Juli und August angenehm temperierten Inseln. Erst auf Platz drei finden sich die Urlauber aus Deutschland. Die meisten zieht es in die sonnensicheren Touristenzentren im Süden, viele auch an die grüne Nordküste in den Urlaubsklassiker Puerto de la Cruz.
Wer es individueller mag, sucht sich sein Urlaubsquartier abseits der Urlauberzentren. Es gibt zu komfortablen Landhotels ausgebaute Fincas, alte Bauernhäuser, in denen man im Familien- oder Freundeskreis Urlaub machen kann, und kleine, sehr edle Hotels in historischen Mauern. Unabhängig von Ihrer Entscheidung sind Sie per Bus oder fahrbarem Untersatz spätestens in einer halben Stunde in einer der kleinen historischen Städte der Insel, in einem Bergdorf oder allein in einer der vielen verschiedenartigen, faszinierenden und großartigen Landschaften, die schon vor mehr als 200 Jahren den Weltreisenden Alexander von Humboldt entzückten und die aus der Insel einen Kontinent im Kleinformat machen.
Die Landschaften Teneriffas
Wie auch immer man sich Teneriffa nähert, per Flugzeug oder mit dem Schiff, der oft schneebedeckte Gipfel des Teide kündigt die Insel schon von weitem an. Mit 3718 m ist er der höchste Berg Spaniens und die höchste Erhebung im Atlantik. Die ihn umkränzenden Passatwolken scheinen ihn über der Insel, die sich wie ein Koloss aus den blauen Wogen erhebt, schweben zu lassen.
Ruhige Plätzchen lassen sich auch am Strand finden
Berge und Täler
Flugzeuge und Schiffe aus Europa steuern die Inseln von Norden an, und die Reisenden erhalten nach der Begegnung mit dem Teide Einblick in eine der interessantesten Landschaften Teneriffas, in das Anagagebirge. Zerklüftete Bergketten, tiefe Schluchten, grüne Steilhänge, winzige Terrassenfelder, von kleinen, an die Felsen geklebten Dörfern umgeben. Unmittelbar vor Santa Cruz erstreckt sich dann der goldene, von jeglicher Hotelanlage freie Las-Teresitas-Strand. Teneriffa zeigt seine Schokoladenseite für den Wanderfreund und Entdeckertyp.
Lage und Landschaft im Überblick
Lage: Teneriffa gehört mit La Palma, Gomera und Hierro zur Gruppe der südwestlichen Kanaren. Sie liegen auf Höhe der Mittelsahara, Teneriffa ist 340 km vom afrikanischen und 1500 km vom spanischen Festland entfernt.
Größe: Mit 2034 qkm ist sie die größte Kanarische Insel. Die längste Ausdehnung beträgt von Nordosten nach Südwesten 87 km.
Höchste Erhebung: Pico del Teide (Spitze des Teide), mit 3718 m der höchste Gipfel Spaniens und die höchste Erhebung im Atlantik. Der Teide ist von einem Gebirgshalbkreis umgeben, dessen Gipfel Höhen von 2715 m erreichen.
Letzte vulkanische Aktivität: Ausbruch des Chinyero im Jahre 1909.
Küstenlänge: 358 km, davon Steil- und Felsenküste 295 km, Sandstrand 25 km.
Bodennutzung: 20 % Wälder, 13 % Landwirtschaft.
Naturschutzgebiete: 46 % der Inseloberfläche, insbesondere Wälder und jungvulkanische Zonen.
Die Strände im Osten bieten die schönste Brandung
An das Anagagebirge schließt sich der sanfter geformte Bergrücken der Cordillera Dorsal an. Er endet im Gebirgsring der Cañadas. Aus seiner Mitte erhebt sich der Teide, an den sich im Nordwesten das Tenogebirge anschließt. Mit einer wahrhaft gigantischen Steilküste endet die Insel im Nordwesten im Meer. Der Teide, dem nur wenige Meter zum Viertausender fehlen, ist zwar der höchste Berg der Insel, aber auch andere Gipfel erfordern schon etwas Kondition, wenn man sie bezwingen will. Ein knappes Dutzend von ihnen ist über 2000 m hoch. Im Anagagebirge und im Tenogebirge erreichen die Gipfel zwar „nur“ 1000 m, sie deshalb aber als Mittelgebirge zu bezeichnen, wäre irreführend, denn die Eintausender erheben sich nicht langsam ansteigend aus Ebenen und Vorgebirgen, sondern von Normalnull aus dem Meer. Teneriffa ist ein Eldorado für Bergwanderer, erschließt aber viele Schönheiten auch bei langen Spaziergängen.
Fast sechzig Täler ziehen sich von den Bergen rund um die Insel zum Meer hin. Meist steile, enge Schluchten, in denen keine oder nur unter großen Mühen Landwirtschaft betrieben werden kann. Für den Wanderer sind sie umso verlockender.
Als schönstes Tal aber gilt das sanfte Orotavatal im Westen. Es galt lange Zeit als einer der schönsten Plätze der Welt. Hier hatten sich auch die Pioniere des Tourismus vor mehr als hundert Jahren niedergelassen. Statt zu baden und in der Sonne zu liegen lustwandelte man durch die wunderbare Landschaft und Gärten und konnte die gesunde, milde und würzige Luft genießen. So entwickelte sich Teneriffa zunächst zum Luftkurort und erst später zur Badeinsel.
Wüsten und Wälder
Zur gesunden Luft Teneriffas tragen nicht nur die Meeresluft und das ganzjährig milde Klima des viel zitierten ewigen Frühlings bei, sondern auch die Wälder. Sie machen 20 % der Inseloberfläche aus. Auch in der vielfältigen Flora zeigt sich, dass Teneriffa den Beinamen Kontinent im Kleinen zu Recht trägt. Die gewaltigen Höhenunterschiede und die unterschiedlichen Niederschlagsmengen haben eine so vielfältige Vegetation entstehen lassen, wie sie sonst nur auf einem ganzen Kontinent zu finden ist: Es gibt Urwälder mit Laubbäumen, Farnen und meterlangen Ranken im Anaga- und Tenogebirge und lichte Kiefernwälder auf den Höhen. Im vollkommenen Gegensatz dazu steht die Vegetation in den wüstenhaften Landschaften des Südostens und den jungvulkanischen Zonen im Zentrum der Insel.
Die jungvulkanischen Zonen sind unabhängig von ihrer besonderen Flora eine weitere natürliche Attraktion Teneriffas. Am eindrucksvollsten lässt sich der Vulkanismus im Zentrum der Insel im Nationalpark del Teide erleben. Der Boden unter den Füßen ist am Gipfel noch heiß; Teneriffa gilt als vulkanisch aktiv. Beim letzten Ausbruch schickte der Chinyero 1909 seine Lavamassen die Westhänge hinunter.
Strände und Baden
Zu diesen landschaftlichen Höhepunkten im Inneren hat Teneriffa nicht zuletzt auch als Badeinsel einiges zu bieten.. Das Atlantikwasser hat das ganze Jahr über Badetemperaturen. Die längsten Strände liegen im Osten und im Süden, aber auch an der West- und Nordküste gibt es schöne, geschützte und feinsandige Felsbuchten. Wo die Strandbuchten für den Tourismus nicht mehr ausreichten, entstanden reizvolle Meerwasserschwimmbäder wie die Costa Martiánez in Puerto de la Cruz.
Klima und Reisezeit
„Inseln des ewigen Frühlings“ - seit ihrer Entdeckung durch die alten Griechen ist der Archipel unter diesem Namen bekannt. Tatsache ist, dass auf Teneriffa stetig frühsommerliche Temperaturen herrschen. Ebenso richtig ist aber auch, dass es in den Wintermonaten heftig schütten kann und dass kaum ein Sommer ohne zumindest drei heiße Tage, manchmal mit Stürmen aus der Sahara, vergeht.
Das Geheimnis des meist milden Klimas heißt Passat. Über dem Äquator entstanden, ziehen seine Winde auf immer derselben Runde über den Atlantik, nehmen dabei Feuchtigkeit und kühle Luft auf, die Teneriffa zugute kommen. Ohne den Passat und seine Wolken wäre es auf Teneriffa so heiß, trocken und unwirtlich wie 350 km weiter östlich in der Sahara.
Die Luftfeuchtigkeit kondensiert je nach Jahreszeit in Höhen von 600 bis 900 m (untere Höhe in den Wintermonaten) und 1200-1500 m (obere Höhe) zu Wolken.
Wenn sie dann auf ein Hindernis stoßen, geben sie ihre Feuchtigkeit als Niederschlag ab und versorgen ihre Umgebung mit Wasser. Solche Barrieren bilden die Berge. Sie haben Teneriffa zu einer der grünen, blumen- und waldreichen Insel innerhalb des kanarischen Archipels werden lassen.
Santa Cruz
Monte Izaña (2371 m)
Ø Lufttemperatur (Min./Max. in °C)
Ø Niederschlag (in mm), Ø Tage mit Niederschlag ≧ 1 mm
Ø Lufttemperatur (Min./Max. in °C)
Ø Niederschlag (in mm), Ø Tage mit Niederschlag ≧ 1 mm
Jan.
15,1
20,6
34
5
0,9
7,3
87
5
Febr.
15,1
20,9
36
4
1,4
8,2
64
4
März
15,6
21,7
29
4
2,0
9,3
66
4
April
16,2
22,3
14
3
3,0
11,2
26
3
Mai
17,5
23,7
4
1
5,4
14,0
14
1
Juni
19,0
25,7
1
0
9,4
18,4
1
0
Juli
20,8
28,3
0
0
13,4
22,5
0
0
Aug.
21,4
28,8
1
0
13,5
22,4
2
0
Sept.
21,3
27,9
6
1
10,0
18,2
15
2
Okt.
20,0
26,0
18
3
6,8
14,0
36
3
Nov.
18,1
23,9
27
4
4,2
10,7
50
4
Dez.
16,2
21,8
44
6
1,9
8,2
73
6
Jahr
18,0
24,3
214
31
5,9
13,6
440
34
Daten: Agencia Estatal de Meteorología (España)
Gebirgsketten wirken auch als Wetterscheiden. Wer seine Urlaubswochen optimal nutzen will, sollte die Klimazonen der Insel berücksichtigen. Grobes Raster: Die Ostseite und der Süden sind sonnenreicher, trockener, aber auch karger als der vom Passat gesegnete Norden, der häufiger unter einer Wolkendecke liegt, aus der es dann und wann auch regnen kann, selbst im Sommer. Zwischen Oktober und April gibt es immer einige Tage, an denen atlantische Westwinde den Passat verdrängen und es deshalb vom Anagagebirge über Puerto de la Cruz bis nach Garachico richtig schüttet, während der Osten und Süden davon meist unbehelligt bleiben. Eine solche Regenperiode dauert aber nie länger als ein paar Tage. Calima, ein heißer Wind aus der Sahara, kann an einigen Tagen die Temperaturen in die Höhe treiben, im Sommer sogar über 40 °C.
Auch das sollten Sie bei der Auswahl Ihres Urlaubsortes bedenken: Die Höhenunterschiede bedingen auch Temperaturunterschiede. Als Faustregel mag gelten: 100 Höhenmeter bringen 1 Grad Celsius Unterschied. Auf 600 m Höhe ist es also 6 Grad kühler als auf Meereshöhe. Kein Wunder also, dass es auf dem Dach Teneriffas über 2000 m Höhe im Winter auch schneit. Von Dauer ist der Schnee aber nur auf dem Gipfel des Teide und in schattigen Ecken. Bei Calima wird es allerdings in den Höhen heißer als in Meeresnähe.
Reisezeiten
Teneriffa ist ein klassisches Ganzjahresreiseziel. Die Urlauberströme sind eher vom Wetter und den Ferienzeiten in Europa abhängig als vom eigenen Klima. Ein verregneter Sommer dort bringt volle Auftragsbücher für den Herbst auf den Kanaren. Hitzeglocke über dem spanischen Festland: Wer es sich leisten kann, verlebt den Sommer auf den angenehm temperierten Inseln.
Als Saison für die Mittel- und Nordeuropäer gilt November bis nach Ende der Osterferien. Spitzenzeiten sind die beiden Wochen um Weihnachten und Neujahr und die Karwoche. Aber auch im Juli und August sind fast alle Zimmer belegt. Flaue Zeiten im Urlaubergeschäft sind Mai/Juni und September/Oktober. In diesen Monaten können Sie die ohnehin niedrigeren Preise noch weiter herunterhandeln. So manches 3-Sterne-Hotel öffnet sich dann den Klassenfahrten, zu denen Spaniens Schüler traditionell vor den Sommerferien aufbrechen. Von einem hohen Lärmpegel ist auszugehen. Viele Einrichtungen nutzen diese Zeit aber auch, um Reparaturen und Runderneuerungen vorzunehmen.
Für Naturliebhaber ist Teneriffa im Frühling am schönsten. Dann ist es selten zu warm zum Wandern, und in den Wäldern, Bergen und auf den Wiesen blühen die Wildpflanzen: ab Januar der weiße Ginster im Tenogebirge, im Februar der Mohn, ab März viele Wildblumen und ab Mai die riesigen roten Taginasten in den Cañadas. Der Teideginster fängt erst im Sommer an zu blühen und entfaltet sich im Juli zu seiner vollen, duftenden Schönheit. Die Obstbaumblüte beginnt früher, die ersten Mandelblüten sieht man schon im Dezember, die ganze rosa Pracht im Januar.
Teneriffas Vulkane
Teneriffas höchster Gipfel stößt zwar keine Rauchsäulen mehr aus, aber sein Kraterschlund ist deutlich zu erkennen. Verglichen mit anderen Erhebungen Teneriffas bildet der Teide zwar das höchste, gleichzeitig aber auch das jüngste Massiv. Vermutlich wird es noch wachsen, während andere schon kräftig abgebaut haben. Dennoch haben alle Berge eine große Gemeinsamkeit: Sie sind vulkanischen Ursprungs.
Der Teide über dem Wolkenmeer
Insel aus Feuer und Wasser
Das Baumaterial für die Vulkane kommt aus dem Erdinneren. Dort stößt mehr als 1000 Grad heißes, flüssiges Magma von explosiven Gasen getrieben nach oben durch die Erdkruste und sucht sich einen Weg, den sog. Schlot, um nach außen zu gelangen. Auf den Kanaren war dies zuletzt 1971 mit dem Ausbruch des Vulkans Teneguía auf der Nachbarinsel La Palma der Fall.
Über die genaue Ursache der Entstehung der Inseln an dieser Stelle gibt es noch den einen oder anderen Expertenstreit. Einige meinen, unterhalb der Kanaren gäbe es im Erdmantel einen besonders heißen Punkt, einen „hot spot“, und der sei verantwortlich für die Entstehung des Archipels, andere sehen die Kanaren als eine Folge des Bruchs und Auseinanderdriftens der Kontinentplatte, die einmal Europa, Afrika und Amerika bildete. So oder so, die erkalteten Magmamassen bildeten einen Sockel, auf dem durch zahllose Ausbrüche aus immer denselben Schloten Schicht über Schicht die Inseln entstanden. Bei Erdbeben auf dem Meeresgrund wurde von unten nachgeschoben. Einige Gebiete, die heute mehrere hundert Meter über dem Meeresspiegel liegen, sind unter Wasser entstanden.
Die Geologen gehen davon aus, dass nur 8,5 % des Inselvolumens über den Meeresspiegel ragt. Rechnet man den Teil hinzu, der unter der Wasseroberfläche liegt, so misst Teneriffa nahezu 7000 Höhenmeter und ist eine der ganz großen Erhebungen der Erde.
Teneriffa entstand nicht von Anfang an als eine Insel. Vor 5-7 Millionen Jahren lugten an ihrer Stelle drei Inseln aus dem Wasser: das Anagagebirge im Norden, das Tenogebirge im Nordwesten und eine Berggruppe im Süden zwischen Adeje und Arona. Die Zeit hat sie in gleicher Weise gestaltet. Spitze Gesteinsnadeln und Kegel entstanden und tief eingeschnittene Schluchten, die Barrancos. Die weicheren Gesteine, Tuffe, die in anderen Gegenden, z. B. um El Médano herum, das Landschaftsbild bestimmen, wurden von Wind und Wetter fort getragen. Geblieben sind die harten Laven aus Trachyt, Phonolith und Basalt.
Der Mittelteil Teneriffas, die Cañadas und die Cordillera Dorsal, entstand erst einige Millionen Jahre später. Diese Bergrücken füllten die Lücken zwischen den drei kleinen Inseln und ließen so Teneriffa zusammenwachsen. Vermutlich standen an der Stelle des jetzigen Nationalparks Teide zwei viel höhere Vulkane, die bei einer gewaltigen Explosion zusammenstürzten. Reste ihres Kraterrandes blieb als Gebirgsring stehen. In seiner Mitte schichtete sich der Teide in mehreren Ausbrüchen auf. Älter als 200.000-300.000 Jahre ist er keinesfalls. Seinen letzten Ausbruch hatte er 1798 am Pico viejo in 2500 m Höhe. Der Teide gilt als noch tätiger Vulkan, auch wenn sein Krater von innen wie eine sanfte Almwiese wirkt.
Die Vulkane sind auch an anderen Stellen noch aktiv. 1909 gab es den letzten Ausbruch in der Nähe des Teide am westlichen äußeren Rand des Gebirgsringes. 1706 verschüttete ein Lavafluss die Stadt Garachico. Seit der Eroberung der Kanaren durch die Spanier werden die Eruptionen erfasst. Fünfmal spuckte es in den letzten 500 Jahren auf Teneriffa Feuer.
Cueva del viento - Abstieg in die Unterwelt
Zu den drei oder vier längsten Vulkanröhrensystemen der Welt mit Höhlen und Galerien auf mehreren Ebenen gehört die Cueva del Viento oberhalb von Icod de los Vinos. 37 km sind bisher erforscht, knapp 18 km sind zugänglich. Die Röhren entstanden bei einem Ausbruch des Pico Viejo, eines Seitenschlots des Teide, vor 27.000 Jahren. Nicht nur die Länge macht die Cueva del Viento zu einem Naturphänomen, ihre Entstehung und ihr Innenleben sind ebenso interessant: Bei einem Vulkanausbruch erkaltet und erstarrt zuerst die Lava an der Oberfläche. Innen läuft die flüssige Lava weiter ab, Tunnel und Höhlen entstehen. Die Höhlen sind warm, feucht und vollkommen dunkel, aber keinesfalls ohne Leben. Etwa 50 Insektenarten sind bereits gefunden worden, die meisten gibt es auch an anderen Stellen Teneriffas. Die in der Cueva del Viento aber sind blind, einige haben gar keine Augen mehr, groß sind hingegen Ohren und Fühler.
Den Abstieg in die Unterwelt machen Vulkanologen auch mit Gästen
Ausführliche Informationen und eine Ausstellung bietet das Besucherzentrum (Centro de Visitantes) oberhalb von Icod de los Vinos. Für geologisch oder biologisch Interessierte und für Wanderer, die einen besonderen Weg gehen wollen, bietet das Besucherzentrum geführte Wanderungen in kleinen Gruppen an (Dauer ca. 2 Std., auch auf Deutsch). Voraussetzungen sind eine richtige Wanderausrüstung, vorherige Anmeldung und ein Beitrag von 16 € (Kinder 5-14 J. 5 €).
Information im Besucherzentrum, bisher im Ortsteil Los Piquetes, Calle los Piquetes 51, ausgeschildert. Tel. 922-815339, Öffnungszeiten: Di-Sa 9-16 Uhr (außer am 24., 25., 31. Dezember und 1. und 6. Januar). Eintritt frei. Mehr und aktuelle Infos unter www.cuevadelviento.net.
Flora
Mehr als 1300 Pflanzenarten wurden auf Teneriffa katalogisiert, 320 davon als Endemiten - Pflanzen, die nur in dieser Region der Erde, dem Makaronesischen Raum, heimisch sind. Neben den Kanaren gehören die Azoren, Madeira und die Kapverdischen Inseln dazu. 130 Arten wachsen nur hier, manche nur in einer oder zwei Schluchten.
Die meisten Zierpflanzen in Parks und Gärten, auf den Plazas und Straßen, wie Hibiskus, Oleander und Bougainvillea, selbst die als typisch geltenden Strelitzien sind auf anderen Kontinenten beheimatet. Seeleute, heimkehrende Emigranten oder Botaniker brachten sie aus allen Teilen der Welt auf die Insel. Auf Teneriffa gedeiht nahezu jede Pflanze ohne Gewächshaus, deshalb sind hier die schönsten Blüten versammelt.
Bei 1300 Pflanzenarten sind Beinamen für Teneriffa aus dem Urlaubskatalog wie „die Blumenreiche“ oder „der Blumengarten“ sicher berechtigt. Wer aber auf dem internationalen Flughafen Teneriffa-Süd landet, findet Blüten allenfalls in angelegten und bewässerten Rabatten, denn ringsumher gibt es nur Geröll und Wüstenvegetation. Das geografische Gegenstück, der Norden, ist auch das klimatische und botanische Gegenstück: feucht und mit Wäldern bedeckt. Lorbeerwälder, Kiefernwälder, hochalpine, mit duftendem Ginster bedeckte Bergregionen und natürlich Palmen und Drachenbäume. Die heimischen Pflanzen haben sich im Laufe der Entwicklungsgeschichte den unterschiedlichen klimatischen Bedingungen angepasst. Jede Klimazone hat ihre eigene Vegetation.
Heimische Pflanzen
Küstennah, heiß und wüstenhaft ist die Tiefenzone. Sie ist nicht nur wärmer, sondern auch trockener als die höher gelegenen, weil die Feuchtigkeit der Passatwolken sich selten unter 600-800 m niederschlägt. Um überleben zu können, müssen die Pflanzen in der Lage sein, das Wasser, das sie durch den Tau oder einige wenige Regentropfen erhalten, optimal zu speichern. Große Blätter- und Blütenpracht verbieten sich da. Schmale Blättchen, die manchmal Nadeln ähnlich sind, frühe Verholzung, harte Schalen und die Umwandlung des Wassers in einen dicken, weißen Saft, die Wolfsmilch, sind die Überlebenstechniken dieser Pflanzen. Im Süden, Osten und Westen findet man sie bis in Höhen von 800 m, im feuchteren Norden dagegen allenfalls bis in Höhen von 300 m.
Säuleneuphorbien (Wolfsmilchgewächs): In riesigen Säulengruppen reckt die Pflanze ihre schmalen, fünfkantigen Arme nach oben. Sie sieht aus wie ein Kaktus, zumal sie kleine Stacheln hat, aber wer einen der Äste anritzt, wird feststellen, dass weiße, dicke Wolfsmilch austritt (Vorsicht: ätzend!).
Tabaiba (Wolfsmilchgewächs): Wie ein Minidrachenbaum wirkt diese Pflanze, die mit grünen Polstern ganze Landstriche überzieht. An dicken Ästen sitzen schmale Blätter, die sie im Sommer in den besonders trockenen Zonen abwirft. Im Frühjahr blüht sie gelb oder grün. Eine rot blühende Art findet man nur im Barranco del Infierno und im Tenogebirge.
Feigenkaktus (Opuntie): Aus Mexiko stammend, ist er zwar keine heimische Pflanze im eigentlichen Sinn, ist aber allgegenwärtig: Seine wie Hasenohren aussehenden, ovalen Blätter lugen überall in Küstennähe über Mauern und Felsen. Die essbaren Früchte sind ab August reif, sie schmecken ein wenig wie Kiwi, sind aber extrem stachelig. Viele Feigenkakteen haben einen weißlichen Belag mit schwarzen Punkten, Koschenilleläuse und ihre Gelege. Aus dieser Laus wurde früher begehrter scharlachroter Farbstoff gewonnen. Die Opuntien sind ihr einziger Lebensraum und deshalb wurden sie angepflanzt.
Etwas feuchter und kühler ab 800 Höhenmetern aufwärts liegt die mittelkanarische Trockenzone. Hier wandelt sich die Vegetation je nach Lage zum Passat. Im mit Feuchtigkeit wenig verwöhnten Süden, Südwesten und Osten wachsen ab ca. 800 m die ersten Pinien, die sich auf ca. 1000 Höhenmetern zu großen Pinienwäldern zusammenschließen und bis dicht unter den Gebirgsring der Cañadas reichen. Ihre Nadeln machen den Boden sauer und damit anderen Pflanzen das Überleben schwer.
Kanarische Pinie: Die einheimische Kiefer ist der wichtigste und häufigste Baum der Insel. Ihre Krone ist breiter als die nordeuropäischer Kiefernarten. Das hilft ihr gemeinsam mit den bis zu 30 cm langen Nadeln, den vorbeiziehenden Wolken die Feuchtigkeit zu entziehen. Sie versorgt nicht nur sich selbst mit Wasser, sondern auch ihre Umgebung und füllt sogar das Grundwasser auf. Die vielfach geschichtete Rinde verhindert, dass die Flammen der häufigen Waldbrände in das Innere des Stammes vordringen und den Baum verbrennen. Die größten und dicksten Pinien finden sich oberhalb von Vilaflor, fast 30 m hoch mit einem Stammumfang von 9 m.
Seidenblättrige Zistrose: Der Waldboden unter den Pinien ist oft flächendeckend von Zistrosenbüschen besiedelt. Die meiste Zeit des Jahres wirken sie unattraktiv - trockenes, niedriges Buschwerk, dessen rauhe Blätter an Salbei erinnern. Ab April aber verwandeln ihre zartrosa Blüten den Boden in ein pastellfarbenes Meer.
Warm und mäßig trocken ist die Zone, in der zwei botanische Wahrzeichen der Kanaren wachsen, der Drachenbaum als Wahrzeichen Teneriffas und die Kanarische Palme. Ihre Lieblingsstandorte liegen bei 300-800 m an der Nordwestküste.
Drachenbaum: Als drago dracena ist auch diese Pflanze ein Endemit. In der Natur findet man sie fast nur noch auf Teneriffa und La Palma. Das älteste Exemplar steht in Icod de los Vinos. Es wird auf bis zu 4000 Jahre geschätzt. Mehr zu dieser interessanten Pflanze, um die sich zahlreiche Legenden ranken, finden Sie hier.
Kanarische Palme: Verwandt mit der weit verbreiteten Dattelpalme, nimmt auch sie sich ein paar Besonderheiten heraus. Ihr Schopf ist mit sehr langen, geschwungenen Wedeln größer als der anderer Palmen. Ihre Früchte sind allerdings kleiner und nicht schmackhaft.
Feucht und warm lieben es die Lorbeerbäume, etwas kühler und deshalb höher darf es dagegen für die Baumheide, spanisch brezo, sein. Den vollkommenen Kontrast zu der trockenen Tiefenzone bilden die Lorbeerwälder und die Fayal-Brezal-Zonen im Norden Teneriffas. Raubbau über die Jahrhunderte hinweg hat ihre Bestände auf kleine Gebiete im Teno- und Anagagebirge dezimiert. An ihren Nordseiten treffen die Passatwolken auf die Insel. Gemeinsam mit den kontinuierlich warmen Temperaturen machten sie üppige, subtropische Urwälder möglich.
Lorbeerbäume: Ausgewachsene Exemplare von 20-30 m Höhe stehen auf Teneriffa nur noch an wenigen Plätzen. Vier Lorbeerbaumarten sind heimisch: Azorischer Lorbeer - seine duftenden Blätter eignen sich zum Würzen von Suppen und Soßen; Tilo - seine Früchte gleichen schwarzen Eicheln; Vinatigo - mit besonders großen Blättern; Barbuzano - zu erkennen an seinen hellroten jungen Blättern.
Boden- und Strauchschicht: Der Waldboden ist mit Farnen, Veilchen, Vergissmeinnicht, Efeu, Holunder und anderen aus deutschen Landen bekannten Arten bewachsen. Besonders attraktiv sind die rote Kanarische Glockenblume und der rote kanarische Fingerhut.
Brezo (Baumheide): Oberhalb der Lorbeerwälder wächst die Baumheide. Was als Erika in der Lüneburger Heide kaum über den Fußknöchel reicht, misst als kanarischer Verwandter hier bis zu 15 m und blüht im Frühjahr rosa und weiß.
Faya (Gagelbaum): Ein beständiger Nachbar der Baumheide ist dieser an seinen dunklen, glänzenden Blättern zu erkennende Baum.
Kanarische Glockenblume (oben) und blühende Baumheide
Eine Halbwüste im Hochgebirge wie im Nationalpark Teide - diese Kombination trifft man auf der Welt selten. Extreme Temperaturschwankungen mit Frost, dazu noch Trockenheit, das halten nur wenige Pflanzen aus. Dennoch grünt und blüht es auf den über 2000 m hoch gelegenen Ebenen um den Teide herum.
Retama (Ginster): Die riesigen, grünen Büsche mit ihren starren Zweigen bedecken weite Flächen der jungen Lava. Sie blühen ab Juni in den Cañadas weiß, rosa und gelb.
Rote Taginaste: Sie ist ausschließlich im Gebiet der Cañadas beheimatet, hält sich allerdings auch in einigen Gartenanlagen unterhalb der Hochgebirgszone. Ihre bis zu 2,5 m hohen kerzenartigen Ständer tragen im Sommer zigtausend kleine, rote Blüten.
Teideveilchen: Ausschließlich an den Bimssteinhängen des Teide auf über 2600 m wächst einsam und allein dieses kleine, an blaue Stiefmütterchen erinnernde Veilchen.
Tipp: Es gibt zahlreiche Bücher über die Pflanzenwelt der Kanaren und speziell Teneriffas (→ Kapitel Literatur).
Früchte
Für die Früchte der Insel gilt dasselbe wie für die Zierpflanzen. Hier wächst fast alles, fast immer, jedenfalls ist immer irgendeine Frucht reif. In der subtropischen Wärme in Meeresnähe wachsen mit reichlich Bewässerung auch tropische Früchte.
Ab 400 m gleichen die Temperaturen dem Frühling und den milden Sommern am Mittelmeer. Über 800 m wird es dann mitteleuropäisch, allerdings ohne kühle, frostige Winter. Bis in die 60er Jahre war der Agrarexport die Haupteinnahmequelle, bis zum gleichen Zeitraum waren die Insulaner Selbstversorger. Beides hat sich gründlich geändert, viele Felder sind aufgegeben worden, die Landwirtschaft verlagerte sich in die warmen Zonen und arbeitet überwiegend für den Export tropischer Früchte, allen voran Bananen. Im Norden und Westen ziehen sich die mit Bananenstauden bepflanzten Terrassen von Meereshöhe bis auf rund 300 m. Die Früchte kennen keine Jahreszeit; jede Pflanze trägt einmal einen Fruchtstrang in zwei Jahren. Die typischen kanarischen Bananen sind kleiner als die leuchtend gelben Verwandten aus Mittelamerika - und sie sind wesentlich aromatischer. Allerdings werden seit einigen Jahren auch größere Sorten gepflanzt, weil der Markt es angeblich verlangt.
Zwischen den Bananenstauden, manchmal auch als eigene Pflanzung, findet man immer wieder Papaya- und Mangobäume.
Oberhalb von 400 m wachsen dann die Mittelmeerfrüchte, allen voran Zitronen und Apfelsinen, Pfirsiche und Aprikosen, Guayabas mit ihrer gelb-schrumpeligen Schale und Mispeln, hier „Nisperos“ genannt. Sie sind als erste Früchte im Frühjahr ab Februar reif. Feigen reifen ab August ebenso wie die Früchte der Opuntie, des Feigenkaktus. Im Supermarkt Ihres Ferienortes bekommen Sie nur einen Bruchteil dieser herrlichen Früchte. Ganz sicher aber findet man sie auf den Bauernmärkten .
Über 800 Höhenmetern werden mit den Temperaturen auch die Früchte mitteleuropäisch: Äpfel, Birnen und Maronen gedeihen hier. Die Esskastanien werden ab Oktober gesammelt.
Gemüse wächst auf Teneriffa in allen bekannten Varianten das ganze Jahr über. Für den Export werden hauptsächlich Tomaten in Gewächshäusern angebaut. Man sieht sie überall in den flachen Zonen des Ostens und Südens. Die Zentren des Frühkartoffel-Anbaus liegen bei Vilaflor und Fasnia. Da es keinen Winter gibt, kann auf den Feldern mehrfach im Jahr geerntet werden.
Fauna
Zuerst die gute Nachricht: Giftigen oder anderen gefährlichen Wildtieren wird man bei Wanderungen durch die Natur kaum begegnen. Es gibt kaum welche. Keine Schlangen und Skorpione. Raubtiere haben den Weg übers Meer nicht geschafft, ebenso wenig wie alle anderen Säugetiere. Das ist dann die schlechte Nachricht: Die Tierwelt Teneriffas ist ausgesprochen artenarm.
Alle Säugetiere, mit Ausnahme einer Fledermausart, wurden von Menschen auf die Inseln gebracht, unabsichtlich eingeschleppt wie die Mäuse oder als Haustiere eingeführt. Damit den spanischen Machos wenigstens ab und an etwas Größeres als ein Kaninchen vor die Flinte gerät, hat man in den 1970er Jahren Mufflons aus Nordafrika hierher verschifft und ausgesetzt. Sehr zum Ärger übrigens der Naturschützer, denn die Mufflons rupfen auch seltene, geschützte Pflanzen aus dem Boden. Die Frage, ob sie bleiben dürfen oder nicht, führt regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen Naturschützern und Jägern.
Allein haben wohl die Eidechsen den Weg auf die Insel gefunden. Lagartos heißen sie hier. Die Weibchen sind grau mit gelbbraunen Seitenstreifen, die Männchen ziert eine hellblaue Kehle. In den Steilhängen des Tenogebirges entdeckten Zoologen kürzlich Rieseneidechsen, die bis zu 50 cm lang werden können. Ihre kleinen Verwandten, die Geckos, kommen erst bei Dunkelheit heraus und machen an den Häuserwänden Jagd auf Insekten. Dank kleiner Saugnäpfe an ihren Füßen können sie stundenlang überkopf an der Decke hängen. Falls sie das in Ihrem Zimmer tun, ist das nicht igitt, sondern gilt als Glücksbringer.
Begegnung im Tenogebirge
Geflügelte Tiere haben in größerer Anzahl den Weg von Afrika gefunden. Allen voran die Insekten. Sie machen 85 % der Tierwelt aus. Schmetterlinge sind die schönsten. Es gibt nur wenig Mücken. Unangenehm kann nur der Biss eines Ciempie, eines gut 10 cm langen Hundertfüßers, werden. Aber der lebt zurückgezogen in trockenen, heißen Gegenden unter Steinen.
Für Vogelkundler hat Teneriffa einiges zu bieten. Der Canario, Stammvater des Kanarienvogels, ist in der Natur eher unscheinbar gelb, grau oder grün, und er trillert auch nicht ständig wie der gelbe Abkömmling aus der Zoohandlung. Ein sangesfreudiger Vogel ist er dennoch genau wie die Amseln, Meisen, Finken und die vielen anderen Singvögel, die es auch auf dem Kontinent gibt. In der Luft kreisen Falken, Sperber und Bussarde und über dem Meer natürlich die Möwen.
Im Meer geht es noch bunter und vielfältiger zu als in der Luft. Kleine und große Fische tummeln sich dort. Die einen erfreuen durch die Taucherbrille, die anderen auf dem Teller. Auch die großen Fische und Meeressäuger sind vertreten. Vier Haiarten wurden gezählt und drei Arten von Rochen, darunter auch der Manta. Sie leben in der Tiefe, ein Badeunfall mit ihnen ist nicht bekannt. Eine besondere Freude bei Schiffstouren sind Delfine und Wale. Sie leben in Kolonien zwischen Teneriffa und der nahen Insel Gomera. Delfine begleiten fröhlich die Boote, Wale dümpeln eher langsam und schwerfällig umher. Mit ihnen gab es sogar schon Zusammenstöße. Damit sie weiträumig umfahren und besser geschützt werden können, hat eine Forschergruppe die bevorzugten Ruheplätze und Routen der Wale katalogisiert. Ausflugsfahrten zur Walbeobachtung starten von allen Häfen im Südwesten und Westen.